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Achim Wagner
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daily satt
- daily wagner -


Freitag, der 18. Januar 2002


merke, wie sehr mir der ausgleich bekommt: unterwegs-sein/absolute ruhe in den eigenen vier wänden … so, wie mir die stille manchmal die liebste form der kommunikation ist … erste ernsthafte belastungsprobe für mein rechtes knie nach diesem verfluchten + kindischen abrutscher von einem autodach im frühherbst: dreiecksschrittarbeit nach den vorgaben des kali-silat ((= phillippinisch-indonesische kampkunst) … leichte schmerzen nach einer halben stunde unter der kniescheibe … hoffe, eines tages erwachsen zu werden … besuch von ildikos ausstellung im kunsthaus rhenania: handgearbeitete lampen, vornehmlich aus maschendraht gefertigt … die designerin sieht recht erledigt aus: könnte im moment beinahe ein spiegelbild meiner selbst sein … verweile nur kurz … die digitalen photos von björn & birte via email an die spree … in bonn eröffnet eine ausstellung über die hethiter, bekundet eine tageszeitung: vielleicht lässt sich ein besuch mit der lesung am dienstag verknüpfen (jugenderinnerungen: der unbedingte wunsch ägyptologe zu werden … die schlacht bei kadesch zwölfhundertnochwas vor unserer zeitrechnung: ramses II. verliert um ein haar die große schlacht gegen die hethiter, letztlich können ihn die historiker nur mit "der große" bezeichnen, weil es den hethitern ausreicht, zu zeigen, dass sie den ägyptern ebenbürtig sind; zu dieser zeit nicht nur militärisch) … lange mail von heike bzgl. unserer gemeisamen zeit im vergangenen jahr … mit geschlossenen augen in splittern durch die jahre noch weit davor in köln: die aufreibende zeit auf der anderen rheinseite: zwei bücher entstehen, aber dabei das schon im "blinden fisch" ansatzweise formulierte gefühl, unsichtbar sein zu wollen … der alltag ist bisweilen stärker als das geschriebene wort … wut darüber, die aussenumstände nicht ändern zu können, kaum geld + jeden tag während der drei winter kohle aus dem keller nach oben … besoffene kampfhundbesitzer … gesichter, die man weder im dunklen noch im hellen ertragen kann … der typ mit seiner scharfen knarre im park: schiessübungen auf bierflaschen … & die wirklich verlorenen: zittrige sozialhilfeempfänger auf der suche nach weiteren almosen ((der untergang seiner fertigenden industrie hat das rechtsrheinische köln weitgehend in eine gegend der brachen verwandelt, mit den dazugehörigen auswirkungen)) … rückzug ins private=in die beziehung … bis zur überlastung, verursacht von den bildern, die man von aussen nach innen trägt, nicht mehr artikuliert … der wechsel in eine neue wohnung & man wacht auf: allein + verkatert … aber schließlich bin ich dann doch immer wieder ein glückskind … wieso ist mir allerdings ein rätsel … die schritte werden leichter; das einlassen, aber auch das wieder lösen … vielleicht, um sich selbst vor dem endgültigen ankommen zu bewahren …

 
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