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27. Juli 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 46: Adriano Spatola 45: Dario Bellezza 44: Tonino Guerra 43: Luciano Erba 42: Jolanda Insana 41: Mario Luzi 40: Primo Levi 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Gian Mario Villalta, 1959 in Visinale (Veneto/ Provinz Pordenone) geboren, trat nach ersten Publikationen als Dialektdichter in den 80er Jahren (z.B.: Altro che storie!, Udine, 1988), 1995 mit dem vielbeachteten Band Vose de Vose/Voci di voci an die Öffentlichkeit. Gedichtpublikationen auf Italienisch: L’erba in Tasca (Mailand, 1992), Nel buio degli alberi (Meduno, 2001) und zuletzt Vedere al buio (Rom, 2007). Darüber hinaus Verfasser zahlreicher Romane und Erzählungen sowie kritische und herausgeberische Tätigkeit. Nach der Monographie zu Andrea Zanzotto, La costanza del vocativo (Mailand, 1992), kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem venetischen Dichter: So scheint Villalta 1999 (zusammen mit Stefano Dal Bianco und dem Autor selbst) als Herausgeber der Werkausgabe Zanzottos in der Klassikerausgabe „I Meridiani“ auf und betreut Zanzottos Aufsatzband Scritti sulla letteratura (Mailand, 2001). Villalta lebt und arbeitet als Gymnasiallehrer in Pordenone, ist Direktor des „Centro Studi P. P. Pasolini“ in Casarsa und künstlerischer Leiter des jährlich stattfindenden Festivals „Pordenonelegge“. |
Roberto Galaverni über Gian Mario Villalta:
Gian Mario Villaltas Dialektdichtung geht aus einer Kondition der sowohl sprachlichen wie geographisch-kulturellen Entwurzelung hervor, die auch ständig thematisiert wird, so lange bis sie selbst zum Wahrzeichen einer tieferen und unheilbaren Kondition der Unzugehörigkeit und der Dezentrierung des Seins wird. In diesem Sinn kommt der poetischen Rede Villaltas Schwellencharakter zu, baut sie doch zur Gänze auf der Abwesenheit der wichtigsten Elemente auf, welche die bedeutendsten Erfahrungen dialektaler Poesie in diesem Jahrhundert charakterisiert haben, sprich, um der „prinzipiellen Gegenüberstellung“ Pier Vincenzo Mengaldos zu folgen (...), zwischen einem „Dialektgebrauch, verstanden als kommunikative und gemeinschaftliche Öffnung zu einem introvertierten oder ,endophasischen’ Dialektgebrauch“, der in der Betrachtung und „Spezialisierung“ des Dialekts als „Sprache der Poesie“ gipfeln kann. Die sprachliche und psychologische Problematik Villaltas kann also nicht, was, immer noch nach Mengaldo, insgesamt, jedoch nicht ohne Vorbehalt für einen Großteil der Dialektpoesie des 20. Jahrhunderts Gültigkeit hat, als „Widerstands- oder Reaktionsphänomen“ betrachtet werden, „das vom Gegengesang über die offene Polemik bis hin zu den Hegemoniemodellen der gleichzeitigen Poesie in der Hochsprache und ihrer kulturellen und ideologischen Grundlage reicht“. In Wirklichkeit ist die Bilinguismussituation bei Villalta (in die Zweiteilung der eigenen dichterischen Produktion hinein verlängert) von einer Natur, daß sie jede Hierarchie und Existenzmöglichkeit der sogenannten Muttersprache auf den Kopf stellt und faktisch annulliert, womit folglich auch die Eventualität eines Rückgriffs auf den Dialekt als poetische Sprache par excellence eliminiert ist: als reine, an einen fernen und beinahe heiligen Ursprung gebundene oder, im Gegenteil, in einer wiedererkennbaren (wenn auch schützenswürdigen) Gemeinschaft verwurzelte Sprache, die Trägerin einer positiven Andersheit ist – nicht nur in sprachlicher, sondern auch in kultureller Hinsicht (wobei letztere Operation wahrscheinlich bei Pasolini in der quälenden Nostalgie nach der unwiederbringlichen Mutter-Erde den Punkt größter Unumkehrbarkeit erreicht hat). (“Gian Mario Villalta”, in: Nuovi poeti italiani contemporanei, 1996, Übersetzung T.P.)
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