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30. März 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Fernando Bandini wurde 1931 in Vicenza (Veneto) geboren, wo er auch lebt. Bandini ist Autor zahlreicher Gedichtbände auf Italienisch, Lateinisch sowie im Dialekt seiner Heimatstadt Vicenza, u.a.: In modo lampante (1963), Per partito preso (1965), Memoria del futuro (1969), La mantide e la città (1979), Il ritorno della cometa (1985), Santi di Dicembre (1994), Meridiano di Greenwich (1998), Dietro i cancelli e altrove (2007). Fernando Bandini arbeitet als Dozent für Metrik und Stilistik an der Universität Padova und als Gastprofessor an der Universität Genf. Für seine neulateinischen Gedichte erhielt er mehrere Auszeichungen (Certamen Hoefftianum, Amsterdam sowie Certamen Vaticanum der „Fondazione Latinitas“). Als Verfasser essayistischer und kritischer Arbeiten ist Bandini, neben Texten zur Poesie des 20. Jahrhunderts (Pier Paolo Pasolini, Andrea Zanzotto...), mit Beiträgen zur Dialektproduktion des 16. Jahrhunderts hervorgetreten sowie mit einem vielbeachteten Kommentar zu Giacomo Leopardis Canti. |
Andrea Zanzotto über Fernando Bandini:
Neben Bandinis Arbeiten in einem relativ gleichmäßigen und stabilen Italienisch, scheinen seine rauhen und dunkelfunkelnden dialektalen Formen an etwas Gespenstisches, ja sogar Vampirisches zu gemahnen, bevölkern die Nächte mit kindlichen Gestalten, die Blutspuren hinterlassen in gefährlichen Spinnennetzen aus Schnee (...). Auch verwunschene Kinderreime bahnen sich ihren Weg in diese Stücke: Echos entfernter exorzistischer Kräfte, die jedoch nicht über die düstere Ahnung vom Untergang des Dialekts hinwegtäuschen können.
So gelangt man schließlich zum Mark, ebenso lebendig wie tot, sprich zum Lateinischen, das von Bandini auf so originelle Weise wiederaufgenommen wurde – was ihm nicht wenige Preise eintrug, beim „Hoefft“-Wettbewerb in Amsterdam zum Beispiel, oder auch die Auszeichnung des Certamen Vaticanum. (...) Bandini ist einer der wenigen lebenden Dichter, die ein wirklich umfassendes Bewußtsein für das haben, was sie tun (auch wenn er sich heute, in unserer Zeit, des Lateinischen bedient, welches das Siegel des Todes trägt und dennoch Indiz für ein neues Morgengrauen ist; kommt ihm doch, wie der Autor selbst feststellt, für uns Italiener den Stellenwert einer Grundierung des sprachlichen Unbewußten zu.) Und so hat die Freude, der Montale Ausdruck verlieh, als Bandini sein Gedicht La bufera aus dem gleichnamigen Band ins Lateinische übersetzte, ihre volle Berechtigung: jetzt fühle er sich sicher, sagte er, auch in zweitausend Jahren noch gelesen zu werden: was das Italienische, sein schwächerer Stammhalter, ihm nicht garantieren konnte. („Fernando Bandini“, in: Scritti sulla letteratura, 2001, Übersetzung: T. P.)
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