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15. Juni 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 46: Adriano Spatola 45: Dario Bellezza 44: Tonino Guerra 43: Luciano Erba 42: Jolanda Insana 41: Mario Luzi 40: Primo Levi 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Valerio Magrelli wurde 1957 in Rom geboren. Er studierte Philosophie in Rom und an der Sorbonne. Nach seinem Studium promovierte er über französische Literatur und ist heute Professor in Cassino (Rom). Magrelli übertrug Werke von Valéry, Verlaine, Debussy u.a. ins Italienische. Von 1986-1992 gab er zusammen mit Giuseppe Conte die Reihe „Poetik della Fenice“ bei Guanda heraus; seit 1993 ist er bei Einaudi für die dreisprachige Reihe „Scrittori tradotti da scrittori“ verantwortlich. Magrelli debütierte früh mit dem Band Ora serrata retinae (Mailand, 1980), der sofort großes Aufsehen erregte. Es folgen Nature e venature (Mailand, 1987), Esercizi di tiptologia (Mailand, 1992), der Sammelband Poesie (Turin, 1996), Didascalie per la lettura di un giornale (Turin, 1999) sowie Disturbi del sistema binario (Turin, 2006). 1991 erscheint der Prosaband Il viaggetto (Brescia, 1991), 2005 das poetologische Wörterbuch Che cos’è la poesia? La poesia raccontata ai ragazzi in ventuno voci (Rom, 2005). Als Französist trat Magrelli u.a. als Herausgeber einer Anthologie mit französischer Gegenwartsdichtung (Poeti francesi del Novecento, Rom, 1989) sowie als Autor einer Studie zu Paul Valéry hervor: Vedersi vedersi. Modelli e circuiti visivi nell’opera di Paul Valéry (Turin, 2002). Valerio Magrelli lebt in Rom. |
Roberto Galaverni über Valerio Magrelli:
Prämisse für Magrellis Dichtung war stets ein geschlossenes Universum, beinahe eine magische Sphäre, in deren Innerem die Vorstellungskraft sich entzünden und umherstreifen kann [...]. So etwas wie eine Überwelt oder eine Parallelwelt, in der bisweilen eine Art kosmischer Staub aufglimmt, als würde das clinamen der Grundelemente unter ständigen Neuanordnungen und Zwischenfällen von einem seltsamen und belustigten Wind dahin und dorthin getrieben. Und nur auf diese indirekten Weisen und innerhalb dieser Universen kann Magrelli auf das stoßen, was seiner Dichtung wesensnotwendig ist: die Ruhe des klugen Sehens und der perfekten Scharfstellung, die raffinierte und transparente, kristalline Atmosphäre, die unzählige Resonanzen gestattet, in einem Dunstkreis der verblüfften Anspannung, der schon alleine dafür sorgt, den poetischen Akt in einem Raum der Vortrefflichkeit und Gnade in der Schwebe zu halten. [...] Und während noch bei Montale die „barlumi“ (in etwa: „Schimmern“, „Flackern“ usw., Anm.) Embleme des Daseins sind und auf das beträchtliche Lücken aufweisende Knochengerüst eines in gewisser Hinsicht noch vorausgesetzten Romanganzen projiziert werden – gleichsam wie bei der Rekonstruktion des Gerüsts eines antiken Schiffs (oder eines Dinosaurierskeletts), wo die erhalten gebliebenen Elemente entlang einer künstlichen Metallstruktur angeordnet werden [...], schließen indes bei Magrelli die Zündungen und Kurzschlüsse, die Türen und Gelegenheiten, die nicht aufgehen, jegliche progressiv-lineare Dimension aus und scheinen vielmehr auf die Oberfläche einer Kugel projiziert, in einer unzusammenhängenden Simultaneität, wo alles gleichzeitig vorhanden und möglich und eben dadurch aufgehoben ist, in einer ständigen, fliehenden Spiegelung Physiognomie und Identität einbüßt: Die Porta Westfalica als schwarzes Loch. („Didascalie per la lettura di Magrelli“, in: Dopo la poesia, 2002, Übersetzung T. P.)
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