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9. März 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Franco Fortini (Pseudonym für Franco Lattes), wurde 1917 in Florenz geboren, wo er auch studierte. Franco Fortini war Autor, Kritiker, politischer Denker, Übersetzer (Goethe, Artaud, Proust, Brecht, Kafka usw.), Verlagsbeauftragter und Professor für Literaturkritik an der Universität Siena. Er starb 1994 in Mailand. Zahlreiche Lyrikbände seit den frühen 50er Jahren, z. B.: Foglio di via e altri versi (Torino, 1946), Agonia di Natale (Torino, 1948), Dieci inverni (1947-1957) (Milano, 1957), Poesia ed errore (1937-1957) (Milano, 1959), Verifica dei poteri (Milano, 1965), L'ospite ingrato (Bari, 1966), I cani del Sinai (Bari, 1967), Composita solvantur (Torino, 1995), Il ladro di ciliege (Torino, 1983), Composita solvantur (Torino, 1994). In deutscher Übersetzung bislang erschienen: 1963 der Band Poesie, aus dem Italienischen von Hans Magnus Enzensberger sowie 2002 Composita Solvantur, deutsch von Manfred Bauschulte. |
Roberto Galaverni schreibt über dieses Gedicht:
Charakteristisch für Fortini ist die ständige wechselseitige Durchdringung von Dichter und Kritiker. Im vorliegenden Fall entspricht der ausgebliebenen Nähebeziehung zu Sabas Versen das umfassende Verkennen und die Entfernung von seiner Dichtung. Die Erinnerung schweift zu einem Saba-Vers, doch es fehlt eine Silbe. Die Rechnung ist nicht aufgegangen, geht immer noch nicht auf. Silbe – Saba: diese Silbe (sillaba) enthält, buchstäblich, den ganzen Dichter. Wie viele Jahre es mir schwer fiel, ihn zu lieben, schreibt Fortini; zugleich – so läßt es sich wohl lesen – Saba und seinen Vers, die Saba-Silbe verfehlend. So hat dieses doch etwas von einer Schranke, die sich zwischen Fortini und den spezifischen Wirklichkeitshorizont schiebt, von dem Sabas Dichtung herrührte. Fortini kann gar nicht anders, als sich gegen Vers und Dichtung Sabas zu verschließen, wenn er die Wirklichkeit, der dieses poetische Wort Ausdruck gibt, nicht zu begreifen oder zu deuten vermag. Sagen wir also: Saba zu begegnen, durch das Auffinden der fehlenden Silbe den exakten Vers und zugleich die Dichtung Sabas zu erkennen, käme dem Nachvollzug der Wahrheit des anfänglichen Bildes gleich und somit jener primären Wirklichkeits-Ebene, jener elementar lebensnahen Ebene, die in der neueren italienischen Dichtung vor allem mit Saba gleichgesetzt wird. Im Grunde, so könnte man einwenden, eine geläufige Konstellation für einen Dichter, und eine Errungenschaft in Sachen Anschauung oder Erkenntnis hat nur dann Bestand, wenn sie mit der Errungenschaft eines bestimmten Verses einhergeht. Doch es liegt auf der Hand, daß diese Wechselseitigkeit bei Saba nicht nur mehr als bei jedem anderen zwingend ist, sondern als Kondition seiner Dichtung tout court gesetzt werden kann. Löst man sie aus dieser grundlegenden Verklammerung heraus, wird seine Poesie unverständlich wie sonst kaum eine, ihrer Legitimität und inneren Notwendigkeit beraubt. Gerade darum kann die Entdeckung des Saba’schen Verses und seiner Richtigkeit-Berechtigung für den gealterten Fortini nicht unabhängig von einer neuen Durchdringung der Wirklichkeit (oder gar, diesmal auch bei ihm, des Daseins) erfolgen. Welche Tragweite und welche umfassende Bedeutung auch immer man ihr geben will: Fortinis Kon-version (das plötzliche Zusammenstimmen mit dem Saba’schen Vers) muß auf der ganzen Linie als Konversion verstanden werden (Bekehrung eines Menschen, in diesem Fall zu einer bestimmten Lebensweise, einem bestimmten Lebensvers).
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