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12. Oktober 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 46: Adriano Spatola 45: Dario Bellezza 44: Tonino Guerra 43: Luciano Erba 42: Jolanda Insana 41: Mario Luzi 40: Primo Levi 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Aldo Nove (Pseudonym für Antonio Centanin), Mitbegründer und Mitglied der Popliteraturgruppe „I cannibali“, wurde 1967 in Varese geboren und lebt in Mailand. Dort absolvierte er sein Philosophiestudium, war in den 90er Jahren erst als Redakteur der Zeitschrift für literarische Übersetzung „Testo a fronte”, später als Redakteur der Zeitschrift „Poesia“ tätig. Zusammen mit Elisabetta Sgarbi betreute er eine Lyrikreihe des Verlags Bompiani. Unter dem Namen Antonello Satta Centanin erschienen drei Gedichtsammlungen: Tornando nel tuo sangue (Spinea, 1989), Musica per streghe (Mailand, 1991) und, zum Teil mit Wiederaufnahmen, La luna vista da Viggiù (Mailand, 1994). 2003 kam der Sammelband Fuoco su Babilonia! heraus; 2007 erschien das Langgedicht Maria (Turin, 2007). Unter seinem nunmehr gefestigten Künstlernamen publizierte Nove mehrere erzählerische Texte (z.B. Woobinda e altre storie senza lieto fine, Rom, 1996; Amore mio infinito, Turin, 2000). Daneben umfaßt sein buntes Werk auch schräge Genres wie den alternativen Reiseführer Milano non è Milano (Rom-Bari, 2004), das Libretto zu einem „Soap Opera Musical“, eine Neuschrift berühmter Chansontexte von Fabrizio De André oder das zusammen mit Tiziano Scarpa und Raul Montanari verwirklichte Projekt Nelle galassie oggi come oggi (Turin, 2001): mit Gedichten als Cover-Versionen berühmter Songs. |
Robert Fajen über Aldo Nove und die „cannibali“:
Für Autoren wie Niccolò Ammaniti, Aldo Nove oder Tiziano Scarpa, die in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts geboren wurden, scheint der Graben, der die Elitekultur von der alltäglichen Massenkultur trennt, kein Hindernis mehr zu sein: In ihren häufig schockierenden Texten scheuen sie auch vor dem schlechten Geschmack des italienischen Fernsehens nicht zurück. Doch wäre es ein Mißverständnis, darin eine Kapitulation der Literatur vor der übermächtigen neuen Medienwelt zu sehen. Denn die beiden entgegengesetzten Pole des ,Hohen’ und des ,Niedrigen’ hören nicht auf zu existieren, nur weil sie zueinander in Beziehung gesetzt werden: Wenn etwa der Venezianer Tiziano Scarpa gleich zu Beginn seines ersten Romans Occhi sulla craticola (1996) eine derbe skatologische Erzählsequenz mit einem gelehrten kulturanalytischen Pastiche verknüpft, dann entsteht aus dieser Kombination ein komischer Effekt, der gerade darauf gründet, daß der Leser das elitäre und das populäre Paradigma nach wie vor zu unterscheiden weiß. Die pulp-Autoren kennen keine ethischen oder ästhetischen Tabus; ihre Texte können tatsächlich alles – jedes Motiv, jeden Stil, jeden Diskurs der Vergangenheit und der Gegenwart – verschlingen. Wie Marino Sinibaldi bereits 1997 erkannt hat, sollte der grelle Name gioventù callibale (Kannibalenjugend) daher weniger auf den Blutdurst mancher zeitgenössischer Autoren bezogen werden als – in einem metaphorischen Sinne – ,auf ihre Gefräßigkeit, die darauf abzielt, sämtliche literarische und nicht-literarische Sprachen unser Zeit in sich aufzunehmen’. [...] Diese Heterogenität kann man als irritierend empfinden, in ihr liegt aber auch die große Stärke des poetischen Experiments der drei scrittori cannibali. Vielleicht sind nicht die ,poeti laureati’, sondern sie die eigentlichen Traditionalisten im Feld der italienischen Lyrik. Denn anders als manche Dichter und Literaturkritiker glauben sie auch im Zeitalter des Pop noch an eine Lyrik, die keine Grenzen kennt: an eine Poesie, die allgegenwärtig ist, „heutzutage / quer durch die Galaxien”. („Poesie der Allgegenwart. Zur Lyrik der scrittori cannibali”. In : Postmoderne Lyrik – Lyrik in der Postmoderne, hrsg. von Gerhard Penzkofer, 2007.)
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