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Sarah Berger: bitte öffnet den Vorhang




25. August 2021
Thomas Vorwerk
für satt.org


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März 2021


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Grundsätzliche Infos zu dieser Rubrik findet Ihr nach wie vor auf unserer Erklärseite!



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  Mann's World #1 (of 5)

Omni-Visibilis

Writer: Lewis Trondheim; Artist, Colorist & Cover: Matthieu Bonhomme; Lettering: Cromatik Ltd.; Tranlation: Tom Imber; Europe Comics; VÖ: ca. 23.3.2021 (Woche 12); $ 11,99

Unabhängig davon, wie ich die Stabangaben oben formuliert habe, weiß ich nicht wirklich, ob es bei diesem Band eine klare Trennung zwischen Autor und Zeichner gab oder ob Matthieu Bonhomme (The Man who killed Lucky Luke) bei der Story zumindest etwas mitzureden hatte. In Frankreich ist der Band bereits 2010 erschienen, und vielleicht war Bonhomme damals noch so unbekannt, dass er den Namen das international bekannten Comickünstlers Trondheim (Lapinot, Dungeon) als zusätzliches Verkaufsargument benötigte.

Doch völlig unabhängig von der Autorenschaft ist Omni-Visibilis einfach ein Comic, der durch die Stärke seiner Grundprämisse verzaubert. Es gibt eine überzeugende Grundidee, und die wird dann konsequent durchdacht. Und wenn dabei zwei schlaue Köpfe mitgedacht haben, dann überzeugt das Ganze noch mehr.

Ich will nicht zu viel über die eigentliche Geschichte erzählen, damit ihr selbst noch etwas zu entdecken habt. Hauptfigur Hervé ist kein uneingeschränkter Sympathieträger, aber man wird quasi in seine Perspektive gedrängt. Sein Leben ist von einigen Neurosen und Marotten geprägt.

Im Comic ist sein erster Tag der Kennenlerntag, am zweiten Tag ändert sich sein Leben komplett. Die Leute auf der Straße schauen ihn seltsam an, es gibt seltsame Synergien, und meine nicht unbedingt spektakulären zwei Beispielpanel erzählen eigentlich einen Großteil der Geschichte.

Omni-Visibilis

© 2021 - DUPUIS - Bonhomme & Trondheim

Auf dem Panel links sieht man Hervé in einer subjektiven Einstellung. Er schaut an sich selbst herab, während er eine Treppe herabschreitet. Im zweiten Panel dann sieht man Hervé ganz rechts, während hinter ihm ein Mann offenbar Probleme hat, die selbe Treppe in die Gegenrichtung zu beschreiten. Der Grund dafür ist: seit Beginn dieses Tages teilt Hervé aus unbekannten Gründen seine Eigenperspektive mit einem Großteil der Menschheit, er ist quasi die one man web cam, die sich ins private Programm des Restes der Menschheit drängt. Eine mysteriöse Truman Show, die sich weder Sender noch Empfänger gewünscht haben, die aber für beide das ganz normale Leben reichlich verändern wird. Und entsprechend kann man sich vorstellen, wie es einen durcheinanderbringen dürfte, wenn man eine Treppe hinaufsteigt und dabei sieht, wie jemand anderes die selbe Treppe hinabsteigt.

Stellt euch diese Situation mal vor und überlegt, was für eine Geschichte aus diesem Konzept erwachsen könnte. Ein satirischer Blick auf soziale Medien. Ein spannender Kampf um plötzlich existierende Werberechte. Ein einzelner Mann verfolgt von der Welt. Das Potential ist mannigfaltig, und Trondheim und Bonhomme holen einiges daraus.

Das Artwork wirkt auch nicht spektakulär, aber mit der einen Sonderfarbe Hellblau holt Bonhomme einiges heraus aus dieser zunächst so alltäglichen Geschichte, die in ihrem Verlauf mal im Handumdrehen die ganze Gesellschaft neu definiert. Wie kommt Hervé klar mit der neuen Situation? Wird der Verlust seiner Privatsphäre ihn traumatisieren oder ihn zu einem exhibibitionistischen Selbstdarsteller machen?

Und wie ist es auf der Empfänger-Seite?

Selten entdecke ich einen so voluminösen Comic (gut 150 Seiten), den ich tatsächlich in einem Rutsch bis zu Ende lese, weil es mich dringend interessiert, was man aus dieser tollen Idee so macht. Wobei die Kreativen auch damit spielen, mal den Humor und mal die Spannung zu betonen.

Man ist sich aber auch nicht zu schade, mal nebenbei die Möglichkeiten des Mediums auszuloten. Und das ohne Zusatzkosten. A hell of a ride!

Und ganz wie nebenbei wird man selbst zu einem solchen Empfänger, der sich recht schnell an die aufgedrängte Perspektive gewöhnt und sie nicht mehr missen will. Und dann sind 150 Seiten eigentlich fast viel zu wenig.


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  Norroway Vol. 2: The Queen on the High Mountain

Norroway Vol. 2:
The Queen on
the High Mountain

Writer: Cat Season; Artist & Cover: Kit Season; Lettering: nicht angegeben; Design: Deanna Phelps; Image Comics; VÖ: 14.4.2021 (Woche 15); $ 14,99

Vor gut zweieinhalb Jahren erschien der erste Band von Norroway, einer eigenwilligen Adaption eines alten schottischen Märchens. Damals ging es um einen verwunschenen Prinzen in der Gestalt eines Stiers, und Sybilla, die den Fluch vom Stier und dem Land Norroway nehmen wollte. Vieles an der Geschichte kam einem bekannt vor, es gab aber auch moderne Aspekte.

In der Geschichte sind nach dem dramatischen Ende des ersten Bandes sieben Jahre vergangen. Sybilla ist in einer Beziehung, kann aber nicht die Entschlossenheit aufbringen, zusammen mit ihrer Freundin Gillian den von Trollen heimgesuchten Ort Fiskeby zu verlassen. Irgendwo tief in ihr will sie die ihr in Kindertagen aufgetragene Mission beenden, den Bullen Brom retten und die alte Hexe auf dem Glasberg stürzen.

»I never really make my own choices.«

Norroway Vol. 2: The Queen on the High Mountain

© 2021 Cat & Kit Seaton. All rights reserved.

Die lange Zeit zwischen Veröffentlichungen wird durch eine Nacherzählung des ersten Bandes sogar für einige neue Leser haltbar, schon deshalb, weil ein großer Teil des zweiten Bandes sich um die verlorenen Erinnerungen Broms dreht - und wenn man selbst den ersten Band nicht gelesen hat, sieht man die Geschichte im Ansatz mit Broms Augen.

Der soll nämlich mittlerweile (in Menschengestalt) vermählt werden, und ein Großteil der Geschichte dreht sich um seine Verlobte Lota, die voller guter Absichten ist ist und ihn auch von Herzen zu lieben scheint, die aber von ihrer Familie manipuliert wird. Während Lota Sybilla Chancen gibt, mit Brom zu sprechen, damit der seine Erinnerung wiedergewinnen kann, nutzen Lotas Mutter und Tante miese Tricks, um diese Gespräche zu sabotieren ... und planen bereits einige Exekutionen nach (und sogar während) der Hochzeit.

»[...] you must learn to use half-truths if you're ever to become queen.«

Norroway Vol. 2: The Queen on the High Mountain

© 2021 Cat & Kit Seaton. All rights reserved.

Norroway Book 2 ist deutlich dialoglastiger, und die Atmosphäre der Geschichte wird auch dunkler. Trotzdem gibt es aber immer noch sehr charmante Momente. Eine tolle Ergänzung ist etwa Mopp, ein kleiner Igel (oben im Bild), der erst wie ein typischer Disney-Sidekick wirkt, aber einen eigenen Charakter nebst Entwicklungen zugestanden bekommt.

Mir gefällt besonders, dass es nirgends Schwarzweiß-Zeichnungen gibt. Jeder macht mal Fehler, hat Absichten, die nicht automatisch Gut oder Böse sein müssen, und daraus entwickelt sich weitaus mehr Spannung als wenn es nur um Helden und Schurken gehen würde. Man muss seine eigene Rolle quasi erst ausarbeiten. Schwierig wird das, wenn andere dir die Rolle des Schurken zuschanzen oder ein großer Teil deiner Geschichte sich ohne dein Zutun entwickelt.

Das Marketing-Prinzip von Norroway erschließt sich mir zwar nicht ganz (zu viel Zeit vergeht zwischen den Bänden, daurch verliert man vermutlich viele Leser), aber die Geschichte an sich (wie sehr sie auch einfach auf dem mir unbekannten schottischen Märchen basieren mag, sei dahingestellt) überzeugt. Die Figuren sind interessant, das Artwork erinnert in den besten Momenten an Craig Thompson (nur mit deutlich weniger Hintergründen), und die Story ist auch einfach spannend (auch für männliche Leser, falls sie nicht komplett auf Jean-Claude van Damme und The Fast and the Furiuos eingeschossen sind).

Vielleicht einer der unterschätztesten Geheimtips des Jahres.


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  Captain Marvel #27

Captain Marvel #27

Writer: Kelly Thompson; Artist: David Lopez; Cover: Marco Checchetto; Colorist: Tríona Ferrell; Letterer: VC's Clayton Cowles; Marvel Comics; VÖ: 17.03.2021 (Woche 11); $ 3,99

Kelly Thompson ist aktuell noch vor Mariko Tamaki die beste Mainstream-Comic-Autorin. Ob Black Widow, Uncanny X-Men, Sabrina the Teenage Witch, Nancy Drew, Jessica Jones: Blind Spot, Star oder Einzelausgaben von The Silver Coin oder Black Hammer: Visions - Thompson ist verlässlich und hat auch für längere storylines immer wieder gute Ideen, die oft genug wie im Handumdrehen etablierte Figuren quasi neu erfinden.

(Einzig ihre Version von Deadpool hat mich nicht überzeugt, aber das ist auch eine Figur, mit deren Fans mich nur verdammt wenig verbindet.)

Mit Captain Marvel, einer Serie, die sie pünktlich zum Kinofilm übernahm, konnte sie sich mittlerweile am längsten austoben, und selbst, wenn man mal ausklammert, wie routiniert sie die obligatorischen Sommer-Crossovers bedient (und dabei zusätzliche Leser findet), so fällt vor allem auf, wie abwechslungsreich sie mit Carol Danvers und deren Ensemble von Nebenfiguren umgeht.

Captain Marvel #27

© 2021 Marvel.

Aktuell geht es in der Serie neben frauenzentriertem Humor um die ambitionierte Herangehensweise von »Earth's Mightiest Hero«, ihre Kräfte sogar noch auszubauen, weil sie ihre Schwäche im Bereich magische Kräfte verlieren will. Dafür nimmt sie einiges auf sich, der Gastauftritt von Doctor Strange in dieser Ausgabe geht schon in Richtung »epochal«, ohne zu viel verraten zu wollen.

Es würde meines Erachtens zu weit führen, alle aktuellen Entwicklungen der Serie aufzuzählen, Carol befasst sich offensichtlich mit Themen, die sie nicht sicher beherrscht. Die Serie ist aber dennoch vor allem von Humor geprägt, wobei Gast-Zeichner David Lopez in diesem Heft reichlich mithilft. Sein Umgang mit Nebenfiguren wie Hazmat, Spider-Woman oder Carols Schwester Lauri-ell, aber auch sein etwas martialischeres Design von Carol selbst tragen dazu viel bei.

Ob die Bemühungen der guten Freundinnen, sie aufzumuntern (inkl. Speed-Dating) oder ein völlig überzogener Kampf mit magischen Kreuzungen zwischen Schlangen und großen säure-pupsenden Katzen, aktuell ist Captain Marvel als Lektüre einfach eine Freude.

Und dieser Eindruck erschöpft sich nicht auf ein einzelnes Heft, sondern stellt sich fast jeden Monat bei der jeweils neuen Ausgabe wieder ein.


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  Aggretsuko: Meet her World #1

Aggretsuko:
Meet her World
#1

Writer: Molly Muldoon; Artist, Colorist & Cover: Kel McDonald; Lettering: Crank!; Design: Sonja Synak; Oni-Lion Forge Publishing Group; VÖ: 7.4.2021 (Woche 14); $ 3,99

Als es mit der Zombie-Apokalypse losging, die jetzt auf den Namen Corona-Pandemie hört, entdeckte ich Aggretsuko und ihre Kolleg*innen (die im rezensierten Heft ein ganz ähnliches Problem hatten), wusste aber nicht genau, was ich damit anfangen soll. Inzwischen habe ich zwei weitere Hefte gelesen (beides Einstiegshefte), bin aber noch nicht wirklich schlauer, was die Beziehungen zwischen den Figuren, Retsukos seltsame Veränderung oder die Wurzeln dieser Serie angeht.

Nichtsdestotrotz war dieses Heft eine wirklich interessante Erfahrung für mich, denn nichts hat mich bisher mehr an meinen täglichen Brotjob erinnert als dieses neue, ziemlich subtil vorgebrachte Abenteuer. Tagungen und Lehrgänge, die nicht viel bringen, außer die Last der Arbeit auf die niederen Angestellten umzuschichten, das fragile Gleichgewicht der Work-Life-Balance, die winzigen Nuancen des zwischenmenschlichen Leben - alles eher Themen, die man in diesem auf Kindchen-Schema angelegten japanischen Bürodrama nicht unbedingt erwartet. Einzig ein koreanischer Forumsfilm hat mich bei diesem Sujet jemals so angerührt - und das war Jahre, bevor ich selbst in einem Büro gelandet war.

Mit der japanischen und koreanischen Mentalität bin ich durch unzählige Filme einigermaßen vertraut, aber dies im Zusammenhang mit süßen kleinen Tierchen zu sehen, ist schon gewöhnungsbedürftig. Etwa, als würde die Augsburger Puppenkiste ein Skript von Ken Loach umsetzen. Hinzu kommt der obligatorische Moment, wenn sich Retsuko in Aggretsuko verwandelt... Vermutlich verwirrt mich das so sehr wie jemanden, der zum ersten Mal eine Folge South Park schaut und erstmal deutlich überfordert ist.

Dass einen ein Unterhaltungsformat in hohem Maße an die eigenen Lebensumstände erinnert, ist für sich genommen natürlich noch kein qualitatives Alleinstellungsmerkmal (mal ganz abgesehen davon, dass es natürlich ein rein subjektiver Eindruck ist), aber inzwischen habe ich das Heft drei mal gelesen, und gerade die kleinen Nuancen im Zusammenspiel sind einfach sehr gut beobachtet. Dieses Büroleben, bei dem jeder aufpasst, nur nicht zuviel vom eigenen Innenleben preiszugeben, diese allgegenwärtigen Anzeichen der - hier unüberbrückbar scheinenden - Hierarchie ... dass ich die Comicfiguren nicht sehr gut kenne, aber mich dennoch in ihr Leben hineinfühlen kann, das ist schon bemerkenswert. Und der Umstand, dass ich kaum nachvollziehen kann, für welches Publikum man so ein Franchise unterhält, macht alles noch spannender.

Aggretsuko: Meet her World #1

© 2021 Sanrio Co. Ltd. S/T·F. All rights reserved.

Dass die kleinen Figuren auf vergleichsweise großen Panels (das Bildbeispiel zeigt eine dreiviertel Seite) etwas verloren wirken in der antiseptischen Büroleere, könnte man als geschickte visuelle Idee auffassen, es wirkt aber auch ein bisschen wie die große Seitenschinderei, wenn dann mal wieder eine Seite lang fast nichts passiert (»Watcha doing?« --- »Looking at Insta.« --- »Anything interesting?« --- »No.« --- »Mm.«). Oder anders gesagt: was man hier als Schwächen ansehen könnte, gehört zu den größten Stärken des Werks. Man muss nur die sittliche Reife aufbringen, über den Kindergartenaspekt hinwegzusehen.

Aber vielleicht finden auch Vier- bis Sechsjährige diesen Einblick in die Welt ihrer Eltern ungeheuer prickelnd. (Ich bin immer noch nicht sicher, ob dies mehr eine Satire auf das kindliche oder das erwachsene Gemüt ist...)

Der absolute Höhepunkt des Heftes ist ein kleiner Text unterhalb der letzten Seite. Wer befürchtet, hier gespoilert zu werden (weil die Lesenden jetzt ungeheuer neugierig auf dieses Produkt geworden sind), sollte den letzten Absatz einfach ignorieren...

  Zeichnung auf Taschentuch-Packung

»The Systemic Transformation Utilization Financial Facility committee put forth a list of recommendations based on their findings. The company praised them for their effort. None of the recommendations were put into place.«.

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Nachtrag: Meines Wissens in keinerlei Zusammenhang zum soeben beschriebenen Comic steht dieses auf Taschentuch-Packungen beim Supermarkt Edeka abgebildete »Maskottchen«-Hündchen, das auf leicht schlüpfrige Art dem Betrachter zublinzelt, während er oder sie sein oder ihr Hinterteil »gut und günstig« an- oder darbietet. Irgendwie schon ziemlich creepy, wenn man es schafft, die harmlose Attitüde des typischen Kindschenschemas »auszublenden«.

Naja, durch irgendeine Art von Qualitätskontrolle wird das Motiv doch wohl durchgegangen sein, oder?


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  Beta Ray Bill #1 (of 5)

Beta Ray Bill
#1 (of 5)

Writer, Artist & Cover: Daniel Warren Johnson, Letterer: VC's Joe Sabino & Daniel Warren Johnson; Colorist: Mike Spicer; Marvel Comics; VÖ: 31.03.2021 (Woche 13); $ 3,99

Daniel Warren Johnson erregte zuletzt mit seinem Dreiteiler Wonder Woman: Dead Earth Aufmerksamkeit drüben bei DC Comics, verglichen damit ist Beta Ray Bill, der außerirdische pferdegesichtige Aushilfs-Thor aus dem klassischen Donnergott-Run von Walt Simonson, eher nicht so bekannt.

Die martialische Herangehensweise des Zeichners Johnson ist indes ähnlich wie bei der »Black Label«-Miniserie. Johnson kleckert nicht, er klotzt. Bill weiß Motivationsreden zu halten wie einst Shakespeares Henry V, schaut grimmig wie Mel Gibson, wenn dem ein Mistkäfer beim Frühstück in die Haferflocken gestampft ist, und mit Machinerie und Waffen wie aus Mad Max: Fury Road ist sich Bill ganz sicher nicht zu schade, auch mal selbst eine Hundertschaft wüster Krieger je einen Kopf kürzer zu machen.

Wer keine leicht ironisch überzogenen Schlachtengemälde mag, in denen auch mal Fin Fang Foom einen Monster-Gastauftritt absolviert, wird den besonderen Reiz dieser Serie womöglich nicht entdecken, aber Beta Ray Bill bietet auch emotionale Momente wie Flashbacks aus Bills Jugend oder das Dilemma, das sein Sexualleben auf ähnliche Art wie bei Ben Grimm problematisiert.

Beta Ray Bill #1 (of 4)

© 2020 Marvel

Man kann aber kaum drumherumreden, dass es bei dieser Serie vor allem aufs Artwork ankommt. Daniel Warren Johnson, dessen Herkunft aus den creator-owned comics hier sogar in einer Marvel-Heftserie thematisiert wird, erinnert bei seinem Strich an Paul Pope, allerdings mit den bevorzugten Sujets von Zeichnern wie Geof Darrow oder Simon Bisley quasi wie auf Speed (liebe Kinder, missversteht dies bitte nicht als Drogen-Propaganda!)

Daniel Warren Johnson ist im Grunde der menschgewordene Beweis, dass man sich von manchen altbackenen Comic-Konventionen abkehren kann, ohne automatisch den allzu gern beschrittenen Weg von Blut und Gekröse gehen zu müssen. Dass soll nicht heißen, dass Johnson Splatter-Orgien generell meidet, er füllt sie nur mit einer weitaus süffisanteren Herangehensweite aus als all diese Comics um Figuren wie Carnage, Deadpool, Wolverine usw. Und das ist immens entspannend und auch sehr unterhaltsam.

Als Bonusmaterial gibt es ein Gespräch zwischen Johnson und Walt Simonson, das auch schon die Hälfte des Cover-Preises wert ist (»It turned out that drawing comics was hard work [...]«, »Bill was never a comedic character to me, but more a tragic one who underwent torture and isolation to save his people.«).


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  Jonna and the Unpossible Monsters #1

Jonna and the
Unpossible Monsters
#1

Writer: Chris Samnee & Laura Samnee; Artist & Cover: Chris Samnee; Colorist: Matt Wilson; Lettering: Crank!; Design: Sonja Synak; Logo Design: Ricky DeLucco; Oni-Lion Forge Publishing Group; VÖ: 3.3.2021 (Woche 09); $ 3,99

Artist extraordinaire Chris Samnee hat für seine ongoing series Fire Power mit Robert Kirkman offenbar genug vorweggearbeitet, dass er zusammen mit seiner Frau noch eine zweite Serie realisieren konnte, die sie zu nicht geringem Anteil ihren Töchtern widmen.

Für kreativ Arbeitende ist es oft etwas ganz Besonderes, wenn sie erstmals ihre heranwachsenden Kinder an ihrem Werk teilhaben lassen können. Schauspieler, die eine wichtige Sprechrolle in einem Disney-Animationsfilm ergattern konnten, Regisseure, die erstmals einen Kinderfilm drehen ... plötzlich ist der Nachwuchs, der sonst immer nur beobachten konnte, dass Papi wegen seines blöden Jobs keine Zeit zum Spielen hatte, voll involviert im eigenen Schaffen, eine völlig neue appreciation kann sich entwickeln, Papa ist plötzlich der coolste Typ auf der Welt.

Ob es bei einer mühsam Seite um Seite entstehenden Comic-Serie gleich im selben Maße zur kindlichen Begeisterung kommt, ist natürlich nie sicher, aber wenn die drei Samnee-Töchter die Abenteuer eines Schwesternpaares beobachten können, in dem sie (vermutlich) eigene Charakterzüge wiedererkennen können, ist das natürlich wie ein völlig neues Level davon, was das Erleben von Fiktion für Kinder ansonsten bedeutet.

Die etwas jüngere Jonna ist die impulsivere Schwester, die irgendwelche besonderen Kräfte zu haben scheint und sich vor den Monstern, die diese irgendwie leicht postapokalytische Welt bevölkern, nicht wirklich fürchtet. Ihre Welt scheint wie aus einem Jack-Kirby-Comic.

Jonna and the Unpossible Monsters #1

© 2021 Chris Samnee and Laura Samnee. All rights reserved.

Erst, nachdem Jonna fast aus dem Comic verschwunden ist, tauchte die ältere und besonnenere Schwester Rainbow auf, die mittlerweile seit einem Jahr auf der Suche nach ihrer Schwester ist. Wie die beiden (und hoffentlich der Rest ihrer Familie) wieder zueinander finden und welche Probleme dies mit sich bringt, ist im Kern die Geschichte der Serie.

Was ich bereits ausgeführt habe, hier als Schnipsel aus einem kurzen Interview in Heft #1, in dem Chris Samnee zusammenfässt:

»Our inspiration was to make something we could share with our three daughters. Not only were we inspired to create something for them, but we were inspired by them. The characters of Rainbow and Jonna were very much based on our two oldest daughters - one bossy, well-meaning older sister, and one wild child who packs a mighty punch!«

Das Hintergrundwissen trägt bei dieser Serie sehr zum Vergnügen (und Verständnis) bei. Zu Heft #1 wurde kurz nach Erscheinen von Heft #4 auch noch eine »Drawing Board Edition« herausgebracht, in der man auf die wie üblich großartigen Farben von Matthew Wilson (Paper Girls, The White Trees) verzichtet und stattdessen Samnees Inks ihren eigenen Zauber entstehen lässt. Hier kann man nochmal auf andere Details achten. Und in einem Teil, der eine Art »Making of« liefert (aus unerfindlichen Gründen nennt man das in Comics oft den »Director's Cut« was ich übrigens komplett absurd finde), kann man hier einiges über die Entstehung des Comics erfahren - was auch für jüngere Leser durchaus spannend sein dürfte.

Für mich war es jedenfalls sehr erhellend, was Chris Samnee über sein Verhältnis zum Pencilling oder den Einsatz von Sprechblasen zu sagen hat. Wie viele Comiczeichner hat er da seine ganz persönliche Methode entwickelt.

Auch, wenn der Anteil an Kampfszenen pro Heft sich an irgendwelchen Vorgaben von Marvel Comics zu orientieren scheint, ist Jonna eine sehr liebenswerte Serie für die ganze Familie, an der man auch als Erwachsener seine Freude hat.


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  Shadecraft #1

Shadecraft #1

Writer: Joe Henderson; Artist & Cover: Lee Garbett; Letterer: Simon Bowland; Colorist: Antonio Fabela; Image Comics; VÖ: 31.03.2021 (Woche 13); $ 3,99

Joe Henderson und Lee Garbett hatten zuletzt die Serie Skyward gemeinsam kreiiert, die sich zu einem unerwarteten Verkaufsschlager entwickelte. In einer Art Nachwort erklärt Autor Henderson, dass beide sich für das erste Heft ihrer neuen Serie besonders viel Zeit gelassen haben, um alles möglichst genau hinzubekommen.

In Shadecraft geht es um Schatten. Zum Teil in symbolischer oder allegorischer Hinsicht. Aber eben auch um Fantasy- und Horror-Aspekte. Hauptfigur Zadie Lu hat in Heft #1 einiges um die Ohren, wovon die Schatten am angsteinflößendsten sind. Aber Henderson und Garbett sind sehr erfolgreich dabei, die Balance im Einstiegsheft hinzubekommen, denn auch, wenn der fantastische Teil sich etwas in den Vordergrund drängt, geht es halt auch um Zadies beste zwei Freunde Katie und Josh, die genügend Zeit bekommen, mit vorgestellt zu werden, ihre generelle Situation als Highschool-Schülerin, und ihr Elternhaus, wobei ihr großer Bruder Ricky, der im Koma liegt, eine nicht geringe Rolle spielt. Für Zadie, aber auch für die Familiendynamik.

Shadecraft #1

© 2021 Joe Henderson & Lee Garbett. All rights reserved.

Ein Twist auf den letzten Seiten eröffnet mindestens für die nächsten zwei Hefte interessante Querverbindungen zwischen Zadies Problemfeldern, und die Figuren, auch, wenn sie noch kein detailliertes Innenleben entwickelt haben, sind zumindest charismatisch genug, dass man dieser Serie eine Chance geben will.

So weit der Stand nach Heft #1. Heft #2 war ein bisschen enttäuschend, dafür brachte die #3 einiges ins Rollen. Die Story wirkt vergleichsweise harmlos, wie sie sich entwickelt, die von den Schatten ausgehende Gefahr entwickelt isch erst langsam - und auch bei der Beziehung zwischen Zadie und den beiden jungen Männern in ihrem Leben haben Henderson und Garbett sich offenbar entschieden, möglichst viel aus den Storyideen herauszuholen, selbst, wenn die Geschichte sich so etwas langsam entwickelt.

Lee Garbetts Artwork überzeugt - aber analog zu der Story ist auch das Artwork etwas zu harmlos. Habe ich aus seiner Hand schon dramatischer erlebt. Aber offensichtlich hängt das auch mit dem jungen Zielpublikum zusammen, das man bedienen möchte.

Eine Pubertierenden-Geschichte für Pubertierende schert sich für meinen Geschmack zu sehr um gutaussehende junge Menschen, High-School-Scherze und Mobbing. Und man kann auch schon beobachten, wie sich aus der Geschichte eine Art Superhelden-Dreh herauskristallisiert. Aber man muss auch mal aufs Bauchgefühl und die Sympathie hören.


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  Wolverine: Black, White & Blood #1-4 (of 4)

Wolverine:
Black, White &
Blood #1-4 (of 4)

#1-4: Editor: Mark Basso; Letterer: VC's Clayton Cowles; Production Designer: Anthony Gambino; Marvel Comics; $ 5,99
#1: Writers: Gerry Duggan, Matthew Rosenberg, Declan Shalvey; Artists: Adam Kubert, Joshua Cassara, Declan Shalvey; Cover: Adam Kubert; Colorist: Frank Martin (Duggan story), Guru-eFX (Rosenberg story), Declan Shalvey (Shalvey story); VÖ: 4.11.2020 (Woche 45);
#2: Writers: Vity Ayala, Saladin Ahmed, Chris Claremont; Artists: Kev Walker, Salvador Larroca; Penciller: Greg Land; Inker: Jay Leisten; Cover: Salvador Larroca; Colorist (Ayala story): Frank D'Armata; VÖ: 16.12.2020 (Woche 51);
#3: Writers: John Ridley, Donny Cates, Jed MacKay; Artists: Jorge Fornés, Chris Bachalo, Jesús Saiz; Cover: Jorge Fornés; VÖ: 10.2.2021 (Woche 7);
#4: Writers: Kelly Thompson, Ed Brisson, Steven S. DeKnight; Artists: Khary Randolph, Leonard Kirk; Penciller: Paul Siqueira; Inker: Oren Junior; Cover: Khary Randolph; Reds: Andres Mossa (Brisson & DeKnight stories); VÖ: 10.3.2021 (Woche 11);

Manchen Lesenden wird auffallen, dass ich bei diesen vier Heften deutlich weniger Bildmaterial liefere als bei den drei Batman-Heften im letzten TVOD. Kann man superschnell erklären: hat mir einfach nicht so gut gefallen.

Ein Problem bei der Figur Wolverine ist, dass Autoren ihn immer wieder gegen irgendwelche Bestien antreten lassen, um zu zeigen, was der Schnellheiler mit den Adamantiumklingen für ein harter Kerl ist. In der Miniserie von Claremont und Miller war es glaube ich ein Bär, Wölfe gab es auch mehrfach, inzwischen greift man auch schon mal auf einen Tyrannosaurus Rex zurück. Echte Wolverine-Fans wollen offensichtlich Blut, Innereien und abgetrennte Körperteile. Meines Erachtens sind dies nicht automatisch Qualitätsmerkmale.

Und wo jemand, der für einen run von Heften die Figur betreut, recht schnell merken sollte, dass man sich mit möglichst viel blood and gore nicht dauerhaft selbst übertreffen kann, ist es bei so einer Anthologie, wo jeder Autor und Zeichner auf acht bis zehn Seiten der Figur seinen Stempel aufdrücken will, leider so, dass ein Großteil der Künstler auf eine Art und Weise auffallen will, die mich nicht mit Zuversicht erfüllt.

Als erstes mal der Hinweis darauf, dass ich als Purist bei so einem Titel am besten schwarzweiße Kontraste und ein paar gezielte rote Farbspritzer erwarte, nicht eine seltsame Art von toned-down full colour. Wer das anders sieht, könnte sich über meine Meinung aufregen. But what else is new?!?

Auf ähnliche Art, wie ich das Bildmaterial hier sparsam einsetze, werde ich auch nicht jede einzelne Story im Detail wiedererzählen und auseinandernehmen. Das Ganze ist leider einfach nicht so überzeugend, dass ich dafür die Zeit übrig habe.

Die erste Geschichte im ersten Heft (von Gerry Duggan und Adam Kubert) bietet gleich so ein Beispiel für eine Bestie. Aber hier wird zumindest mehr draus gemacht als nur die blutige Macho-Kiste. Spätestens, wenn das »Monster« (ein Begriff, der in dieser Geschichte auf viele Figuren zutrifft) plötzlich spricht (und dann auch noch Französisch, als wenn das was ganz besonderes wäre). Die Story ist nicht komplett uninteressant, aber noch spannender ist das visuelle Konzept, dann man wechselt hier zu Beginn zwischen großen Splash-pages und Seiten, die auch schon mal 14 Panels haben können. Rot ist hier nicht nur Blut vorbehalten, wird aber hübsch akzentuiert eingesetzt. Sicher kein Meisterwerk, aber deutlich überdurchschnittlich.

Wolverine: Black, White & Blood #1

© Marvel 2020

Beim Wiederlesen fällt mir jetzt auch auf, dass man für Heft #1 wohl die besten Beiträge genutzt hat. Die Story von Matthew Rosenberg und Joshua Cassara (beides X-Men-Experten) ist auch eigentlich ganz lesbar (auch wenn man reichlich vom roten Saft auftischt - aber es steht ja »Parental Advisory« auf dem Cover, dann wollte man wohl auch liefern). Diese Wolverine-Geschichte funktioniert vermutlich am besten, wenn man nie zuvor eine gelesen hat: der »Schlusstwist« war für mich so offensichtlich, dass ich nur nachvollziehen konnte, wie es wohl für Lesende ohne Wolverine-Vorbildung sein muss. Einer der Antagonisten nahm auch entsprechend diesen Status ein und fühlte sich bis zur vorletzten Seite deutlich im Vorteil... Kernzitat: »They caught you off guard, but you produced a set of knives, I am told.«

Wolverine: Black, White & Blood #1

© Marvel 2020

In Heft #1 haben auch alle drei Storys einen Koloristen, was man auch merkt. Bei Rosenberg / Cassara fällt der Umgang mit grauen Rastern positiv auf. Und die roten Augenlinsen der Schurken erinnern mich an Mr. Monster. Bei der dritten Story hat Declan Shalvey (DIE!namite) Story, Art und die Kolorierung übernommen - und er hat auch ein klares Konzept, wie er Rot als Farbe einsetzt. Allein dafür ist die Story schon bemerkenswert. Zwar wird auch hier gemetzelt, als wenn es kein Morgen gibt (natürlich im Fall von Wolverine immer aus Notwehr), aber dieser Beitrag kommt so etwas wie Comickunst fast schon nahe. Nur halt nichts für Zartbesaitete.

Wolverine: Black, White & Blood #1

© Marvel 2020

Die Einstiegs-Story in Heft #2 (Ayala, Land und Leisten) wirkt wie eine wenig ambitionirte Kombi zweier Geschichten aus Heft #1. Wolverine kämpft wieder gegen ein Biest (Sabretooth), wobei man aber viel zu viel quatscht und die Kampfszene auch nicht viel hergibt. Es soll mal wieder ein Wissenschaftler gerettet werden, der eine »Heilung« des Mutanten-Gens anstrebt, und er hat eine Tochter (unschuldiges Leben, das es zu retten gilt), die aber nicht einmal ein ernstzunehmendes MacGuffin darstellt. Hat man fünf Seiten später schon fast wieder vergessen (und auch visuell nichts, was der Rede wert ist).

Saladin Ahmed, der Autor hinter Ms. Marvel, hat auch nicht seinen besten Tag. Wolverine gerät in eine Todesfalle von Arcade (ein mir unbekannter Bösewicht mit roten polka dots auf seiner ziemlich großen Fliege). Wie in der Geschichte zuvor muss wieder ein fast Unschuldiger gerettet werden, der aber Wolverine in die Bredouille brachte. Man merkt immerhin, dass Zeichner Kev Walker Spaß gehabt hat, die Todesfalle nebst Action zu illustrieren, aber der Spaß überträgt sich nicht auf mich als Leser.

Das Artwork des vielgelobten Salvader Larroca mit vielen Grau- und Rot-Zwischentönen spricht mich fast gar nicht an. Zu viel Aufwand mit dem Muster eines Kleids, zu wenig Klarheit bei einer ausgedehnten Kampfszene. Und Autor Chris Claremont hat hier auch keinen Karriere-Höhepunkt.

In Heft #3 geht's dann weiter mit dem vielgepriesenen Hollywood-Autor John Ridley, der sich zusammen mit Jorge Fornés, einem der besten klassischen Zeichner dieser Generation, zumindest Mühe gibt, auch, wenn die erste Hälfte des Titels »32 Warriors and a Broken Heart« eigentlich schon alles vorwegnimmt. Immerhin geht es mal um Wolverines große Liebe Mariko und eine angenommene Tochter, also um »Familie«, einen Story-Aspekt, der bei Wolverine nur selten groß geschrieben wird. Die klaren, dynamischen Zeichnungen und der gelungene Einsatz der Zusatzfarbe tun ihr übriges, um mal wieder einen Höhepunkt dieser Anthologie-Serie zu bieten.

Wolverine: Black, White & Blood #3

© Marvel 2021

Ich hatte mal eine große Vorliebe für den Zeichner Chris Bachalo, aber nach seinen Vertigo-Serien (Shade the Changing Man, zwei Death-Miniserien) konnte ich schon in Generation X miterleben, wie er einen selbstverliebten Stil entwickelte, der sich immer weiter von dem entfernte, was mich an seinen Zeichnungen ansprach. Wenn man heutzutage seinen Doctor Strange, Deadpool oder eben die Wolverine-Story in Heft #3 betrachtet, verdrängen überzogene Spielereien jegliche Klarheit im (Seiten-)Design. Für mich eine Entwicklung im Comicbereich, die die eigentliche Lektüre unnötig in den Hintergrund verdrängt. Oft muss man die Bilder auf eine Art erst »entschlüsseln«, was leider keinen Mehrwert für mich bietet.

Auch bei Zeichner Jesús Saiz wird der Farbeinsatz größtenteils verschenkt und die Story an sich (Jed MacKay) stützt sich zu sehr auf einen Kniff, der sie aber nicht als Ganzes tragen kann.

Die erste Geschichte aus Heft #4 (Kelly Thompson, Khary Randolph) bietet für visuelle Spielereien immerhin den notwendigen Background. Kann mich aber darüber hinaus nicht wirklich begeistern.

Wolverine: Black, White & Blood #4

© Marvel 2021

Story 2 und 3 aus Heft #4 (Credits siehe oben) besiegeln dann den Trend, dass die guten Geschichten in Heft #1 verschossen wurden. Zwei Variationen von »Wolverine gegen ein Biest«, beide angereichert um wenig innovative normale Gegner, die ein wenig Handlung bieten. Erst kämpft Wolverine gegen Haie, dann gegen den bereits erwähnten Tyrannosaurus Rex. Ich bezweifle, dass man das wirklich braucht. Vor allem hat die Hai-Geschichte einen unangenehmen zynischen Unterton, und die andere (im »Savage Land« spielende) steht für Marvel-Klischees, die man eigentlich in den Siebzigern oder Achtzigern hinter sich gelassen haben sollte.

'Nuff said, Bub.

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Gesammelte gelesene Neuerscheinungen aus Woche 9 (2./3.3.):
America Chavez: Made in the USA #1 (of 5), Avatar: The Next Shadow #3 (of 4), Brindille Vol. 1 #2, Brzrkr #1 (of 12), Buffy the Vampire Slayer #23, Casual Fling #2 (of 4), Crime Syndicate #1 (of 6), Dead Dog's Bite #1*** (of 4), Demon Days: X-Men #1, Fear Case #2 (of 4), Fire Power #9*, Hellions #10, James Bond: Agent of Spectre #1**, Jonna and the Unpossible Monsters #1, The Next Batman: Second Son #2, Nocterra #1, Represent! #6: The Lesson, Sensational Wonder Woman #9, The Swamp Thing #1 (of 10), Truth & Justice #8, Undone by Blood or The Other Side of Eden #1 und The Walking Dead Deluxe #10
*Zitat der Woche: »Snakes can't fly!«
**Bonus-Zitat der Woche: »Apparently he'd never fired a gun underwater before. Poor sod.«
***Noch ein Bonus-Zitat: »How's your mom and Tom?« --- »Mom's mom, Tom's Tom.«
****Das letzte Bonus-Zitat: »«
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Gesammelte gelesene Neuerscheinungen aus Woche 10 (9./10.3.):
Batman: Urban Legends #1, Black Hammer: Visions #2 (of 8), Children of the Atom #1*, Daredevil #28***, God of War: Fallen God #1, The Green Lantern: Season Two #12 (of 12), The Joker #1, The Last Witch #3 (of 5), Maniac of New York #2**, The Next Batman: Second Son #3, Proctor Valley Road #1 (of 5), Represent! #7: Fight Fire with Spray Cans, Scout's Honor #3, Sensational Wonder Woman #10, Strange Academy #9, Superman #29, Thor and Loki: Double Trouble #1 (of 4), Wolverine: Black, White and Blood #4 (of 4), und X-Factor #8.
*Zitat der Woche: »They're gonna think whatever they want no matter what you say.«
**Bonus-Zitat der Woche: »This is Gabriella Acosta. The only one here with any chance of surviving this day.«
***Noch zwei Bonus-Zitate: Matt Murdock: »I'm just tired. Nothing ever lets up. Everything is a fight.«; [diverse Seiten später:] Wilson Fisk: »I'm tired of it all, Wesley.«
****Das letzte Bonus-Zitat: »«
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Gesammelte gelesene Neuerscheinungen aus Woche 11 (16./17.3.):
Captain Marvel #27*, Justice League #59**, Kick-Ass vs. Hit-Girl #5 (of 5), Marvel #6 (of 6), The Next Batman: Second Son #4***, Nightwing #78, Orphan and the Five Beasts #1 (of 4), Sensational Wonder Woman #11, Spider-Woman #10, Superman: Red & Blue #1, S.W.O.R.D. #4, Ultramega #1 und X-Force #18.
*Zitat der Woche: »I'm here for the pity party.«
**Bonus-Zitat der Woche: »I see you have one of those shirts.«
*Noch ein Bonus-Zitat: »Take that, Snat.«
***Das letzte Bonus-Zitat: »You're too young to be cynical.« --- »I'm too old to be naive.«
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Gesammelte gelesene Neuerscheinungen aus Woche 12 (23./24.3.):
Alien #1, Cable #9*, Carnage: Black, White & Blood #1 (of 4), Detective Comics #1034, Eros / Psyche #1, Excalibur #19, Firefly: Brand New 'Verse #1, Gung Ho: Sexy Beast #3, Lady Baltimore: The Witch Queens #1 (of 5), Maestro: War & Pax #3** (of 5), The Next Batman: Second Son #5, Omni-Visibilis***, Sensational Wonder Woman #12, Shadow Doctor #2, Stray Dogs #2, Teen Titans Academy #1 und Usagi Yojimbo #17.
*Zitat der Woche: »Not being able to murder your way out of a problem is really, really frustrating.«
**Bonus-Zitat der Woche: »Pull up file TIH-312
*Noch ein Bonus-Zitat: »I'm like the landlord, the cop and the Beyoncé of this place.«
***Letztes Bonus-Zitat: »Do you have any beer?« --- »I've got beer-flavored condoms.«
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Gesammelte gelesene Neuerscheinungen aus Woche 13 (30./31.3.):
Beta Ray Bill #1** (of 5), Brindille Vol.1 #2, Firefly #27, The Flash #768, Future State: Superman vs. Imperious Lex #3 (of 3), Mann's World #3, The Next Batman: Second Son #6***, Nuclear Family #2, Sensational Wonder Woman #13, Shadecraft #1, Silk #1 (of 5), The Union #4 (of 5), Usagi Yojimbo: Wanderer's Road #5 (of 7), X-Men #19, X-Men Legends #2 und Young Hellboy: The Hidden Land #2 (of 4).
*Zitat der Woche: Jonah J. Jameson: »All those Ticky-Tacky video bums could learn a thing or two from you.«
**Bonus-Zitat der Woche: »Your toys are useless, horse face!«
***Noch ein Bonus-Zitat: »Down there a bulletproof vest is nothing but a fashion statement.«
****Letztes Bonus-Zitat: Gen: »Boy, am I upset!« --- Usagi: »Because Okii sent more agents after you?« --- Gen: »No, because he didn't have the decency to try to bribe me first!«
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Best of März 2021:

  1. Omni-Visibilis (Matthieu Bonhomme, Lewis Trondheim)
  2. Maestro: War & Pax #3 (Peter David, Javier Pina, Wilton Santos, Oren Junior)
  3. Fire Power #9 (Robert Kirkman, Chris Samnee)
  4. Captain Marvel #27 (Kelly Thompson, David Lopez)
  5. Brindille Vol. 1 #1-2 (Frédéric Brrémaud, Federico Bertolucci)
  6. X-Men #19 (Jonathan Hickman, Mahmud Asrar)
  7. The Last Witch #3 (Conor McCreery, V.V. Glass)
  8. Firefly #27 (Greg Pak, Ethan Young)
  9. Cable #9 (Gerry Duggan, Phil Noto)
  10. Usagi Yojimbo: Wanderer's Road #5 (Stan Sakai)
  11. Beta Ray Bill #1 (Daniel Warren Johnson)
  12. The Walking Dead Deluxe #10 (Robert Kirkman, Charlie Adlard)
  13. Shadow Doctor #2 (Peter Calloway, Georges Jeanty)
  14. The Next Batman: Second Son #2-4 (John Ridley, Travel Foreman, Mark Morales, Tony Akins, Marco Failla, John Livesay)
  15. Kick-Ass vs. Hit-Girl #5 (Steve Niles, Marcelo Frusin)
  16. Black Hammer: Visions #2 (Geoff Johns, Scott Kolins)
  17. Superman: Red & Blue #1 (Marguerite Bennett, John Ridley, Brandon Easton, Dan Watters, Wes Craig, Jill Thompson, Clayton Henry, Dani, Steve Lieber)
  18. Firefly: Brand New 'Verse #1 (Josh Lee Gordon, Fabiana Mascolo)
  19. Stray Dogs #2 (Tony Fleecs, Trish Forstner)
  20. Maniac of New York #2 (Elliott Kalan, Andrea Mutti)
  21. Buffy the Vampire Slayer #23 (Jeremy Lambert, Ramon Bachs)
  22. Eros / Psyche #1 (Maria Llovet)
  23. Daredevil #28 (Chip Zdarsky, Marco Chechetto)
  24. Fear Case #2 (Matt Kindt, Tyler Jenkins)
  25. Jonna and the Unpossible Monsters #1 (Chris Samnee, Laura Samnee)
  26. Silk #1 (Maurene Goo, Takeshi Miyazawa)
  27. Shadecraft #1 (Joe Henderson, Lee Garbett)
  28. Gung Ho: Sexy Beast #3 (Benjamin von Eckartsberg, Thomas von Kummant)
  29. Represent! #7: Fight Fire with Spray Cans (Onyekachi Akalonu, Valentine De Landro)
  30. Nocterra #1 (Scott Snyder, Tony S. Daniel)
  31. Sensational Wonder Woman #9-10 (Amy Chu, Maria Laura Sanapo)
  32. Proctor Valley Road #1 (Grant Morrison, Alex Child, Naomi Franquiz)
  33. Strange Academy #9 (Skottie Young, Humberto Ramos)
  34. Scout's Honor #3 (David Pepose, Luca Casalanguida)
  35. Nuclear Family #2 (Stephanie Phillips, Tony Shasteen)
  36. Nightwing #78 (Tom Taylor, Bruno Redondo)
  37. James Bond: Agent of Spectre #1 (Christos Gage, Luca Casalanguida)
  38. Mann's World #3 (Victor Gischler, Niko Walter)
  39. The Joker #1 (James Tynion IV, Sam Johns, Guillem March, Mirka Andolfo)
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Für die nächste Ausgabe sind anvisiert:

Rezensionen zu Batman Black & White #4-6, DC Festival of Heroes: The Asian Superhero Celebration #1, Made in Korea #1 (of 6), Maestro: War & Pax #3-5 (of 5), The Many Deaths of Laila Starr #1, Marjorie Finnegan, Temporal Criminal #1, Superman Red and Blue #1-3 und Wanted Lucky Luke.