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16. März 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Vittorio Sereni, 1913 in Luino (Lombardei) geboren, Literatur- und Philosophiestudium in Mailand. 1938 gehörte Sereni zu den Mitbegründern der Zeitschrift „Corrente“ und war Mitarbeiter von „Campo di Marte" und „Frontespizio“. 1941 erschien sein erster Gedichtband, Frontiera. Im zweiten Weltkrieg einberufen, wird er zunächst nach Griechenland, dann nach Sizilien geschickt. 1943 gerät er in Kriegsgefangenschaft und verbringt zwei Jahre in Gefangenenlagern in Algerien und Marokko. Diese Erfahrung geht direkt in sein zweites, Gedichte und Prosa verschränkendes Buch, Diario d’Algeria ein. Nach dem Krieg unterrichtete er und schrieb als Literaturkritiker für „Milano Sera“. 1965 publizierte er Gli strumenti umani, 1981 kommt bei Einaudi der Band Il musicante di Saint-Merry heraus, mit Übersetzungen von Pound, Char, Williams, Frénaud, Apollinaire, Camus, Corneille u.a. Im selben Jahr erscheint außerdem Stella variabile, mit dem Claudio Sereni im Folgejahr den Premio Viareggio gewinnt. Am 10. Februar 1983 stirbt Sereni in seiner Wahlheimat Mailand. |
Franco Fortini schreibt über dieses Gedicht:
Bewunderer, Freunde und Gegner gleichermaßen sehen in Sereni den Erben Montales. Auch ich war dieser Ansicht. Nicht so sehr aufgrund des Geflechts an Verweisen auf Montales Verse, die ganz unverhohlen daherkommen, gleichsam als Exorzißmen gegen die einzigen gefährlichen Einflüsse: die verborgenen. Eher trifft es zu in Hinblick auf ein Dichten im Zeichen der „leisen Erhabenheit“, das die wichtigsten existentiellen Themen mit sofort erkennbarem Inhalt zum Anlaß nimmt, und zwar mit Bildern und in einer Sprache von gemäßigt-gehobener Natur, immer mit einem ironischen Korrektiv und nahe daran, in Schweigen aufzugehen, aus Komplizenschaft oder aus Unmut. Und doch mit einem gewaltigen Unterschied: Beim späten Montale war die ironische Versifizierung der Kultur vom Skeptizismus zum Zynismus übergegangen, während sie bei Sereni vom leise Zurückgenommenen zum Metaphysischen aufsteigt. Mit seiner wunderbaren Wortlegion bewegt sich Sereni auf eine nach wie vor sehr ausgedehnte gesellschaftliche Adressatenschicht zu, größer als jene der Poesieliebhaber seiner Jugend. Es sind jene, die immer noch aus der Ethik, aus der Diskretion heraus kommunizieren; und das nicht nur in poetischer Hinsicht. Und es sind auch jene, die in der Dichtung, in der bestrickenden Elena der Dichtung (an die sie eine unauflösliche Umarmung bindet) wie in einem deutschen Kupferstich des frühen 16. Jahrhunderts einen Lemuren historischen Schreckens, „ein Idol“ (in diesem Fall, aber auch nur in diesem Fall, mit Goethe gehend), einen bloßen Anschein, eine „Schulter aus Luft“ zwar zu übersehen versuchen, zu vermuten jedoch gezwungen sind. („Verso il valico“, in: Nuovi saggi italiani, 1987, Übersetzung: T. P.)
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