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10. August 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 46: Adriano Spatola 45: Dario Bellezza 44: Tonino Guerra 43: Luciano Erba 42: Jolanda Insana 41: Mario Luzi 40: Primo Levi 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Michele Sovente wurde 1948 in Cappella (Neapel) geboren, wo er auch lebt und als Schriftsteller und bildender Künstler tätig ist. Sovente unterrichtet an der Kunsthochschule („Accademia di Belle Arti“) von Neapel. Sein erster Gedichtband, L’uomo al naturale, erschien 1978 in Florenz. Es folgen u.a. Contropar(ab)ola, Per specula aenigmatis (Mailand, 1990), Cumae (Venedig, 1998) – ausgezeichnet mit dem ,premio Viareggio’ –, Carbones (Mailand, 2002), der Bild-Text-Band Carta e formiche (Neapel, 2005) und zuletzt Bradisismo (Garzanti, 2008). Neben den Gedichtsammlungen zahlreiche, in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften („Poesia“, „Paragone“, „Corriere della Sera“ etc.) verstreute kritische Aufsätze und Artikel. Michele Sovente schreibt auf Italienisch, Lateinisch, im Dialekt seiner Heimatregion sowie in Mischformen aus mehreren Komponenten. |
Enrico Testa über Michele Sovente:
Formale Eigentümlichkeit der Dichtung Michele Soventes ist die Gleichzeitigkeit dreier verschiedener Sprachen in seinen Büchern: des Italienischen, des Lateinischen sowie des Dialekts der Phlegräischen Felder, der sich in Hinblick auf Phonetik und Lexikon beträchtlich von den Formen der jahrhundertealten neapoletanischen Lyriktradition unterscheidet. Die Beziehung zwischen diesen Sprachen verwirklicht sich in Gedichten mit zwei oder sogar drei Niederschriften, denen kein lineares Schema von Original und Übersetzung voransteht, sondern die einem Modell von Wiederaufnahme, Variation und Vertiefung der nämlichen Motive in unterschiedlichen Idiomen gehorchen. Alle Zutaten für literarische Raffinessen oder kunstvolle Kostproben eines nunmehr als untergegangen eingestuften Wortguts werden in diesen Gedichten eingesetzt. Wenn es dennoch nicht mit diesen Resultaten sein Bewenden hat, so ist das einerseits der metaphorischen Schubkraft dieses Schreibens zu verdanken, andererseits der außergewöhnlichen Vitalität der darin zum Tragen kommenden sprachlichen Mittel. Im Gegensatz zu vielen anderen Dichtungen in der Vernakularsprache ist der Rückgriff auf den Dialekt hier nicht von der Intention bestimmt – in Widerspruch oder als Alternative zum Italienischen – ein verlorenes Erbe wiederherzustellen, sondern vielmehr von einem Verhältnis der Zeitgenossenschaft mit der Nationalsprache angetrieben: so wie es in der Tat aufgrund konkreter soziolinguistischer Gegebenheiten der Fall ist in diesem Ausschnitt der Welt, auf dem der Autor sich bewegt. Für ihn „bestätigt sich das Lateinische als Sprache der Vorfahren, als Sprache einer fernen kollektiven Vergangenheit, dem Dialekt mehr denn je verwandt und verschwistert“ (De Blasi). Latein, Dialekt und Italienisch werden somit – wenn auch auf unterschiedlichen Zeitstufen – als lebendige und bis auf den Grund empfundene Wirklichkeiten vorgeführt [...].“ (In der Anthologie: Dopo la lirica, 2005, Kapitel zu Michele Sovente, Übersetzung: T. P.)
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