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26.11.2006


Latin.Log
Die wöchentliche
Gedichtanthologie
aus Lateinamerika.

Herausgegeben
von Timo Berger
und Rike Bolte.

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» Stimmen zum Latin.Log

125: Ezequiel Zaidenwerg
124: Antonio José Ponte
123: Gabriel Calderón
122: Silvana Franzetti
121: Víctor Rodríguez Núñez
120: Eduardo Fariña
119: Diego Palmath
118: Jennifer Adcock
117: Edgardo Dobry
116: Chico César
115: Diana Lichy³
114: Rafael Muñoz Zayas³
113: Kattia Piñago Pinto³
112: Eduardo Mariño³
111: Daniel García Helder
110: María Medrano
109: Minerva Reynosa³
108: Margarita-Sayak
         Valencia Triana

107: Fabiano Calixto
106: Luis Felipe Fabre³
105: Marília Garcia
104: Sergio Cohn
103: Ademir Assunção
102: Gustavo Barrera Calderón
101: Paula Bustos
100: Silvio Mattoni
99: Mayra Santos-Febres
98: Natalia Molina
97: Patricio Grinberg
96: Arnaldo Antunes
95: Víctor Hugo Díaz
94: Alan Mills
93: Benjamín Chávez
92: Omar Pimienta
91: Carolina O. Fernández
90: Carlito Azevedo²
89: Lalo Barrubia²
88: Andrés Anwandter
87: Andi Nachon
86: Carolina Jobbágy³
85: Laura Lobov
84: Luisa Fernanda Lindo
83: Camilo Venegas
82: Malú Urriola
81: Lizardo Cruzado
80: León Félix Batista
79: Carlos Vicente Castro
78: Amaranta Caballero Prado²
77: César Zapata
76: Julio Espinosa Guerra³
75: Luis Manuel Pérez-Boitel
74: Rannel Báez
73: Mirtha Núñez
72: Aníbal Cristobo
71: Pablo Paredes
70: Ylonka Nacidit-Perdomo
69: Rocío Silva Santisteban
68: Marcia Mogro
67: José Eugenio Sánchez³
66: Roberta Iannamico
65: Verónica Viola Fisher
64: Juán Desiderio
63: Carlos Soto
62: Bruna Beber
61: Yanko González³
60: Mario Meléndez
59: Laura Wittner
58: Rery Maldonado
57: Edwin Madrid
56: Martín Rodríguez
55: Hernán Bravo Varela
54: Roxana Páez
53: Isabel Matta Bazán
52: Santiago Llach
51: Paúl Puma²
50: Raúl Hernández
49: Domingo de Ramos³
48: Leandro Beier
47: Alberto Basabe González
46: Camila do Valle
45: Victoria Guerrero
44: Enrique Bernales
43: Angélica Freitas²
42: Cristóbal Zapata
41: Aleyda Quevedo Rojas
40: María Paz Levinson
39: Elizabeth Robles
38: Damián Ríos²
37: Víctor López Zumelzu
36: Rocío Cerón¹
35: Luis Chaves
34: Héctor Hernández²
33: Andrea Cote Botero²
32: Dani Umpi¹
31: Inés Pereira
30: Jazmina Caballero
29: Ezequiel Alemian
28: Martín Gambarotta
27: Laura Erber
26: Ricardo Domeneck¹
25: Miguel Ildefonso²
24: Martín Prieto
23: Paula Ilabaca²
22: Jessica Freudenthal²
21: Montserrat Álvarez³
20: Guilherme Zarvos
19: Marina Mariasch
18: Diego Ramírez
17: Gladys González¹
16: Elma Murrugarra
15: Pablo Carvajal
14: Lorenzo Helguero
13: Susana Szwarc
12: Cecilia Pavón
11: Fabian Casas¹
10: Nora Méndez¹
09: Aurora Arias¹
08: Washington Cucurto²
07: Douglas Diegues¹
06: Liliana Alemán
05: Julián Herbert¹
04: Lucía Bianco
03: Roxana Crisólogo¹
02: Germán Carrasco¹
01: Sergio Raimondi¹


⁴ Zu Gast auf der Latinale 2009
³ Zu Gast auf der Latinale 2008
² Zu Gast auf der Latinale 2007
¹ Zu Gast auf der Latinale 2006

Die Rechte an den Texten liegen, soweit nicht anders gekennzeichnet, bei den jeweiligen Autoren.


Latin.Log empfiehlt:
» las elecciones afectivas [Argentinien]
» las elecciones afectivas [Bolivien]
» as escolhas afectivas [Brasilien]
» las afinidades electivas [Chile]
» letras.s5 [Chile]
» las afinidades electivas [Ecuador]
» las afinidades electivas [Mexico]
» urbanotopía [Peru]
» las elecciones afectivas [Uruguay]



satt.org-Link:
Lyrik.Log
Die Gedichtanthologie
(2003-2005).
Herausgegeben
von Ron Winkler.

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49:
Domingo de Ramos


ICH BIN KEIN GANGSTER

Ich fahre es gibt kein zurück ich fahre
ich fahre mit diesem schwarzen von senkrechtem licht durchtränkten bus
ich fahre mit diesem vulgären schiff plötzlich auf dem Anydrus
geh’ ein in ihn wie eine sengende sonde die die nephrolithen die steine das heftpflaster
die diese riesenstadt bedecken wie einen verlassenen körper
nicht schöner und nicht hässlicher macht
Ich fahre mit diesem schwarzen bus und es gibt weder kinder noch hunde die ich mitnehmen könnte
ich quere das meer im gleichgewicht gleich einer gut gewognen feder gleich einem
asteroiden in dem meine samen schweben schwarze schwerkraftpolierte samen
ich fahre gegen mich selbst mit diesem schwarzen bus er fesselt mich gebeutelt
verbogen haltlos in handschellen führt er mich über den Styx wie einen uneinsichtigen abgeurteilten wie
einen straßendealer
Ich bin entleert ich bade an den alten küsten von Amaurotum ich bin ein sklave
des fürsten Ademus wo man mir eine kapuze überstülpt
Erbarmungslos weil ich eine andre sprache spreche weil ich liegend bete weil ich
Archaisch schwitze und von einem turm hinabschrei’ Kann ich in ruhe weiterfahrn und
spray über durchsichtig graue wellen hauchen mich einnebeln und den pfeilen folgen
die die luft die flüssigen wege beschmutzen im tauben rauschen der wogen?
Kann ich diese erde bereisen von innen heraus gut gelaunt klein wie ein wurm konzentriert und rund
erde die nicht erde ist die nicht himmel ist von der ich nicht weiß was sie ist außer einigen
masten und häusern ich lass’ sie hinter mir wie das leben das nicht vorausläuft sondern hinterher nichts sehend und mich an nichts erinnernd?
Ich fahre mit diesem schwarzen bus am steuer betrachte ich meine fahrgäste im rückspiegel
ich allein begrüß’ sie jeden morgen wenn sie warten und den kuppenlosen finger heben und
einsteigen als entschuldigten sie sich sie sind so schwer dass sich die reifen senken wegen ihrer
wünsche weißer als ihre knochen als ihr strubbliges haar die straßen
verschlafen sie und sie sabbern an die windschutzscheibe den spiegel wo sie
nichts als die blechlandschaft betrachten muschelhornbläser aus blei zerbersten ihr trommelfell wie
am tag des jüngsten gerichts sie verehren den gott Tunapa weil sie einst
rebellen waren aber jetzt sind sie bürokraten die ich an ihr ziel bringe so als ob
es hier läge in diesem schwarzen babelbus sodombus gomorrhabus der
stillsteht vor einem baum wie ein hund der auf seine wurzeln pisst gegen jene hauswand wo
die huren mit ihren stöckelschuhen küchenschaben und schmetterlinge zertreten
ich denke an Marcel Duchamp an seinen Akt der die Treppe herabsteigt an
dieses vergewaltigte mädchen mit dem dicken bauch ich nehm’ es mit wie der gute samariter der ich
nicht bin die nacht kennt keinen unterschied denn bei mir steht der mörder in uniform
der korrupte beamte und der satrap Diese seelen nehm’ ich mit ich hab’ sie mir
übergezogen wie ein sakko bei tempo 150 bei beliebiger geschwindigkeit
bei nacht ohne feste ltestelle mit ihren gesichtern vom winde verweht und ihren
herzschlägen die die sitze erbeben lassen Ich bringe sie zu ihren oikoi zum loch
vielleicht werde ich sie niemals wiedersehn das ist nicht mehr wichtig sie steigen aus sie steigen aus und ich fühl’ mich erleichtert
wie nach dem stuhlgang und das chanson der Piaf kündet mir vom neuen tag
Ich atme den nebel ich binde fest und stecke in flammen was mir noch bleibt Von dieser langen Fahrt die
eben erst beginnt oder kläglich endet
Ich bin sanfter geworden jede fahrt ist ein verlust eine nostalgische anwandlung eine widmung an
meinesgleichen eine prophylaxe ein freundschaftlicher verschleiß ein besäufnis ein kuss
ich meide den tod ein schmerz an den fingern und zähnen
Jedes einzelne meiner körperglieder ist einsam einsam als wollte es versuchen
eine grube zu graben und sie mit meinem körper zu füllen Jeder tag ist eine neue ansteckende
krankheit Lust die gladiolen deines munds zu zerhacken zu zerschmettern und
lust meine unlust zu verbrennen zu fotografiern und lust ans lenkrad zu treten und alles zu versenken
Mein kopf kann nicht halluzinieren er brummt wie verrückt die schuld einer frau Ich atme
erneut nach 12 stunden atme ich erneut eine landschaft am
nullpunkt geduscht wie ein destillierter stein Ich rutsche tiefer in den sitz und trete aufs
gaspedal lege den schaltknüppel um Die welt bewegt sich rollt über andere körper hinweg
wie ein flüchtiger hauch verkrieche ich mich in den weichen bezug Ich weiß nicht mehr was tun der
schweif dringt wie ein laserstrahl ins auge Und kein vogel erinnert mich daran
ihn dereinst unberührt gesehn zu haben von einem feuernden panzer aus
Ich fahre es gibt kein zurück ich fahre Ich gehe dahin verflucht verdammt und entführt
Die toten fahren fahren die toten?

(Übertragen von Marco Thomas Bosshard)


YO NO SOY UN GÁNSTER

Viajo irreversiblemente viajo
viajo en esta combi negra empapada de luz vertical
viajo súbitamente en esta nave pedestre en el río Anidre
por donde me interno como sonda abrasadora que no embellece
que no embrutece los cálculos las piedras el emplasto con que se cubre
esta enorme ciudad como un cuerpo abandonado
Viajo en esta negra combi y no hay niños ni perros a quien cargar ni llevar
cruzo el mar equilibrado como una pluma debidamente pesada como un
asteroide donde viajan mis semillas mis negras semillas pulidas por la gravedad
viajo contra mi mismo en esta negra combi que me ata y me lleva abolsado
acucharado en vilo esposado que cruza el Estigia como un reo contumaz como
un pastelero de esquina
Estoy derramado me baño en las viejas costas del Amaurote soy un esclavo
Del príncipe Ademus donde me encapuchan
Intolerablemente por hablar otro idioma por orar echado por sudar
Arcaicamente y gritar desde una torre ¿Puedo viajar tranquilamente aspirando
spray sobre las pardas ondas transparentes ennublarme y seguir las flechas
que manchan el aire los líquidos caminos al sordo rebramar de sus olas?
¿Puedo viajar desde dentro vermiforme pajita concentrado y redondo por esta
tierra que no es tierra que no es cielo que no sé que puede ser salvo unos
postes y casas que dejo atrás como la vida que no se adelanta sino se atrasa sin
verlo más sin recordarlo más?
Viajo en esta negra combi al volante mirando por el retrovisor a mis pasajeros
que solo yo los saludo cada mañana cuando toman y alzan el dedo sin yema y
se suben como pidiendo disculpas tan pesados que hunden las llantas por sus
deseos más blanco que sus huesos que sus enredados pelos en las carreteras
que las pasan durmiendo embabando el parabrisas el espejo donde no miran
sino el paisaje de lata con pututeros de plomo reventando sus tímpanos como
en el juicio final reverenciando al Dios Tunapa porque en un tiempo fueron
rebeldes mas ahora son unos burócratas que yo conduzco a su destino como si
lo tuvieran en esta negra combi babélico sodomista gomorrista que se detiene
contra un árbol como un perro para orinar en sus raíces en esa pared donde
las putas revientan las cucarachas y las mariposas con sus zapatitos de punta
mientras recuerdo a Marcel Duchamp con su Desnudo bajando una escalera a
esta chica violada y panzona que recojo como un buen samaritano pero no lo
soy la noche no hace distingos porque a mi costado está el asesino de
uniforme el coimero y el sátrapa Estas almas que me los llevo que me los he
puesto yo como un saco a 150 kilómetros por hora a una velocidad cualquiera
sin paradero fijo nocturnal con sus rostros arrandados por el viento y sus
palpitaciones que remueven los asientos Los llevo a sus oikos al hoyo donde
tal vez jamás los vea ya eso no importa bajan y bajan y me estoy aliviando
como si estuviera defecando y la canción de la Piaf me anuncia un nuevo día
Respiro la bruma amarro y flameo lo que queda de mi De este largo viaje que
recién empieza o que termina miserablemente
Me he ablandado cada viaje es una pérdida una nostalgia una dedicación a
mis semejantes una profilaxia un desgaste amical una borrachera un beso
esquivo la muerte un dolor a los dedos y a las muelas
Cada uno de mis miembros están solitarios solitarios como ensayando para
cavar una zanja y rellenarlo con mi cuerpo Cada día es una enfermedad nueva
y virulenta Y hay ganas de hachar y martillar los gladiolos de tu boca y hay
ganas de quemar fotografiar mi desgano y hay ganas de ir al volante y hundirlo todo
Mi cabeza no puede alucinar hierve corruptamente por una mujer Respiro
nuevamente después de las 12 horas respiro nuevamente sobre un paisaje en
cero duchado como una piedra destilada Me arrimo al asiento toco el
acelerador y jalo la palanca El mundo se mueve rueda sobre otros cuerpos
como un soplo volátil me adentro en sus muelles forros Ya no sé qué hacer la
cuerda pandeada se estira como un láser en el ojo Y ninguna ave me recuerda
haberla visto virgen desde una tanqueta que dispara
Viajo irreversiblemente viajo Me estoy yendo totalmente maldito y secuestrado
¿Los muertos viajan viajan los muertos?

Domingo de Ramos wurde 1960 in Ica, Peru, geboren. Von 1982 bis 1984 gehörte er der Dichtergruppe „Kloaka“ an. Veröffentlicht wurde von ihm: „Arquitectura del espanto“ (1988) „Pastor de perros“ (1993), „Luna cerrada“ (1995), „Osmosis“ (1996) (ausgezeichnet mit dem Preis “ Copé de poesía de Petroperú“), “Las Cenizas de Altamira“ (1999) und „Erótika de Klase“ ( ausgezeichnet mit dem „Premio de poesía erótica de la embajada de España y del Centro Cultural de España“). Domingo de Ramos verfasst in erster Linie Lang-Gedichte.
Domingo de Ramos