| satt.org | Literatur | Comic | Film | Musik | Kunst | Gesellschaft | Freizeit | SuKuLTuR |
| neue Beiträge | | ||||||||
6. Juli 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
|
Patrizia Cavalli wurde in Todi (Umbrien) geboren und lebt seit 1968 in Rom, wo sie Philosophie studierte. Bei Einaudi erschienen die Bände Le mie poesie non cambieranno il mondo (Turin, 1974), Il cielo (Turin, 1981) und Poesie 1974-1992 (Turin, 1992) – der Sammelband, der die vorangegangenen Zyklen sowie den Band L’io singolare proprio mio enthält. Es folgen: Sempre aperto teatro (Turin, 1999), das Langgedicht La Guardiana (Rom, 2005) sowie Pigre divinità e pigra sorte (Turin, 2006). Patrizia Cavalli übertrug Werke Molières und Shakespeares ins Italienische und wurde selbst in zahlreiche Sprachen übertragen. Eine Anthologie ihrer Werke in deutscher Übersetzung ist in Vorbereitung. |
Alfonso Berardinelli über Patrizia Cavalli:
Die Merkmale der Dichtung Patrizia Cavallis erschließen sich zwingend und unmittelbar: Erbarmungslosigkeit und Dreistigkeit, spekulativer Scharfsinn und Natürlichkeit des Ausdrucks. Doch die augenscheinliche Leichtigkeit und Frivolität sollte nicht zu Trugschlüssen Anlaß geben. Patrizia Cavalli verfügt über einen ausgesprochen hellhörigen und urteilskräftigen Verstand. Hinter ihren Versen, die sich bald entschieden in die Erinnerung einbrennen, bald wieder – vielleicht innerhalb ein und desselben Gedichts – in luftigen und kaum angedeuteten Rhythmen ausklingen, steht eine Kosmologie der Vollkommenheit und der Unvollkommenheit, der Präsenz und der Absenz, des Lichts und seiner Trübung. Diese manichäische Doppeltheit kann sich in anderen Fällen in eine Art humoristisch-mythologische Kreisbewegung verwandeln, die in scherzhaften und pathetischen Aphorismen beschrieben wird, in denen auch der wirkliche Schmerz noch ein Lachen zuläßt und die Langeweile, die schließlich alldem entsteigt, Mal für Mal die schlimmste Sünde wie auch das effizienteste Heilmittel sein kann. [...] Manche Gedichte sind Aphorismen der Traurigkeit oder der Dreistigkeit, andere gleichen Bühnenbildern oder Regieanweisungen, komplexen moralischen Meditationen oder satirischen Schmähungen oder Porträts. Die poetische Sprache der Cavalli ist zu Aussagen, die so direkt sind wie Pfeile, ebenso befähigt wie zu labyrinthischen, syntaktischen Arabesken. Doch sollte nicht außer Acht gelassen werden, daß die häufigsten und erfrischendsten Resultate dieser Dichtung humoristischer Natur sind. Eines Humorismus, der die gleichen Ursachen und Wurzeln hat wie das Leid, mithin aus dem Mißverhältnis, dem Ungleichgewicht von Wollen und Haben, Unschlüssigkeit und Begehren, Rhythmen des Geistes und Rhythmus der Natur hervorgeht. Das Glück muß existieren: So lautet der erste Artikel des Gesetzes, das für Patrizia Cavalli die Welt regiert. Allein daß, in der Regel, dieses Glück eben nicht existiert oder momentan abwesend oder aufgeschoben oder unauffindbar ist. („La poesia italiana alla fine del Novecento”, in: Casi critici. Dal postmoderno alla mutazione, 2007, Übersetzung T. P.)
| neue Beiträge | | ||||||||
| satt.org | Literatur | Comic | Film | Musik | Kunst | Gesellschaft | Freizeit | SuKuLTuR |