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Ekkehard Knörer
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29. Tag: Ystader Straße (Prenzlauer Berg)

Ystader Straße (Prenzlauer Berg)

Ystader Straße (Prenzlauer Berg)

Schwedter Straße (Prenzlauer Berg)

Eine sehr nette Ecke da oben, des Prenzlauer Bergs, ein wenig ab vom Schuss und Trubel des Kollwitz-, inzwischen auch des Helmholtz-Platzes. Immer noch, ein wenig, im Schatten der Mauer, die jetzt nur noch einen Park schmückt, im Schatten, neuerdings, auch der Max-Schmeling-Halle, in der Alba Jahr um Jahr die deutsche Meisterschaft erringt. Der Wedding scheint weit weit weg, dabei ist es nur ein Steinwurf und die eine oder andere Autostraße verbindet die Bezirke: nachmittags sind sie sogar ziemlich befahren. Die Kopenhagener Straße aber oder die Korsörer - beide kreuzen die Ystader (das ist so ein kleines skandinavisches Viertel hier, in Ystad, Schweden, beklagt bekanntlich Herr Wallander den Zustand der Welt) - enden mit dem Kopf gegen die Wand, man stößt auf einen grünen Wall, wo die Mauer war, als Sackgasse endet davor eine kleine, friedliche, verlassene Schwedter Straße, die in die andere Richtung noch einen ziemlich weiten Weg durch den Bezirk vor sich hat. Ystader Straße (Prenzlauer Berg)

Auf eine veritable Mauer stößt man am Nordende der Ystader Straße, dahinter fährt im Graben die S-Bahn. Ein paar Meter weiter führen schwarze Rohre drüber weg und dann noch ein Stückchen die Kopenhagener rauf eine kleine Brücke nur für Fußgänger und Radfahrer. Links, jetzt von der Mauer kommend, ist ein Schulgelände, dessen baulicher Zustand zur Sorge Anlass gibt, hinter den trotz des Verfalls eindrucksvollen Wänden mit Säulen davor tobt nachmittäglicher Sportunterricht. Gegenüber ein Zeitschriften- und verwandter Krimskrams-Laden, dessen Besitzer (sagt man mir) die leicht anarchische Eigenart hat, für all seine Produkte absolute Fantasiepreise zu fordern. Daneben eine Baulücke zur Gleimstraße hin - die das Ende Skandinaviens wie der Ystader Straße bedeutet -, auf der eine Ruine steht, aus Ziegelstein und Holz, Müll davor und Gekritzel darauf, was das mal war, lässt sich kaum noch ahnen. Und über die Gleimstraße hinüber der Falkplatz, da liegen Leute im Gras in der Sonne. Die nämlich scheint, manchem Wetterbericht zum Trotz.

 
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