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Karl-Heinz Schreiber
für satt.org



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März 2002
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Juni '02: daily kurtz
Mai '02: daily knoerer
April '02: daily wien
Februar '02: daily stahl
Januar '02: daily wagner
Dezember '01: daily willmann


daily satt
- daily schreiber -



Bürgerliches Ambiente

nichts ist mit
wenigen worten erklärt

ein bücherregal ist nicht
repräsentativer als eine garage

jahreszeiten bedrängen
unsere naive identität

wir flüchten aus einer
gehaltsklasse in die nächste

mit naschgewohnheiten
vertreiben wir geschwürängste

spätestens bei letzter gelegenheit
kommt jeder einmal in die zeitung


(Karl-Heinz Schreiber, Zynisch eitert die Wunde des Romantizismus, 1994)



Montag, der 11. März 2002

Wir sind nicht immun gegen unsere spießbürgerlichen Neurosen. Wir sind darauf ebenso programmiert wie angewiesen. Problemlösungen sind ja gar nicht mehr originell. Es wird nämlich vielmehr verdient an Kompensationsritualen. Wir wollen doch alle beruhigt und getröstet werden, aber natürlich auch stimuliert. Das klappt nicht mit Tomatensoße, das geht nur mit Schokolade. Im Jahr 2001 hat statistisch betrachtet jeder Deutsche 80 Tafeln Schokolade verdrückt. Wenn man das hochrechnet, sind das nicht einmal 44.000 Kalorien. Wenn jeder statistische Durchschnittsdeutsche sonst nichts zu sich nähme, wäre das eine äußerst effektive Jahresdiät. Freilich würden sich dann wohl die Soja- und die Ziegenkäseverwerter beschweren. Aber irgendwie reizt es schon, für Kapitalismus und Glückseligkeit als gemeinsame Währung Kalorien einzusetzen.


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