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4. Mai 2008 italo.log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Italien. Herausgegeben von Roberto Galaverni und Theresia Prammer. » Kontakt » Zum Geleit ... 12: Giampiero Neri 11: Giovanni Raboni 10: Amelia Rosselli 09: Sandro Penna 08: Antonella Anedda 07: Pier Paolo Pasolini 06: Fernando Bandini 05: Milo de Angelis 04: Vittorio Sereni 03: Franco Fortini 02: Franco Loi 01: Eugenio Montale satt.org-Links: Latin.Log Gedichte aus Lateinamerika (2005-2008). Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Giovanni Raboni wurde 1932 in Mailand geboren, wo er auch lebte. Nach seinem Jura-Studium war er als Rechtsberater sowie im Verlagswesen tätig. Langjähriger Mitarbeiter zahlreicher Zeitschriften (“aut aut”, “Paragone” etc.). Zwischen 1976 und 1982 gab er die Reihe “Quaderni della Fenice” bei Guanda heraus, in späterer Folge noch zwei weitere Poesiereihen bei den Verlagen Marsilio und Scheiwiller. Intensive journalistische Tätigkeit, zunächst als Filmkritiker, schließlich als Literatur- und Theaterkritiker z. B. für den Mailänder “Corriere della Sera”. Debüt 1961 mit Il catalogo è questo. Weitere wichtige Lyrikbände (Auswahl): Cadenza d’inganno (1975), A tanto caro sangue (1988), Ogni terzo pensiero (1993), Quare Tristis (1998), Barlumi di storia (2002). Daneben Autor von Übersetzungen, vor allem aus dem Französischen: Neben Werken von Flaubert, Racine und Baudelaire (I fiori del male) übertrug Raboni die gesamte Recherche ins Italienische. Giovanni Raboni starb 2004 in Fontanellato (Provinz Parma). |
Giovanni Giudici über Giovanni Raboni:
Die letzten Bücher von Giovanni Raboni, Dichter in dem Intelligenz und Erbe bürgerlicher Neigungen und Leidenschaften sowie ein Erfahrungs-Schatz als Schreibender, der seinesgleichen sucht, auf glückliche Weise zusammenkommen, erscheinen als überzeugende Aufforderung zum Sicheinlassen auf jene Ordnung dichterischen Ausdrucks, die unter der Bezeichnung „geschlossene Form“ firmiert und diesem Autor gestattet, die starken Themen seines früheren Wirkens zu einer neuen und noch deutlicher artikulierten Einheit zu verknüpfen: die privaten „Agonien”, das öffentliche Engagement, die Gnade der Körper, die Kultur der Gefühle. Als „mailändischer“ (ja „ambrosianischer“ mehr als „lombardischer“) Dichter, mit dem ganzen Inventar von Vorteilen, den diese Etikettierungen mit sich bringen, trägt Raboni das Erbe einiger seiner großen Modelle sehr fest auf den Schultern: des geliebten Manzoni, Parinis und, uns heute noch näher, des großen Tessa. [...] Im ersten Teil von Ogni terzo pensiero wechseln prosodische Versmaße wie Achtsilbler, Siebensilbler und sogar Sechssilbler einander ab, streng ins Schema des Sonetts eingebunden, das, im dritten und „engagiertesten“ Teil, waghalsig elfsilbig wird. Und der ironische Gebrauch gewisser Formvorgaben sollte einem dabei keineswegs entgehen: Raboni entzieht sich der „poetischen Falle“, und zwar nicht mittels einer Pseudoprosa, sondern auf dem Weg eines ganz offensichtlichen, beinahe ausgestellten „Hyperpoetischen”. Mit dem, übrigens ausschlaggebenden, Resultat, dadurch einer ständigen syntaktischen „Drehung” Vorschub zu leisten: nicht selten pour la rhyme, doch noch öfter, um im Inneren des Texts all jene Anlässe zu „Kampf” (Tynjanov), „Widerstreit”, Spannung-Entfremdung zu vermehren sowie zu einer Rede, die „rich and strange“ ist, Anlässe, die angetan sind, einer poetischen Sprache Identität, Dauer und Daseinsgrund zu verleihen, in der Hellsichtigkeit eines auch politischen “Raisonnierens” über die traurige Unmittelbarkeit unserer Zeit. (Rezension zu Ogni terzo pensiero, 1993)
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