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3. August 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Anna Maria Carpi, 1939 in Mailand geboren, studierte Germanistik und Slawistik an der Universität Mailand. Zahlreiche Reisen nach Rußland und Deutschland, langjähriger Aufenthalt in Bonn. Erste Gedichtveröffentlichungen in den späten 70er Jahren; in dieser Zeit war sie auch verschiedentlich als bildende Künstlerin tätig (mehrere Ausstellungen in Mailand und Köln.) Anna Maria Carpi hat an den Universitäten von Macerata und Mailand unterrichtet und ist heute ordentliche Professorin für deutsche Literatur an der Universität Ca’ Foscari in Venedig. Sie schreibt Gedichte und Prosa (Racconto di gioia e di nebbia, Mailand 1995; E sarai per sempre giovane, Turin 1996; Il principe scarlatto, Mailand 2002), ist eine der versiertesten Gedicht- und Prosaübersetzerinnen aus dem Deutschen ins Italienische (Friedrich Nietzsche, Thomas Mann, Gottfried Benn, Thomas Bernard, Rainer Maria Rilke, Hans Magnus Enzensberger, Durs Grünbein u.a.) und veröffentlichte zahlreiche Aufsätze und Studien zur deutschen Literatur von Heinrich von Kleist bis in die unmittelbare Gegenwart. Die Biographie Un inquieto batter dali. Vita di H.v.Kleist, 2005 in Mailand erschienen, wurde mit dem Premio Comisso ausgezeichnet und wird derzeit ins Deutsche übertragen. Zuletzt bei Scheiwiller erschienen: Compagni corpi. Poesie 1990-2002 (Mailand, 2004) sowie E tu fra i due chi sei (Mailand, 2007). Anna Maria Carpi lebt in Mailand und Venedig. |
Alfonso Berardinelli über Anna Maria Carpi:
Anna Maria Carpi kommt von der Prosa, sie hat drei schöne und beachtliche Romane geschrieben. Ihr Sinn für die poetische Sprache entspringt, zumindest zu einem Gutteil, der Nähe zur Erzählung, zum Dialog oder Monolog einer Figur: selbst wenn diese Figur, die ein oder andere Abwandlung oder Maskerade nicht ausgeschlossen, mit der Autorin übereinstimmt, wie bei Autobiographien und Tagebüchern sowohl privater als auch öffentlicher Natur. Die nackte Wahrheit ist nicht zugänglich. Nur ein Maximum an gespielter, inszenierter Wahrheit läßt sich schreibend erzielen. In der Dichtung sind die Hauptinstrumente der Inszenierung die Verse, der Rhythmus, die Metrik und gewisse Wiederholungsfiguren. Im hier vorliegenden Fall wird man vor allem das Überwiegen der Elfsilber und der Siebensilber bemerken, eine Regelmäßigkeit, die ohne Rechnungsübungen auszukommen scheint: ergeben sich doch in unserer Sprache auch ohne Versbildung Zehnsilber und Siebensilber ununterbrochen. (...) Auch die Syntax ist klar und linear und weist sehr wenig Verschlingungen auf. Wenn das Thema Anna Maria Carpis die (verlorene oder wiedergefundene) Freude ist, so verlangt dieses Thema nach den Modi der Apologie und der Ausrufung. (...) Das zweite zentrale Thema des Buchs ist die Spaltung oder der gesuchte Ausgleich zwischen „Verwurzelten“ und „Entwurzelung“. Anna Maria Carpi kann sich sowohl unter den einen als auch unter den anderen wiederfinden. Zahlreich sind die epigraphisch-knappen Gedichte, die jener bizarren Einmaligkeit auf die Schliche zu kommen suchen, die aus einem Individuum ein Individuum macht: wer bin ich? Warum? (...) Und alle diese Interrogative haben ihre eigene Geographie. (...) Die augenscheinlich einfache (oder besser: vereinfachte) rhythmisierte Sprache erzeugt oft starke Effekte der Aussparung und des Zweifels. Es ist die Rede von Leidenschaften und grundlegenden Gegensätzen – heiß/kalt, Licht/Dunkelheit, Einsamkeit/Nähe –, doch auf solche Art und Weise, daß die wichtigsten unter ihnen aus jedem Einzelnen einen Fall für sich machen, ja sogar einen „klinischen Fall“ (...). In den Gedichten Anna Maria Carpis waltet das Heimweh nach dem Roman. („La nostalgia di romanzo e di vita invade la poesia di Anna Maria Carpi“, in: Il foglio/10. 5. 2007, Übersetzung: T. P.)
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