Hier keine Kunst. Roman von Marc Degens.

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24. Februar 2008






italo.log
Die wöchentliche
Gedichtanthologie
aus Italien.

Herausgegeben
von Roberto Galaverni
und Theresia Prammer.
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03: Franco Fortini
02: Franco Loi
01: Eugenio Montale




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Gedichte aus
Lateinamerika
(2005-2008).
Herausgegeben
von Timo Berger
und Rike Bolte.
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Die Gedichtanthologie
(2003-2005).
Herausgegeben
von Ron Winkler.

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01:
Eugenio Montale


Im Garten

Du steigst den breiten Weg hinab
von einem sommerblauen Himmel
überhangen. Eine Wolke weiß
wie Leinen frischt zu deinem Einzug
die gleißende Hitze auf.
Wir setzen uns auf die gewohnte Bank.
Dann, plötzlich, kommt ein Windstoß auf
und dein Strohhut fängt an zu wirbeln.
Du fängst ihn wieder, setzt dich wieder hin.
Der Flügel der großen Meerespinie
reißt uns fort wie ein offenes Segel.
Wir würden gern
von diesem Küstenstrich das ganze Strandgebiet durchkreuzen,
in einem Zwiegesang aus Namen, aus Erinnerungen
bis nach Nervi dringen.
Aber die Sonne steht schon viel zu tief,
versprüht ihr Schimmerlicht in schiefen Strahlen,
verschwindet, kommt zurück, und die Betrachtung immergleicher
Abende verdoppelt unsre Horizonte,
überführt den flüchtigen, entschwindenden Moment
bereits in andere Tage.
Nun faßt das Schweigen auch den Wind.

(übertragen von Theresia Prammer)


Nel giardino

Discendi dal gran viale
e ti sovrasta un cielo
azzurro estivo. Una nuvola
bianca di lini rinfresca
la canicola al tuo arrivo.
Ci sediamo sulla solita panchina.
Poi d’un tratto un soffio di vento
e la tua paglia comincia a turbinare.
L’afferri, ti risiedi.
L’ala del grande pino marino
come vela spiegata ci trascina.
Vorremmo bordeggiare
da questo litorale tutta la costiera,
giungere in un duetto di nomi, di ricordi
fino a Nervi.
Ma il sole già declina,
diffonde il suo lucore in raggi obliqui,
dispare, torna, e la memoria di sere
uguali raddoppia gli orizzonti,
traduce in altri giorni
quel momento fugace che scompare.
Ora anche il vento tace.

(Aus: Diario postumo, 1991)


Eugenio Montale
©archivio Giovannetti/effigie

Eugenio Montale wurde am 1896 in Genua geboren. Er wuchs an der ligurischen Küste auf und studierte zunächst Gesang. Nach dem 1. Weltkrieg, an dem er als Offizier teilnahm, veröffentlichte er 1919 seine ersten Gedichte. 1928 ging er als Angestellter des Verlags Bemporad nach Florenz, ab 1929 war er Direktor des renommierten Gabinetto Vieusseux, 1938 wurde er wegen antifaschistischer Gesinnung entlassen. Während des Krieges war Montale freier Schriftsteller und Mitarbeiter mehrerer Zeitschriften der liberalen Opposition, außerdem Übersetzer von Shakespeare, Cervantes, Melville, Eliot. 1948 ging er nach Mailand, wo er unter anderem als Redakteur für den Corriere della Sera und 1955-67 als Musikkritiker des Corriere d’informazione arbeitete. 1967 wurde er Senator auf Lebenszeit. 1975 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Werke: Ossi di seppia (1925/28), Le Occasioni (1938), Finisterre (1943), La bufera e altro (1956), Satura (1971), Diario del ’71 e del ’72 (1973), Quaderno di quattro anni (1977). Zahlreiche Aufsatz- und Prosabände. Eugenio Montale starb am 12.9.1981 in Mailand. Sein für reichlich paratextuelle Verwirrung sorgendes „posthumes Tagebuch“ (1991 erschienen, 1998 in deutscher Übersetzung durch Christine Koschel) wurde 2006 noch durch den Band La casa di Olgiate e altre poesie mit weiteren Stücken aus dem Nachlaß ergänzt. Auf Deutsch außerdem: Eugenio Montale: Gedichte 1920-1954, übersetzt von Hanno Helbling (München, 1999) sowie einige Auswahlbände aus späteren Zyklen.




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