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Die Box




5. Mai 2009
 


Wohnzimmerclub
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Wohnzimmerclub
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  Hell: Teufelswerk
Hell: Teufelswerk
Doppel-CD Gigolo/Rough Trade
» gigolorecords.com
» myspace


Hell: Teufelswerk

Von Anfang an sind die Aufgaben klar verteilt. Dieses Doppelalbum, aufgeteilt in Tag und Nacht, beginnt natürlich mit der Nacht – wie könnte es bei einem DJ anders sein. „Night“ macht gleich zu Beginn klar, dass hier die Metropolenschwärmer unter sich sind. Und dann aber das: Brian Ferry als Gastsänger auf dem Opener „U Can Dance“! Man ist überwältigt und kann sich plötzlich gut vorstellen, wie das gewesen sein muss, als die Leute zum ersten Mal David Bowie zu Ohren bekamen. Das ist purer organischer Pop; kein Wunder, dass die Pet Shop Boys „Teufelswerk“ vergöttern. Auf den folgenden Tracks setzt sich das Prinzip sanfte Überwältigung fort, immer mit der guten alten Tante Techno am Steuer, aber auf angenehm holprigen Wegen, die auch über Chicago-House und Detroit führen. DJ Hell, der sich jetzt nur noch Hell nennt, der erfolgreichste deutsche DJ, hat mit seinen mittlerweile auch schon 47 Jahren (auf Ibiza zählt jedes Jahr doppelt!) ein Doppel-Album vorgelegt, das in seiner langen Karriere sicherlich zu den Höhepunkten zählt. Schon der Vorgänger „NY Muscle“ aus dem Jahr 2003 war ein Glanz, doch mit „Teufelswerk“ übertrifft Helmut Geier sich selbst. Dass bei „The DJ“ P. Diddy als Gastrapper auftritt, ist denn wohl auch mehr ein Distinktionsgewinn für diesen als für den Herrn des Hauses. Insbesondere der „Day“-Teil ist magisch. Wie Hell in "Carte blanche" das Vogelgezwitscher der sich ankündigenden Dämmerung mit seinen Tasten und Knöpfen nachahmt, ist nicht nur rührend, sondern romantisch im besten Sinne des Wortes. An „Nightclubbing“, Grace Jones' bahnbrechendes Album, erinnert nicht nur das Cover-Artwork, sondern auch ein gleichnamiger Track. Aber Nachtleben hin oder her: Hier wankt kein abgekämpfter Plattendreher durch die quietschende Discotür, hier ist ein ganz nüchterner Schamane am Werk, mit der Nase an der Luft. Bands wie Neu! oder Can werden auf leichte Art zitiert und auf Augenhöhe diskutiert, Kraftwerk stolzieren vorbei. „Teufelswerk“ ist eine tiefe Verbeugung vor den Erfindungen, die elektronische Musik aus Deutschland gemacht hat, und gleichzeitig eine eindrucksvolle Performanz von Hells eigener Stärke. (Manske, Review erschien zuerst bei titel-magazin.de)


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  King Roc: Chapters
King Roc: Chapters
Process Records/Alive
» kingroc.com
» myspace


King Roc: Chapters

Ein Club-Konzeptalbum? Kann das funktionieren? Ja, es kann, wenn ein kühner Tüftler wie der in Berlin lebende britische DJ und Producer King Roc dahintersteckt, Giles Smith’ kongenialer Partner beim Deep House-Duo Two Armadillos. Für „Chapters“ tat sich King Roc mit dem australischen Künstler Seb Godfrey (Drunkpark) zusammen und entwickelte einen Plan, der auf das endgültige Album neugierig machen und gleichzeitig die Sammelleidenschaft der Fans wecken sollte: vier 12“-Singles erschienen separat, jede unter eigenem Motto (z.B. „Chance“), mit von Godfrey gestalteten Covern und beigelegten Postern. Die Single-Tracks wurden für das Album komplett neu abgemischt und arrangiert, veränderten zum Teil völlig ihr Gesicht: so transformierten beispielsweise technoide Beats zu entspanntem Vocal-House. Jetzt ist das Projekt „Chambers“ vollendet und kann in einem Stück erworben werden - zwischen dem ersten und dem letzten Track, sinnigerweise „The Beginning“ und „The End“ genannt, entfaltet sich eine regelrechte Elektro-Oper: King Roc schwelgt in Trance- und Ambientklängen, schwenkt über zu funky-tanzbaren Grooves, streift TripHop, House und Techno, packt alles in einen dicken, supersatten Sound und schreckt vor gelegentlichen Ausflügen in Yes-ähnlichen Bombast nicht zurück. „Chapters“ läßt sich schwer einordnen: für ein Dance-Album hat es zu viele ruhige Momente, vice versa kann man auch nicht durchgehend dazu chillen, weil einen immer wieder der Groove vom Sofa schubst. Also eher eine ganzheitliche Angelegenheit. (CM, Review erschien zuerst bei titel-magazin.de)


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  Tosca: No Hassle
Tosca: No Hassle
!K7/Alive
» tosca-nohassle.com
» myspace


Tosca: No Hassle

„Mit Tosca kam die Zärtlichkeit“ - den jahrzehntealten Werbeslogan für ein Duftwässerchen aus Köln könnte man für das neue Album von Richard Dorfmeister und Rupert Huber alias Tosca ein wenig abwandeln, etwa „Mit Tosca kommt die Entspannung“, „Mit Tosca kam die Gemütlichkeit“ oder ähnlich. Denn die beiden weltberühmten DJs und Remixer Dorfmeister/Huber besinnen sich nach ihrer letzten, eher cluborientierten Platte „J.A.C.“ und dem Remix-Album „Souvenirs“ wieder auf ihre Kernkompetenzen und die heißen chillige Introspektive und Reduktion auf Duo-Arbeit. Gewohnt elegant und stilsicher formen die beiden aus hauchzart angedeuteten Folk-, Oriental-, Dub- und Discoelementen ein homogenes, fließendes Klangbild, in dem wie zufällig, aber natürlich sorgsam arrangiert Stimmfetzen, sanfte Gesangspassagen von Gastvocalistin Julie McCarthy, Streichereinsätze, Orgel-, Bass- und Conga-Samples auf- und wieder abtauchen. „No Hassle“ klingt auf fast schon paradiesische Weise meditativ und mellow, so dass der Albumtitel obsolet erscheint – lediglich bei „Oysters in May“ und „Mrs. Bongo“ übernehmen moderate Dancebeats die Regie. Huber und Dorfmeister planen für 2009 die Aufführung von „No Hassle“ an ungewöhnlichen Orten, um schon rein akustisch das übliche Club-Ambiente zu verlassen: ihnen schwebt zum Beispiel der Wiener Stephansdom vor, schon im vergangenen Jahr bespielten sie den Alten Dom in Linz. Das soll keinesfalls die neu erwachte Religiosität von Tosca ausdrücken, sondern den Wunsch der beiden nach Sitzkonzert einerseits, gesteigerte Aufmerksamkeit des Publikums qua besonderer Ort andererseits erfüllen. Darauf einen Dujardin... ach so, das war ein anderes Produkt.


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  Swayzak: Snowboarding in Argentina
Swayzak:
Snowboarding in Argentina

Swayzak Records, Rough Trade
» swayzak.com
» myspace


Swayzak: Snowboarding in Argentina

Man erkennt ihn sofort: den warmen, vollmundigen, immer leicht geheimnisvollen Sound von Swayzak, dem Tech-House-Projekt der beiden Londoner DJs und Remixer James Taylor und David Brown. Doch das vorliegende Album ist nicht neu im eigentlichen Sinn, sondern eine aufpolierte, frisch gemixte und gemasterte Edition ihrer Debüt- und Klassikerplatte „Snowboarding in Argentina“, zuerst erschienen in 1998. „SIA“, wie Fans den Titel liebevoll abkürzen, war jahrelang vergriffen und ist jetzt wieder über Swayzaks eigenes Label zu haben – wer das Original besitzt, kann den direkten Vergleich üben: Taylor und Brown erzählen über die Entstehung von „SIA“/I, dass sie sich, während die Kumpels durch die Clubs zogen, in ihre Wohnungen in Ladbroke Grove zurückzogen und mit der Unterstützung von Bier, Tee und Pot an ihrem Sound herumexperimentierten – neben den genannten Genußmitteln kamen Akai-Sampler, antike Atari-Computer, ein billiger Drumcomputer und analoge Synthies zum Einsatz. Jeder Mix war handgemacht, die meisten Tracks gerieten länger als dreißig Minuten... Musikjournalisten mokierten sich darüber, wer denn wohl die Zeit habe, sich solche langen Tracks anzuhören. Für „SIA“/II haben Swayzak ihre schon fast hippieesken House-Epen ziemlich gestrafft, länger als zehn Minuten ist hier kaum ein Stück – aber so viel Zeit muss mindestens sein, damit die verschiedenen Ingredienzien aus Minimal-Techno, Deep-House und Electro zur vollen Entfaltung kommen: „Burma Heights“ und „Low-rez skyline“ zum Beispiel federn und fließen harmonisch, werden aber durch gezielt gesetztes Fiepen und Knarzen Swayzak-typisch gegen den Strich gebürstet. Zeitlos und eindrucksvoll.


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  David Lazarus: Smoke the Monster Out
David Lazarus:
Smoke the Monster Out

Get Physical, Rough Trade
» damianlazarus.com
» lazpod.com


David Lazarus: Smoke the Monster Out

„Smoke the Monster Out“, Debütalbum von Damian Lazarus, seines Zeichens renommierter DJ, Gründer des Londoner Crosstown-Rebels-Labels und ehemaliger A&R-Chef von City Rockers, ist keine gewöhnliche Clubplatte (wobei bisher keine Veröffentlichung auf Get Physical je „gewöhnlich“ war): auf der Basis von Electro, Techno und House kreiert Lazarus poetische, märchenhafte Tracks (der Albumtitel verweist auf einen Filmsong aus Disney's „Alice in Wonderland“), die die Bandbreite elektronischer Musik auf ähnlich fantasievolle Weise auslotet, wie es Leila in 2008 mit ihrem Album „Blood, Looms and Blooms“ gemacht hatte. Der Song steht im Vordergrund: Lazarus macht akustisch instrumentierte und raffiniert arrangierte Ausflüge ins Cabaret-, Variete- und Vaudeville-Fach, covert Neil Diamond („Diamond in the Dark) und Scott Walker („Its Raining Today“), experimentiert minimal-konkret wie Philip Glass und schwelgt üppig wie Burt Bacharach; Streicher und Harfen kontrastieren düstere Bässe und reduzierte Technobeats, selbst eine folkige Gitarre findet ihren Einsatz bei „After Rave Delight“. Auf vier Songs werden die zauberhaften Stimmen der Gastsängerinnen Johanna und Miriam Berhan alias Taxi Taxi! gefeaturet, 18-jährigen schwedischen Zwillingen, die den betreffenden Songs einen versponnenen Touch im Geiste Björks und CocoRosies verleihen. Damian Lazarus singt aber auch selbst, verläßt also die einem DJ üblicherweise angestammte Rolle des Knöpfchendrehers und Hintergrund-Impresarios, aber wir erwähnten ja bereits, dass „Smoke the Monster Out“ kein gewöhnliches (Club-)Album ist. „Smoke the Monster Out“ ist feinsinnig und schön, hin und wieder sogar tanzbar und ganz sicher eine der bemerkenswertesten Platten des Jahres 2009.


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  Ursula 1000: Mystics
Ursula 1000: Mystics
ESL/Rough Trade
» ursula1000.com
» myspace


Ursula 1000: Mystics

Ursula 1000 ist ein Mann und heißt eigentlich Alex Gimeno – man könnte mal untersuchen, was im Kunstbetrieb häufiger ist: Frauen, die sich männliche Pseudonyme geben (Kevin Blechdom, George Sand) oder umgekehrt (Evelyn Waugh, Ursula 1000). Das führt an dieser Stelle aber entschieden zu weit, wir nehmen es einfach so hin, dass sich der Brooklyner Musiker, Remixer und DJ mit einem weiblichen Aliasnamen wohl fühlt und finden ihn dafür schon mal gut. Seit zehn Jahren mixt die umtriebige Uschi HipHop, Soul, Electro, Disco und vor allem Funk und veröffentlicht bevorzugt auf Eighteents Street Lounge, dem Label der aus Washington stammenden Thievery Corporation. So auch „Mystics“, Ursula 1000s viertes Studioalbum: von Kopf bis Fuß bzw. vom Cover bis zum beiliegenden Miniposter auf George Clinton'eske Outer-Space-Atmo eingestellt, brezeln die Beats noch knackiger als gewohnt, der Bass ist deeper und präsenter; Gastvocals stammen von MC Tee Double, Rochelle Vincente von K, Sista Widey aus Jamaica und Mocean Worker. Die dreizehn „Mystics“-Tracks klingen aber nicht abgespaced oder gar mystisch, sondern sehr street und newyorkish: auch wenn in „Zombies“ die Stimmen verzerrt aus den Boxen dröhnen und Synthies fiepen und dräuen, stand hier doch eher Eighties-Elektro wie Herbie Hancocks „Rockit“ Pate. Bei „Do it Right“ clashen Latin-Rhythmen (mit Flamenco-Gitarre!), auf Schnipsel aus Chics „ooohh – Freak out“, sehr booty-lastig und sexy. „Mystics“ macht viel Spaß und gehört in den Club, nicht auf die Milchstraße.


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  Tiga: Ciao!
Tiga: Ciao!
Pias
» tiga.ca
» myspace


Tiga: Ciao!

Mindestens zwei dicke Hits hat der kanadische DJ und Prodzent Tiga Sontag (real name) auf sein neues Album „Ciao!“ gepackt: „Shoes“, einen zwingenden Call- and Response-Elektrodance-Track über, richtig, Schuhe („What's that sound? I like that sound!“ - „It's the sound of my shoes“) und die mehr als zehn Minuten lange Discoinferno-Orgie „Love don't dance here anymore“, die das Album fulminant beschließt. Die übrigen Tracks zirkulieren etwas unentschlossen zwischen Electroclash („What You Need“) und glitzernden Achtzigerpop („Luxury“), hier und da fließt sogar ein kleiner Latingroove ein („Beep Beep Beep“), Tiga zitiert Frühachtziger-Wave-Funk („Mind Dimension“), „Turn the Night On“ ist eine kaum verschleierte, fast melodiegetreue Hommage an Joe Jacksons Hit „Steppin' Out“ aus dem Jahr 1982. Tiga, der 2001 mit der Coverversion von Corey Harts „Sunglasses at Night“ berühmt wurde, stellt auf „Ciao!“ seine openminded vision von Clubkultur vor – leider verliert man zwischendurch ein bisschen die Konzentration. Aber solange ihm Tracks wie „Shoes“ und „Love don't dance here anymore“ gelingen, darf er rumprobieren, so viel er will!


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  Una Mas Trio: Ritmo del Futura
Una Mas Trio:
Ritmo del Futura

Agogo/Indigo
» beatsinternational.com
» myspace


Una Mas Trio: Ritmo del Futura

Die Rezensentin ist voll reingefallen und hielt das Album „Ritmo del Futura“ beim ersten Anhören ganz selbstverständlich für eine original süd- bzw. lateinamerikanische Veröffentlichung. Der Blick ins Presseinfo offenbart aber gänzlich anderes: das Una Mas Trio stammt aus Deutschland und besteht aus dem Multiinstrumentalisten, Komponisten und Producer Christian Schilgen, und Fab DJ Sammy, Gründer des ebenfalls deutschen Juju Orchestras. „Das sind doch außerdem nur zwei!“, wird der/die aufmerksame Leser/in ausrufen: stimmt, eigentlich müsste das Una Mas Trio Una Mas Duo heißen, aber Schilgen und Fab Sammy finden den Begriff Duo ziemlich uncool und beschlossen deshalb, aus zwei Leuten einfach drei zu machen. Abgesehen von derlei verwirrenden organisatorischen Fakes macht „Ritmo del Futura“ sehr viel Spaß, sei es der brasilianisch swingende Track „Que Pasara“, auf dem Gastsänger Eduardo Flores zu hören ist (Flores ist Busfahrer in Braunschweig und hört sich an, als stünde er jeden Abend in einer Bar in Rio de Janeiro – beim Una Mas Trio überrascht schließlich gar nix mehr) oder das übermütige „Balkumbia“, das nach allen möglichen Folkloren dieser Erde klingt. Die französische DJ-Legende Laurent Garnier ist ebenfalls begeistert von der Musik des Una Mas „Trios“ und verspricht, die Songs von „Ritmo del Futura“ in seinen Radiosendungen und bei Club-Sets zu spielen!


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  Mulatu Astatke, The Heliocentrics: Inspiration Information
Mulatu Astatke, The Heliocentrics: Inspiration Information
Strut
» strut-records.com


Mulatu Astatke, The Heliocentrics: Inspiration Information

Mulatu Astatke und The Heliocentrics bestreiten die dritte Ausgabe der „Inspiration Information“-Session-Reihe des britischen Labels Strut. Mulatu Astatke, der als „Vater“ und Begründer des ethiopischen Jazz bezeichnet wird, dürfte aufmerksamen Plattenkäufern schon von der „Ethiopiques“-Serie bekannt sein (ebenfalls Strut), Kinogängern außerdem vom Soundtrack zu Jim Jarmuschs Film „Broken Flowers“. The Heliocentrics sind ein Musikerkollektiv aus England, beeinflusst von der Musik Sun Ras, James Browns und vor allem von afrikanischen und indischen Klängen. Der 66-jährige Astatke und die Heliocentrics arbeiteten im September in den Londoner Quartermass Studios zusammen und schufen ein wahrlich umwerfendes Werk, das dem Begriff „Fusion“ neue Weihen verleiht: Jazz, Funk und traditionelle afrikanische/äthiopische Musik gehen kühne, aufregende Symbiosen ein. Weltmusik der besonderen Art!


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  Losoul: Care
Losoul: Care
Playhouse, Rough Trade
» myspace


Losoul: Care

Mit Knistern, Blubbern und Scherenschnappen (?) beginnt „Slightly“, erster Track auf „Care“, dem neuen Album von Losoul, ehemals Don Disco. Losoul/Don Disco heißt eigentlich Peter Kremeier und ist seit vielen Jahren hochgeschätzter und renommierter Resident-DJ des Offenbacher Clubs Robert Johnson, seine selbstproduzierten Don Disco-Stücke waren sogar in Chicago erfolgreich. Auf „Care“ zieht er alle Register, beherrscht die Minimal-Klaviatur genauso souverän wie Funk, Jazz, House und Techno. Der Sound ist warm, deep und fließend, die Beats rollen sämig aus den Boxen, seine heißgeliebten merkwürdigen „Störgeräusche“ (siehe oben) und Samples (z.B. Streicher) setzt Losoul akzentuiert und spannungsfördernd ein. „Care“ ist ein Album zum Am-Stück-Durchhören – die Tracks sind sinnvoll arrangiert, man spürt die Hand des Meister-DJs. Losoul hat neben der musikalischen Vollkommenheit noch etwas anderes mit „Care“ im Sinn: „Care“ soll ans Bewußtsein der Hörer/Tänzer appellieren, in welch schwierigen Zeiten wir leben, jede/r soll sich kümmern und engagieren – für die Umwelt, für Kranke und Ausgegrenzte, damit die Welt ein besserer Ort werde. Dort, wo „Care“ läuft, ist sie das schon!


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 Ministry of Sound: The Annual Spring 2009
Ministry of Sound:
The Annual Spring 2009

Ministry of Sound / edel
» ministryofsound.de

Trance 100 / 2009
Trance 100 / 2009
Armada
» armadamusic.com

Zwei kurz-knappe Tipps für Hobby- und professionelle DJs: die Labels Ministry of Sound Germany und Armada beglücken die Gemeinde mit opulenten 3- bzw. 4-CD-Boxen mit freshen Clubmixen. MoS' „The Annual Spring 2009“ versammelt auf drei CDs Remixe von Faithless, Fatboy Slim, ATFC, Greg Cerrone, Roger Sanchez, David May und vielen mehr; Armadas „Trance 100“ fährt alle relevanten Trance-Jockeys auf: Markus Schulz, Jazper, Bas van Essen, Robert Nickson, Armin van Buuren, Sunlounger und -zig andere.


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