Hier keine Kunst. Roman von Marc Degens.

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SuKuLTuR
eine Erfolgsstory
abseits des Marktes



SuK 0Der Verlag SuKuLTuR wurde 1992 von Torsten Franz und Marc Degens gegründet, im Jahr 2000 komplettierte Frank Maleu das Herausgebertrio. Anlaß der Verlagsgründung war die Herausgabe eines Punkfanzines mit "entschlossen bekennerischem Charme" (taz), das in Berlin in einer vierstelligen Auflage "trotz Kosten kostenlos" verteilt wurde. Das laut Titanic "härteste Heftchen der Welt" veröffentlichte Gedichte, Geschichten und Comics von untergründigen Autoren und Zeichnern wie beispielsweise Fil, Martini, Ol und Trevor Wilson. Kennzeichnend für dieses wie auch für fast alle nachfolgenden SuKuLTuR-Produkte ist der Umstand, dass die Hefte vorrangig auf alternativen Wegen vertrieben werden: Über Comicshops, Plattenläden, Kleinvertriebe (Flight 13, SUBH, DLR - Destructive Literature For The Riot von Jens Neumann oder seinerzeit dem Autoren-Service von Josef Wintjes), engagierte Buchhandlungen und in letzter Zeit verstärkt über das Internet. Der Sprung Folge 3 (von 10)

Nach den wilden Anfangsjahren richtete sich das Augenmerk von SuKuLTuR verstärkt auf den alternativen Literaturraum: Nach diversen Sonderbänden verlegte SuKuLTuR von 1995 bis 1999 das auf zehn Ausgaben angelegte Literaturmagazin Der Sprung (ins nächste Jahrtausend). Die Zeitschriftenanthologie bot in erster Linie jungen und nonkonformistischen Autoren ein Forum, ohne jedoch bestimmte Schriftsteller oder Stile auszugrenzen. So flankierten in Der Sprung Texte von etablierten und kanonischen Dichtern wie Peter Handke, Friedrich Dürrenmatt oder Arno Schmidt die Erstveröffentlichungen von primär im alternativen Literaturraum verorteten Autoren wie Ulrich Bergmann, Theo Breuer, Udo Dickenberger, Henriette Schulz, Erich Wilker u.v.m. Daneben veröffentlichte Der Sprung auch erstmals in deutscher Sprache eine Reihe lateinamerikanischer und afrikanischer Dichter, wie etwa Jesús Cos Cause oder Josette Ségura. Anstatt Schulen und Labels zu bilden, Autoren auszugrenzen und Fronten zu errichten, wollte Der Sprung Verbindungen ziehen, starre Muster sprengen und Traditionslinien aufzeigen. Marc Degens: Der Knubbel

Im Jahre 1996 ergänzten und schärften die Leseheftreihen Schöner Lesen und Fragen der Philosophie das SuKuLTuR-Profil. Die Leseheftreihen resultieren aus unseren Erfahrungen und Überlegungen zum Kleinverlegerdasein: Literatur von nicht-etablierten Autoren führt oftmals ein Nischendasein, Leserschaft und Nachfrage sind naturgemäß gering, durch kleine Auflagen erhöhen sich die Produktionskosten, die Preise der Bücher steigen, diese schrecken wiederum viele potentielle Leser vom Kauf eines Buches ab. SuKuLTuR ging von Anfang an einen anderen Weg und wollte billige Bücher herstellen, mit Preisen, die zu Erwerb und Lektüre verlocken. Während die Schöner Lesen-Reihe Literaturen von Autoren abseits des Mainstreams bietet, etwa Lyrik von Paul Anton Bangen oder Hel, Erzählungen von Bdolf, Dietmar Dath oder Enno Stahl, setzt sich die Fragen der Philosophie-Reihe mit aktuellen ethischen Konflikten (Arbeitslosigkeit) und ästhetischen Konzepten auseinander. Marc Degens: Rückbau

Inzwischen hat SuKuLTuR sein Spektrum enorm ausgeweitet: Bildgeschichten (SuK-Comics), Tonträger (SuK-CD), wissenschaftliche Abhandlungen (SuK-Wissen) und Videos (SuK-Video) gehören mittlerweile zur Produktpalette. Und weiterhin beschreitet SuKuLTuR neue und ungewöhnliche Vertriebswege, wie in jüngster Zeit etwa die Kooperation mit dem Automatenaufsteller Quickland beweist.

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