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daily satt
- daily wien -


Sonntag, der 28. April 2002

ja, alles ist gut gegangen, bestens bestens bestens! die ilse und der fritz sind ganz und gar gerührt nach hause gegangen, haben sie doch den "the perfect swine award 2002" der ADF (Academy for Deviant Filmproducing) erhalten! dieser swine award wurde in form zweier berückender, ach so entzückender, von der lisa und dem clemens handgefertigter und die schweinesammlung des fröhlichen wohnzimmers alsbald bereichernder schweinchen-pokale überreicht und - na ja, tränen der rührung stiegen unserer ilse in die durch rauch und kontaktlinsentragen geröteten äuglein und - ach ja, wir wollen nicht vergessen zu erwähnen, daß die geröteten äuglein unserer ilse himmelblau sind, was bedeutet: blau wie der blaue himmel, der nichts dafür kann, daß sich die farbe blau in der politik dort findet, wo es sehr wehtut.

nun ja, unser tagebuchmonat nähert sich rasch dem ende, huch. da wollen wir nicht vergessen, auf das buch unseres trefflichen fritz, the fratz hinzuweisen und eure aufmerksamkeit also auf <http://www.dfw.at/1/starb_frame.htm> zu lenken.

draußen scheint die sonne, die ilse und der fritz waren radfahren, haben brot gekauft, ein bißchen mit der lisa und dem clemens telefoniert und ein bißchen über die unfreundlichkeit der welt geschimpft, und -

übrigens, es stellt sich die frage: wieso sind die menschen so, wie die menschen sind?

und: gibt es böse menschen?

und: wenn ja, wieso?

es gibt immer wieder anlaß zu solchen und ähnlichen fragen über fragen, insbesonders beim blick auf die politik, und - die geschichte, aber auch beim blick auf das mitmenschliche gegeneinander, das die umgebung durchtost.

die menschen, sagt die ilse, sind produkte ihrer umgebung, ja, der unbarmherzigen und bösen umgebung - aber, sagt die ilse, wackelig vor so viel tiefgang, irgendwas haben sie auch selbst damit zu tun, wie sie sind. sie müssen sich ein bißchen daran beteiligen, wie sie sind, nicht wahr?

haben wir wirklich, fragt die ilse dann, sich nun alltäglicheren und weniger filosofischen fragen zuwendend, beim wuzeln zweiundzwanzig spielfiguren?

objektiv ja, antwortet der begabte fritz, subjektiv aber stehen meist weniger figuren zur verfügung. hm, sagt die ilse und überlegt, ob sich hinter dieser aussage eine boshaftigheit versteckt, die sie nicht ausnehmen kann.

wir spielen ja auch immer paarweise, sagt die ilse wackelig.

ja, sagt der fritz und läßt seinen mund dabei leicht und melancholisch lächeln.

dieses melancholische fritzlächeln und die wackeligkeit, die das erwachsenenalter der ilse, unserer ilse kennzeichnen, können gedeutet werden als -

  • erstens: optimismus und zuversicht, die auf uneinsichtigen grundlagen beruhen;
  • zweitens: trauer über die uneinsichtigen grundlagen für optimismus und zuversicht;
  • drittens: trauer über unabänderliche gegebenheiten des menschlichen daseins wie die unumkehrbarkeit der zeit, was die richtung vorgibt, in der nicht nur die ilse und der fritz sich bewegen;
  • viertens: eine gerettete narzißtische besetzung der eigenen denkwelten, also, einen geist, der sich wie ein gespenst von den unmittelbaren notwendigkeiten distanziert und nicht einsehen will, dass alles andere wichtiger ist, als sich gedanken zu machen;
  • fünftens: und vieles andre mehr, sagt da der fritz, dieser wunderbare fritz.

zum abschluß in diesem zusammenhang ein zitat, das am eingang eines noch im heurigen jahr erscheinenden lyrikbandes der ilse stehen wird:

"was ist dir lieber, von einem rhinozeros gefressen zu werden
oder daß sich ein elefant auf dich setzt?"
(john burningham)

na, gute nacht, sagt da der fritz, dieser fritz, der sich nackig im grossen spiegel bewundert, bevor er in die badewanne hüpft, um noch ein bißchen schöner zu werden.

geht das überhaupt, fragt sich da der fritz, dieser fritz und gibt sich mit einem lauten und klippundklaren "nein" die wohl einzig richtige antwort auf diese ach so dumme frage.

platsch!



 
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