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Karl-Heinz Schreiber
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März 2002
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daily satt
- daily schreiber -



DIE VERLOCKENDE SCHIZOPHRENIE

der bruch
im kosmos meines alltags
hat mich wachgerüttelt
sehnsucht schmilzt
wirklichkeiten ein zu
irrlichtern
heldischen vernünftlertums
seelenrowdy der ich
mich gebärde
teleportabel
vom plastik verschreckt
der letzten erkenntnis des fortschritts
so recke ich die faust
zur blume natürlicher anmut
ertränke mich dankbar
im brodelnden duft
lausche dem locken
naiver idyllischer harmonie
ich privilegierter halbgott kleinbürger


(Karl-Heinz Schreiber, Visionen eines tapferen Ignoranten, 1984)



Donnerstag, der 7. März 2002

Sie meinen Spuren von Wasser auf dem Mars entdeckt zu haben, um uns aus dem irdischen Alltag in den überbrodelnden Kosmos hinausabzulenken von unserer Erbärmlichkeit. Die Nasa-Sonde versetzt die Planetenwissenschaftler in Euphorie, wenn sie sich erdreisten an die Existenz von Lebensformen zu glauben, welche womöglich für uns Erdenkiller neudimensionale Idyllen bereitzuhalten gedächten. Mit Kameras und Sensoren rückt man dem Roten Planeten auf die felsige und vereiste Pelle. Die Vorbereitung künftiger Marsmissionen soll uns wohl suggerieren, daß wir dermaleinst der ökologisch versauten Erde entflüchten könnten und damit womöglich auch näher an einen gutgelaunten Gott herankämen. Darauf warten wir noch: daß die Gammastrahlen-Spektrometer uns zumindest die Umrisse unseres metaphysischen Über-Ichs präsentieren. Dann würden wir aufbrechen wie weiland die Pilgrim Fathers zum Planeten der unbegrenzbaren Vermöglichungen.


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