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3.2.2008
Latin.Log Die wöchentliche Gedichtanthologie aus Lateinamerika. Herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte. » Kontakt » Stimmen zum Latin.Log 111: Daniel García Helder 110: María Medrano 109: Minerva Reynosa 108: Margarita-Sayak Valencia Triana 107: Fabiano Calixto 106: Luis Felipe Fabre 105: Marília Garcia 104: Sergio Cohn 103: Ademir Assunção 102: Gustavo Barrera Calderón 101: Paula Bustos 100: Silvio Mattoni 99: Mayra Santos-Febres 98: Natalia Molina 97: Patricio Grinberg 96: Arnaldo Antunes 95: Víctor Hugo Díaz 94: Alan Mills 93: Benjamín Chávez 92: Omar Pimienta 91: Carolina O. Fernández 90: Carlito Azevedo* 89: Lalo Barrubia* 88: Andrés Anwandter 87: Andi Nachon 86: Carolina Jobbágy 85: Laura Lobov 84: Luisa Fernanda Lindo 83: Camilo Venegas 82: Malú Urriola 81: Lizardo Cruzado 80: León Félix Batista 79: Carlos Vicente Castro 78: Amaranta Caballero Prado* 77: César Zapata 76: Julio Espinosa Guerra 75: Luis Manuel Pérez-Boitel 74: Rannel Báez 73: Mirtha Núñez 72: Aníbal Cristobo 71: Pablo Paredes 70: Ylonka Nacidit-Perdomo 69: Rocío Silva Santisteban 68: Marcia Mogro 67: José Eugenio Sánchez 66: Roberta Iannamico 65: Verónica Viola Fisher 64: Juán Desiderio 63: Carlos Soto 62: Bruna Beber 61: Yanko González 60: Mario Meléndez 59: Laura Wittner 58: Rery Maldonado 57: Edwin Madrid 56: Martín Rodríguez 55: Hernán Bravo Varela 54: Roxana Páez 53: Isabel Matta Bazán 52: Santiago Llach 51: Paúl Puma* 50: Raúl Hernández 49: Domingo de Ramos 48: Leandro Beier 47: Alberto Basabe González 46: Camila do Valle 45: Victoria Guerrero 44: Enrique Bernales 43: Angélica Freitas* 42: Cristóbal Zapata 41: Aleyda Quevedo Rojas 40: María Paz Levinson 39: Elizabeth Robles 38: Damián Ríos* 37: Víctor Manuel López Zumelzu 36: Rocío Cerón** 35: Luis Chaves 34: Héctor Hernández* 33: Andrea Cote Botero* 32: Dani Umpi** 31: Inés Pereira 30: Jazmina Caballero 29: Ezequiel Alemian 28: Martín Gambarotta 27: Laura Erber 26: Ricardo Domeneck** 25: Miguel Ildefonso* 24: Martín Prieto 23: Paula Ilabaca* 22: Jessica Freudenthal* 21: Montserrat Álvarez 20: Guilherme Zarvos 19: Marina Mariasch 18: Diego Ramírez 17: Gladys González** 16: Elma Murrugarra 15: Pablo Carvajal 14: Lorenzo Helguero 13: Susana Szwarc 12: Cecilia Pavón 11: Fabian Casas** 10: Nora Méndez** 09: Aurora Arias** 08: Washington Cucurto* 07: Douglas Diegues** 06: Liliana Alemán 05: Julián Herbert** 04: Lucía Bianco 03: Roxana Crisólogo** 02: Germán Carrasco** 01: Sergio Raimondi** * Zu Gast auf der Latinale 2007 ** Zu Gast auf der Latinale 2006 Die Rechte an den Texten liegen, soweit nicht anders gekennzeichnet, bei den jeweiligen Autoren. Latin.Log empfiehlt: » las elecciones afectivas [Argentinien] » las elecciones afectivas [Bolivien] » as escolhas afectivas [Brasilien] » las afinidades electivas [Chile] » letras.s5 [Chile] » las afinidades electivas [Ecuador] » las afinidades electivas [Mexico] » urbanotopía [Peru] » las elecciones afectivas [Uruguay] satt.org-Link: Lyrik.Log Die Gedichtanthologie (2003-2005). Herausgegeben von Ron Winkler. |
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Latinale Katalog 2007
![]() 100 Seiten, € 8,00 (zzgl. € 1,50 Versand) Jetzt erhältlich bei SuKuLTuR Nach der Höhe 3 13469 Berlin |
die feile aus horn
ich öffne und schließe den verschluss meines manikür-etuis
und schon ruft sie wieder an
verlangt die feile mit dem griff aus horn zurück.
doch die bekommt sie nie mehr
nicht wegen der feile
sondern wegen der aufwühlenden geschichte
wegen der vielen tränen die zu brei
wurden mit der späne meiner nägel
den griff umklammert, um weitere tränen abzuwehren
den blick stur auf den gefeilten nagel gerichtet, um
ihr nicht zu zeigen dass ich weine.
sie weiß das.
deshalb ruft sie an
und verlangt sie zurück.
sie will diese feile
sie will meine feile.
sie will dass ich nicht länger ihren griff aus horn
anschaue
sie will dass ich sie anschaue
aber ich werde sie nicht anschauen.
diese verdammte feile, sagt sie zu mir
diese verdammte feile ist nichts wert.
ich weiß das.
ich weiß das.
ich werd’ ihr diese verdammte feile nicht geben
ihr, die mal meine freundin war
und mich jetzt anruft
um meine verdammte feile
zurück zu verlangen
mit dem griff aus horn
die keine drei pesos wert ist
und die mir gehört
denn sie hat sie mir geschenkt
denn sie hat sie für mich gekauft
zu meinem geburtstag
sie hat keine ahnung was es bedeutet 23 zu werden!
nun lauf’ ich los
um dieses gedicht zu veröffentlichen
in der zeitschrift, die gerade in ist
damit alle meine freundinnen wissen
dass sie meine feile mit dem griff aus horn
zurück verlangt.
lima de carey
abro y cierro el cierre de mi bolsito manicure
y vuelve a llamar ella
reclamándome la lima de mango de carey.
jamás se la voy a dar
no por la lima
sino por la historia sentimental
por tantas lágrimas que hicieron
barro con el polvillo de mis uñas
apretando el carey, para evitar otra lágrima
y mirar fijamente la uña limada, para
no demostrarle que estoy llorando.
ella sabe.
por eso llama
y la reclama.
ella quiere esa lima
ella quiere mi lima.
ella quiere que yo deje de mirar su mango
de carey
ella quiere que la mire a ella
pero no la voy a mirar.
esa lima de mierda, me dice ella
esa lima de mierda no vale nada.
yo sé.
yo sé.
no le voy a dar esa lima de mierda
a esa que era mi amiga
y que ahora me llama
reclamándome
esa lima de mierda
de mango de carey
que no vale ni tres pesos
y que es mía
porque ella me la regaló
porque ella la compró para mí.
para mi cumpleaños
ella no tiene idea de lo que es cumplir 23!
Ahora me voy corriendo
a publicar este poema
en la revista de moda
para que todas mis amigas
sepan que ella me recama la lima
de carey.
6.30
um sieben erreichst du constitución
um acht ezeiza
du bleibst vor der schranke stehen
bis sie dich reinlassen
du gehst bis zu dem schalter
stellst dich in die schlange, wartest bis du dran bist,
dann bist du dran, zeigst deine karte und deinen ausweis
sagst deinen namen – sie suchen notieren und geben dir 3 nummern –
sie lassen dich eine weitere stunde hinter der vergitterten tür warten
sie öffnen dir
du trittst in den vorraum und musst wieder warten
deine gelbe nummer wird aufgerufen
du leerst deine taschen sie kontrollieren alles genau
stechen hinein
öffnen
ziehen heraus
zerbrechen
nichts eingewickeltes nichts aus metall nichts aus glas
sie füllen alles in eine tüte
sie nehmen dir blaue graue schwarze kleidung ab
du gibst ihnen deine „wertgegenstände“, sie dir ein weiteres kärtchen: „wertgegenstände“
du stellst dich wieder an, wartest wieder, gehst zur durchsuchung
du ziehst den pulli hoch
du ziehst das t-shirt hoch
den bh
du drehst dich
du machst deinen nacken frei
sie tasten dir den nacken ab – dein haar
du drehst dich öffnest den knopf deiner hose
öffnest den reißverschluss
ziehst die hose runter
ziehst die unterhose runter
du drehst dich bückst dich – du richtest dich auf
du ziehst die hose hoch die unterhose
du ziehst die schuhe aus
sie kontrollieren deine schuhe
sie tasten deine füße ab du ziehst deine socken aus
du ziehst deine socken wieder an
sie kontrollieren deine hosentaschen.
am ende geben sie dir ein kärtchen: „durchsucht“
du richtest deine kleidung zurecht
nimmst deine taschen
gehst zu der anderen vergitterten tür
nimmst deinen „durchsucht“ und wartest darauf dass der Soldat aufschließt
er schließt auf, du gehst mit deinen taschen schnurstracks durch
niemals schafft man es, reinzukommen – denkst du –
und gehst rein
du läufst diesen ansteigenden block entlang
– und denkst dass der himmel in buenos aires zu tief hängt –
du bleibst vor einer schweren stahltür sehen
und trittst gegen sie, weil du keine hand mehr frei hast um zu klopfen
sie öffnen dir, du gibst das „durchsucht“ ab
trittst ein
du gehst eine so enge wendeltreppe hoch
1. stock
du wartest, dass sie dir die stahltür aufschließen
der schlüssel der sie öffnet ist riesengroß
du läufst, bleibst an der tür stehen, wo sie dich nach ihrem namen fragen
sie schreiben ihn auf
du gehst weiter
suchst schnell einen tisch
schaust umher, ob Aldo und Mari da sind
dann kommen die frauen.
die zeit geht dir viel zu schnell vorüber
und du möchtest das sagen wofür es keine worte gibt
sie rufen zelle um zelle auf
der klang dieser stimme jagt dir einen schauer über den rücken
und das knäuel all dieser leute die sich umarmen ...
sie gehen zelle um zelle ab, und du wartest dort 1 stunde
bis die interne zählung abgeschlossen ist, erst dann kannst du gehen
– wenn sie es wollen, wenn sie dir die eine tür aufschließen und die nächste und die nächste und die nächste –
6:30
llegás a constitución a las 7
a ezeiza a las 8.
te parás detrás de la barrera
hasta que te dejen entrar
atravesás el camino que llega a la ventanita
hacés la cola, esperás a que te atiendan,
te atienden entregás carnet y dni
das su nombre –buscan fichan y te dan 3 números–
te hacen esperar otra hora más detrás de la puerta de rejas
te abren
entrás al pañol esperás de nuevo
te llaman por el numerito amarillo
vaciás tus bolsas te revisan cosa por cosa
pinchan
abren
sacan
rompen
nada relleno nada metal nada vidrio
pasan todo a bolsa
te sacan ropa azul gris negra
dejás “valores” después te dan otro cartoncito: “valores”
te hacés otra cola, otra espera, vas a requisa
te levantás el sweater
te levantás la remera
el corpiño
te das vuelta
te levantás del cuello la ropa
te tocan el cuello –el pelo
te das vuelta te desabrochás el botón
te bajás el cierre
te bajás los pantalones
te bajás la bombacha
te das vuelta te agachás –te enderezás
te subís los pantalones la bombacha
te sacás los zapatos
te revisan los zapatos
te tocan los pies te sacás las medias
te ponés las medias
te revisan los bolsillos.
finalmente te dan un cartoncito: “requisado”
te acomodás la ropa
agarrás tus bolsas
te acercás a la otra puerta de rejas
agarrás el “requisado” y esperás a que el milico te abra
te abre, pasás a los tumbos cargada de bolsas
nunca se termina de entrar –pensás–
y entrás
te caminás esa cuadra enlomada
–y pensás que el cielo está demasiado bajo en Buenos Aires–
te parás frente a esa puerta de hierro macizo
y la pateás, porque ya no te quedan manos con que golpear
te abren, entregás el “requisado”
entrás
subís una escalerita caracol así de angosta
1 piso
esperás a que te abran la puerta de hierro
la llave que la abre es enorme
caminás, te parás en la puerta donde te piden su nombre
anotan
pasás buscás rápido una mesa
mirás si están Aldo y Mari
después llegan ellas.
el tiempo se te pasa demasiado rápido
y querés decir lo que no tiene palabra
llaman pabellón por pabellón
te da escalofrío el sonido de esas voces llamando
y el conglomerado de toda esa gente que se abraza...
ellas se van pabellón por pabellón, y te quedás ahí 1 hora
hasta que termina el recuento interno, recién ahí te podés ir
–cuando ellos quieren, cuando ellos te abren la puerta, y la otra y la otra y la otra–
(übertragen von Sarah Otter)
María Medrano ist 1971 in Buenos Aires (Argentinien) geboren. Sie ist Dichterin, Verlegerin und leitet seit 3 Jahren den Lyrikzirkel (taller de poesía). Veröffentlicht wurde von ihr Despeinada (Ed. Libros de Tierra Firme, 1997), Unidad 3 und Industria Argentina. Sie ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter der erste Preis Bienal Buenos Artes Joven (1996) für Despeinada und der erste Preis im Concurso Nacional de Poesía organizado por la Multisectorial de Solidaridad con Cuba für Unidad 3. |
![]() María Medrano Foto: Privat |
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