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17. August 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 46: Adriano Spatola 45: Dario Bellezza 44: Tonino Guerra 43: Luciano Erba 42: Jolanda Insana 41: Mario Luzi 40: Primo Levi 39: Valerio Magrelli (2) 38: Paolo Volponi 37: Alda Merini 36: Pier Paolo Pasolini (2) 35: Patrizia Valduga 34: Aldo Nove 33: Raffaello Baldini 32: Maurizio Cucchi 31: Piero Bigongiari 30: Andrea Zanzotto (2) 29: Gerhard Kofler 28: Remo Pagnanelli 27: Andrea Gibellini 26: Fabio Pusterla 25: Michele Sovente 24: Anna Maria Carpi 23: Gian Mario Villalta 22: Edoardo Sanguineti 21: Roberto Roversi 20: Patrizia Cavalli 19: Giuseppe Conte 18: Giovanni Giudici 17: Valerio Magrelli 16: Giorgio Caproni 15: Andrea Zanzotto 14: Attilio Bertolucci 13: Emilio Villa 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Fabio Pusterla wurde 1957 in Mendrisio geboren und lebt zwischen Albogasino und Lugano, wo er am Gymnasium unterrichtet. Er veröffentlichte bislang fünf Gedichtbände: Concessione all’inverno (Bellinzona, 1985), Bocksten (Milano, 1989), Le cose senza storia (Milano, 1994), Pietra sangue (Milano, 1999), Folla sommersa (Milano, 2004). Fabio Pusterla ist Übersetzer Philippe Jaccottets ins Italienische und Herausgeber einer italienischen Anthologie französischer Gegenwartspoesie (Nel pieno giorno dell’oscurità. Antologia della poesia francese contemporanea; Milano, 1999). Umgekehrt wurden auch seine Werke ins Französische übersetzt, insbesondere die anthologischen Sammlungen: Me voici là dans le noir (übersetzt von Mathilde Vischer, Lausanne, 2001) und Une voix pour le noir (übersetzt von M. V., Vorwort von Philippe Jaccottet; Lausanne 2001). Auf Deutsch erschien der von Hanno Helbling übersetzte Band Solange Zeit bleibt / Dum vacat, mit einem italienischen Nachwort von Massimo Raffaeli, Zürich, 2002). Pusterlas kritische Aufsätze wurden zuletzt in der Sammlung Il nervo di Arnold. Saggi e note sulla poesia contemporanea (Milano, 2007) zusammengefaßt. |
Massimo Raffaeli über Pietra sangue:
In diesem Buch, übervoll mit Bildern und Gelegenheiten, kommt auf höchstem Niveau genau das zu seinem Recht, was dem Dichter zu Beginn seiner Laufbahn im Großen und Ganzen verschlossen war, nämlich das Zwiegespräch. Zum reinen Gegebensein der Dinge und Fakten zurückgekehrt, vertrauen sich die Wörter dem „du“ oder „ihr“ eines Chors an, dem solcherart auch der ethischen Pakt übertragen wird, der zwischen der Stille und der Kläglichkeit der Zeichen geschlossen worden war. Das bedeutet, daß der wiedergefundene Leser ganz und gar nicht jener der Konvention des 20. Jahrhunderts ist; wird er doch eher zum Hüter und Vollzugsorgan lebendiger Korpuskel, der Trägheit des raum- zeitlichen Fließens entrissen. Angehalten, das semiotische Dreieck zu vollenden, obliegt es dem Leser, sie aufzubewahren, und zwar nicht wie eine müßige Gabe (...), sondern wie ein Pfand, ein memento, einen Appell zu gegenseitiger Rettung. Man denke an ein Bild – so eindringlich, daß es beinahe an eine Legende gemahnt – wie jenes der hundertjährigen Großmutter, die auf dem Balkon vor sich hindeklamiert, ohne sich je um Swatch-Uhren oder das dritte Jahrtausend gekümmert zu haben (...), in einem Augenblick, da alles andere ausgelöscht scheint (dem Wind überantwortet, dem leeren Gefasel oder dem Nichts): die ganze gemütliche Barbarei der uns anvertrauten Existenz. („Allegoria e storia“, in: Solange Zeit bleibt / Dum vacat, Übersetzung: T. P.)
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