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18. Mai 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Emilio Villa, 1914 in Affiori (Mailand) geboren, starb 2003 in Rieti. Villa wirkte als Dichter, Altertums-Forscher, Philologe und Kunstkritiker und schuf, als herausragender Kenner der mesopotamischen, hebräischen, altgriechischen und lateinischen Sprache und Kultur, Übersetzungen sowohl der Bibel als auch von Homers Odyssee ins Italienische. Im Grenzbereich zwischen schablonensprengender Wortkunst und bildnerischer Tätigkeit realisierte er verbal-visuelle Werke, Plastiken, genreübergreifende und mehrsprachige Texte (z.B. Heurarium, 1961; Brunt H options, 1968; L’homme qui descend quelque: roman metamytique, 1974). Langjährige Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern wie Burri, Nuvolo, Parmiggiani u.a., Initiator von Kunstaktionen, Urheber von Collage-Büchern und Poesie-Objekten. Ein Großteil von Villas verstreuten und legendär unauffindbaren Schriften ist nach wie vor unpubliziert; der erste Band seiner Opere poetiche erschien 1989, herausgegeben vom Villa-Spezialisten und Weggefährten Aldo Tagliaferri, der auch eine Monographie zum Autor verfaßt hat (Il clandestino. Vita e opere di Emilio Villa, 2004). Aus dem Jahr 2000, herausgegeben von Aldo Tagliaferri und Cecilia Bello Minciacchi, datiert die Gedichtsammlung Zodiaco. Ebenfalls Cecilia Bello brachte mit Proverbi e cantico (Bibliopolis, 2004) eine erste, mit kundigem kritischem Kommentar versehene Auswahl aus Villas Bibelübertragungen heraus. |
Aldo Tagliaferri schreibt über dieses Gedicht:
Auf das ausgeprägte Interesse des Autors für die älteren Mythen der Kultur des Mittelmeerraums verweisen Geolatrica, bereits zu einem früheren Zeitpunkt in einer Ausgabe von 41 Exemplaren 1998 erschienen, und die zwei unveröffentlichten Gedichte namens Geolatria, die auf eine Reihe von Themen Bezug nehmen, die sich um die Figur der Gea drehen, die ihrerseits in gewisser Hinsicht an die Figur der Sybille anschließt, zieht man die Beziehungen gegenseitiger Abhängigkeit in Betracht, die zwischen diesen mythischen Elementen bestehen: das Hauptattribut von Delphi, sybillinischer Ort par excellence, ist „Nabel der Erde“, und Gea, das heißt die Mutter-Erde, Matrix von Energien, die nachkommende männliche Gottheiten vergeblich zu unterjochen oder zu verdrängen versuchen, ist auf der einen Seite Nahrung und Wachstum, auf der anderen indes schauerliches Dunkel und Rückkehr in die Unbewußtheit. Die Verwandtschaft zwischen den in Frage stehenden Mythologemen wirft auch ein Licht auf die Gründe für die in Geolatrica zutage tretende Ambivalenz in Bezug auf die angesprochene Gottheit, und somit auch auf die Herangehensweise dieser einzigartigen Hommage an die originäre Mutter-Materie, welche in launigem Ton anhebt, wie eine Reflexion über den Tod entwickelt wird und mit einem Annehmen der Endlichkeit beschließt [...]. (In: Zodiaco, 2000, Antologia a cura di Aldo Tagliaferri e Cecilia
Bello, Übersetzung: T. P.)
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