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- daily wien -


Donnerstag, der 18. April 2002

ach, wie recht unsre liebste lisa doch hat! kaum zurück von diversen urlauben, die im übrigen unsre kleinen geheimnisse bleiben wollen und sollen, stürzen wir uns in aktivitäten, um die welt und die .werkschaft ein bißchen glücklicher zu machen.

ja, wollen wir das? wollen wir die welt und die .werkschaft ein bißchen glücklicher machen? jajaja, krächzt die ilse mit ihrer im moment erotisch heiseren stimme, obwohl, hier folgt ein hustenanfall, die ilse wischt sich die schweißnasse stirn, obwohl, ja, unsere kunst an der welt und ihrer lage wenig zu ändern vermag.

oh - laßt nicht alle hoffnung fahren!, wiederholt die ilse und hustet, hustet, hustet.

ach, fragt die ilse den lakonischen fritz, wird die welt ein bißchen glücklicher, wenn wir ein bißchen glücklicher werden? und, fragt die ilse, ist es erlaubt, sich das eigene glück in den kopf zu setzen angesichts der unglücklichen weltlage?

warum eigentlich nicht, singt der fritz, ach nein, der fritz hat eine kassette aufgelegt, auf der eine band namens "the ex" in gebrochenem deutsch ihr "warum eigentlich nicht" singt und damit einige rhetorische ilsefragen beantwortet.

wer singt denn da, fragt die ilse. "the ex", sagt der fritz, das sind holländer.

ist das nicht lustig, sagt die ilse, mein neuer gedichtband, der im heurigen jahr in der berühmten herbstpresse erscheinen soll, heißt auch "warum eigentlich nicht". schlaugenommen gibt dieser gedichtband daher mit seinem titel die antwort auf meinen allerersten gedichtband, der 1990 ebenfalls in der auch damals schon berühmten herbstpresse erschienen ist und den titel trug "mein liedlein geb ich nicht her".

ja - warum eigentlich nicht?

lisa und fritz haben übrigens ein gemeinsames rückenproblem, und, was den lieben fritz betrifft, ist ilse auch schon dahintergekommen, wieso er es hat: gestern wurden die neuen bücher des exzellenten autors gerhard jaschke in das fröhliche wohnzimmer geliefert und da hat der fritz, dieser unvernünftige und nur vermeintlich über herkulische kräfte verfügende fritz, eine der riesigen bücherschachteln alleine auf den großen kasten gehoben, obwohl ihn die ilse, diese umsichtige und vorausdenkende ilse, vor genau diesem unterfangen gewarnt hat: heb ja keine kisten auf den kasten. hust!

dann ist die ilse fortgegangen, und dreimal dürfen die leser und leserinnen dieses tagebuchs raten, was der fritz gemacht hat!

dreimal dürfen die leser und leserinnen dieses tagebuchs raten, was die ilse, als sie erfuhr, was der fritz in ihrer abwesenheit gemacht hat, alles NICHT gesagt hat:

  1. ich habs ja gleich gesagt!
  2. warum hast du nicht gewartet mit dem kisten heben?
  3. hat es überhaupt einen sinn, die neuen bücher so hoch hinauf zu stellen, wo man dann bei jeder buchbestellung eine leiter braucht?
nein, das alles hat die ilse aufs liebevollste nicht gesagt!

und übrigens, bevor wir es vergessen, sollte in diesem tagebuch unbedingt noch die sich täglich aufs neue stellende frage "haben alle menschen einen huscher?" erörtert werden.

ein huscher ist, hm, eine kleinere bis mittelgrosse, hm, nennen wir es absonderlichkeit, eine art mentaler tick, eine kleine besessenheit, eine marotte, ein vorübergehuschte angewohnheit, ein leichtes verhuscht sein der gedanken, worte und werke.

alle menschen haben einen huscher, ist einer von ilses lieblingssätzen, allerdings unterscheidet ilse streng in:

  1. liebenswerte huscher!
  2. wohltätige huscher!
  3. sozial verträgliche huscher!
  4. huscherbewußte huscher!
  5. zwiespältige huscher!
  6. schwierige huscher!
  7. garstige huscher!
  8. in ihrer sozialen auswirkung sehr sehr traurige huscher!
  9. spinnefeinde huscher!
huch, sagt da der huschige fritz.


 
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