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daily satt
- daily wien -


Mittwoch, der 24. April 2002

uff, war das schön und anstrengend - gemeinsam mit dem lieben und ach so begabten klausi haben die ilse und der fritz die wohnzimmerhomepage erweitert. ab jetzt kann der geneigte besucher, die geneigte besucherin dort ein kleines und feines fotoalbum bestaunen!

also: wer noch nicht gestaunt hat, ist dazu herzlich eingeladen unter:
<http://www.dfw.at/>

ilse hat außerdem eine kleine torte gebacken, eine kleine nußtorte aus den nüssen, die vom weihnachtlichen keksebacken übriggeblieben sind, deren ablaufdatum aber unmittelbar bevorstand. der ach so begabte klausi und der nicht minder begabte fritz haben die torte gelobt und gegessen "nochmal, nochmal", obwohl die ilse, diese ach so kritische ilse, es nicht lassen hat können, darauf hinzuweisen, daß die torte, diese ach so gute nußtorte vielviel besser gewesen wäre, wenn die ilse die glasur selbst gemacht hätte. keine gekaufte glasur kommt nämlich an die ach so gute und selbst gemachte ilseglasur heran, hat die ilse zu behaupten gewagt und im stillen sogleich zu hoffen begonnen, niemals einen wie auch immer gearteten beweis für diese kühne behauptung antreten zu müssen.

ohjeh, und dann kam via email die unerfreuliche nachricht, daß die botschaft der besorgten bürgerInnen am ballhausplatz amtlicherseits geräumt worden ist. oh weh.

zur erklärung: die botschaft der besorgten bürgerInnen, kurz bbb genannt, vertritt gewissermaßen symbolisch jenes österreich, das sich von der blauschwarzen regierung nicht vertreten fühlt, sondern, anstatt sich von dieser regierung vertreten zu fühlen, alldonnerstäglich gegen diese regierung demonstriert. diese donnerstagsdemos, an der immer wieder mit wechselndem engagement und wechselnder häufigkeit teilgenommen wurde, diese wiener wandertage, wie die demonstrationen auch genannt wurden, trafen sich jeden donnerstag bei der bbb und wanderten lautstark und in zumeist recht flottem tempo vieleviele kilometer durch wien.

außerdem fanden bei der bbb donnerstäglich die sogenannten widerstandslesungen statt, naja, die ilse erinnert sich an klamme finger, ein verschneites manuskript und einen eisigen, durch mark und bein blasenden wind, ja - und wie die lisa, der clemens, der fritz und die ilse in ein wirtshaus flüchten mußten, um sich aufzuwärmen, huch.

es ist bitter, ja bitter, findet die ilse immer und immer wieder, daß es so ist, wie es ist und nicht nur am wiener ballhausplatz! und das trotz aller versuche, gegenzusteuern, gegenzudenken, gegenzuleben und gegenzureden! ja, sagt da der fritz, bitter bitter bitter. traurig senken unsere beiden ihre ach so klugen köpfchen. wie sollen wir unser individuelles streben nach glück in einklang bringen mit dem über die welt gebrachten unglück?

kann ein wohnzimmer fröhlich und eine .werkschaft glücklich sein, während neonazis über den heldenplatz marschieren und "sieg heil" gröhlen und im fernsehen dann die angeblich gewaltbereite gegendemonstration diskutiert wird, wobei zwei abgeordneten der sozialistischen partei und der grünen vorgeworfen wird, an dieser gegendemonstration teilgenommen zu haben, wohlgemerkt, an einer gegendemonstration dagegen, daß menschen ihr "sieg heil" frei herausschreien dürfen?

traurig senken sich köpfe.

naja, wir wären sicher glücklicher, wenn wir unter anderen gesellschaftlichen bedingungen leben würden, und, vor allem, sagt die ilse, wir wären sicher glücklicher, wenn die bedingungen für ein individuelles glück grundsätzlich allen allen allen menschen als grundlage ihrer bemühungen dienten, nicht wahr?

jaja, und trotzdem, seufzt unsere ilse, trotzdem und deswegen, sollten wir uns nicht entmutigen lassen auf unserer suche nach dem individuellen glück, nicht wahr, denn dieses, auch nur partiell erreicht, versetzt uns wiederum in die lage gegenzusteuern, gegenzudenken, gegenzuleben und gegenzureden! wobei wir nur hoffen können, daß uns jemand hört!



ist da jemand?


oh, laßt nicht alle hoffnung fahren!



 
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