Hier keine Kunst. Roman von Marc Degens.

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2. März 2008






italo.log
Die wöchentliche
Gedichtanthologie
aus Italien.

Herausgegeben
von Roberto Galaverni
und Theresia Prammer.
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04: Vittorio Sereni
03: Franco Fortini
02: Franco Loi
01: Eugenio Montale




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Gedichte aus
Lateinamerika
(2005-2008).
Herausgegeben
von Timo Berger
und Rike Bolte.
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Die Gedichtanthologie
(2003-2005).
Herausgegeben
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02:
Franco Loi


Läßt sich das Blatt berühren, das der Wind bewegt?
Ich berühre das Zittern, und vielleicht ist es nur ein Moment,
die Zeit, die ich berühre, von mir zeitlich weit.
Ach Augen, die im Schauen in das eigne Innre blicken!
Die Hände schmecken nach Luft, der Körper ringt mit dem Nichts.
Am Bein des Atems brechen sich die Wörter,
und die Luft steht still, beinahe um zu horchen.

(übertragen von Theresia Prammer)


La föia la se tucca in cör al vent?
Tucchi el tremà, e forsi l’è ’n mument,
el temp che tucchi, a mí luntan nel temp.
Oh öcc che nel vardà se vàrden dent!
I man san d’aria, el corp fa corp al nient.
A l’òss del fiâ se fèrmen i paròll,
e l’aria la se ferma, squasi a sent.

(Aus: Verna, 1997)


Franco Loi
©Giovanni Giovannetti/effigie

Franco Loi wurde 1930 in Genua geboren. Seit 1937 lebt er in Mailand, wo er die gängige Mundart begeistert und nachhaltig als Gedichtsprache adoptiert. In der Nachkriegszeit engagiert er sich im Rahmen der jungen kommunistischen Bewegung. Seit den 80er Jahren schreibt Loi für den Feuilleton der Zeitung «Il sole 24 ore», mit besonderer Rücksicht auf das Panorama der italienischen Dialektpoesie. Franco Loi ist, neben einigen Prosaveröffentlichungen, Verfasser zahlreicher Gedichtbände, darunter: I cart (Edizioni 32, 1973), Stròlegh (Einaudi, 1975, mit einer Einführung Franco Fortinis), Teater (Einaudi, 1978), der Vers-Roman L'Angel (Mondadori, 1981), der Abschnitte im genuesischen und emilianischen Dialekt aufweist), L’aria (Einaudi, 1981), Bach (Scheiwiller, 1986), Isman (Einaudi, 2002) und zuletzt Voci d’osteria (Einaudi, 2007). Im Jahr 2005 brachte der Verlag Einaudi, unter dem Titel Aria de la memoria, eine umfassende Auswahl aus seinem Gedichtwerk von 1973 bis 2002 heraus.
1965 tritt Loi erstmals als Dialektdichter an die Öffentlichkeit, und zwar mit einer äußerst individuellen und erfindungsreichen Variante des Mailändischen, in Gedichten, die einen mitunter unbarmherzigen, doch immer liebevollen Blick auf die menschliche und urbane Landschaft der Metropole werfen. Im „Teater“ (so der Titel eines Gedichtbandes aus den späten 70-er Jahren) der Dichtung Lois werden „Canto” und Chor, „Faktentreue” und Phantastereien in Einklang gebracht, orchestriert im Sinne einer bald zärtlichen, bald dramatischen Wiederbelebung historischer oder lebensweltlich-privater Momente. Die partikularistisch-universalistische Dialektdichtung von Franco Loi kann sich, vom Mündlichen ihren Ausgang nehmend und mit einer ausgeprägt episch-erzählerischen Komponente, auf karnevaleske und melancholische, jargonartige und idiolektale, unverhohlen expressionistische und ausholend lyrische Momente und Elemente berufen. „Das Ergebnis ist”, schreibt der Kritiker Pier Vincenzo Mengaldo, „ein Dialekt zum Quadrat, der nicht, der typischen Operation des Mundartdichters gemäß, dadurch legitimiert wird, daß ein eng umgrenzter und privilegierter, zurückgezogen-bescheidener Wirklichkeits-Raum geschaffen wird, sondern der als gleichsam totale Sprache fungiert, die in gefräßig-haptischer Manier alles das absorbiert, was sich in ihrem Umkreis bewegt“.




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