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Karl-Heinz Schreiber
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März 2002
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daily satt
- daily schreiber -



ach nichts anderes tut der poet
als seine penetrante ratlosigkeit
in pathetischem trotz unablässig
und angeberisch hinauszuplärren
letztendlich bleibt alles nur
tarnung einer feigheit
aus überzeugung dem leben
ein ende zu setzen


(Karl-Heinz Schreiber, GedankenDorn, 1992)


Dienstag, der 5. März 2002

Der Publikumserfolg beruht heute nicht mehr darauf, daß die literaturbegeisterten Leute den Text noch einmal mit der Stimme des Autors hören, sondern das Gesicht, die Kleidung oder das Benehmen des Autors sehen wollen - die Lesung wird zur Inszenierung & der Autor zum Pausenclown zwischen den Alltäglichkeiten. Am besten er erscheint in Unterhosen, stellt sich auf das Lesepult & onaniert auf seine Bücher statt sie zu signieren. Der Autor führt sich vor, weil ihm der Mut zum Suicid im Rotweinkonsum ertränkt wurde. Wenn man Glück hat, schwitzt & riecht der Autor - & da er als einziger rauchen darf, tut er dies penetrant. Der Autor hat die Wichtigkeit seiner Bücher verdrängt, er demonstriert dem Publikum die Ästhetik seiner zynischen Larmoyanz. Er markiert den abgefuckten Entertainer & schleudert seinen darmfäulnisgrüßenden Mundgeruch bewußt in die ersten Sitzreihen. Die Spannung bei Autorenauftritten liegt heutzutage allein darin: wann traut er sich endlich einen lauten Furz zu lassen!


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