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20. April 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Sandro Penna wurde 1906 in Perugia geboren. Er lebte, mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts in Mailand als Angestellter in einer Buchhandlung, fast immer in Rom. Penna übte die verschiedensten Tätigkeiten aus: Buchhalter, Übersetzer, Lektor, Kunsthändler. Ab 1929 in Kontakt mit Umberto Saba, der Penna zum Schreiben ermuntert. 1938 Debut mit dem Band Poesie, es folgten Appunti (1950), Arrivo al mare (1955), Croce e delizia (1958) sowie der Prosaband Un po’ di febbre (1973). Mit der Sammlung Poesie, die 1957 bei Garzanti erschien, gewann Sandro Penna ein Jahr darauf den begehrten Premio Viareggio. 1970 kam mit Tutte le poesie die erweiterte Fassung der gesammelten Gedichte heraus. Sandro Penna starb 1977 in Rom. Kurz vor seinem Tod erschien der Band Stranezze (1976). |
Cesare Garboli über Sandro Penna:
Sandro Penna ist einer der größten italienischen Dichter des 20. Jahrhunderts: Ich sage nicht „der größte“, ganz einfach, weil ich keine Ranglisten mag. Penna war, in unserem Jahrhundert, der einzige italienische Dichter, der mit weit aufgerissener Kehle gesprochen hat, der klar sagte, was er wollte und wer er war, im Gegensatz zur mächtigen und schließlich dominanten Formel Montales der Negativität. Und folglich zum Preis eines Tonfalls der ständigen Herausforderung sowie einer irrsinnigen, systematischen Übertretung, die sich nicht auf das Homosexuellenthema reduzieren läßt. Man könnte das Werk Pennas mit einem Wort als „Reflexion über das Begehren” bezeichnen. [...] Die Größe Pennas – einzig in unserem Jahrhundert – liegt letztlich in einer radikalen und extremen Entscheidung begründet: Penna ist der einzige Dichter des (nicht nur italienischen) 20. Jahrhunderts, der niemals, in keinster Weise, Kompromisse eingegangen ist mit der ideologischen, moralischen, politischen, gesellschaftlichen oder intellektuellen Wirklichkeit der Welt, in der wir leben. Niemals, auch nicht für einen Moment, hat Penna sich auf diese Wirklichkeit eingelassen. Er focht sie nicht an, er protestierte nicht gegen sie. Vor den Ideen dieses Jahrhunderts hatte Penna vielmehr Respekt; doch es war der Respekt eines Forschers, der voll Neugier einem Kinderspiel zusieht. Penna hatte die Welt der Erwachsenen abgelehnt; er hatte sie abgelehnt als eine unbedeutende, ein wenig gewöhnliche, ein wenig klägliche Welt, eine Welt, die aus zwielichtigen Geschäften und offen zutageliegenden Eitelkeiten bestand, aus kleinlichen Ängsten und lächerlichen Machenschaften. Penna hatte sich geweigert, „der Wirklichkeit anzugehören”; das Wort, das bei ihm das Thema vorgibt, ist „Leben”. Ob diese Wahl heroisch war, inwiefern klug und weitsichtig, das wird die Nachwelt entscheiden: „sofern es“ – so Penna, vor sich hinmurmelnd [...], mit dem kindlichen Stolz desjenigen, der einen gefährlichen Gedanken ausspricht – „sofern es eine Nachwelt geben wird’.” (In: Sandro Penna, Poesie, 1989; Vorwort von Cesare Garboli, Übersetzung: T. P.)
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