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Die Box



Januar 2005 Marc Degens
für satt.org

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Buch-Charts
von Marc Degens:
2003 | 2002 | 2001

Top 13 Bücher 2004:


  1. Jörg Fauser: Rohstoff.
    Alexander Verlag, Berlin 2004.
    304 Seiten, EUR 19,50
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    Rohstoff von Jörg Fauser (1944-1987) ist einer der besten deutschsprachigen Romane der letzten 25 Jahre. Der Stil ist präzise, mitreißend, mustergültig, der Inhalt monströs. Rohstoff beschreibt die Ent-Kunstung eines Menschen, die Auslöschung von Ideen & Idealen: Von der Heroinszene Istanbuls zum deadend job in Frankfurt, von den besetzten Häusern zum offenen Sportwagen … Der stark autobiographische Roman erschien erstmals 1982 & liegt nun als 2. Band der schönen Fauser-Werkausgabe im Alexander Verlag vor.

  2. Thomas Kapielski: Weltgunst.
    Merve Verlag, Berlin 2004.
    180 Seiten, EUR 13,80
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    2002 war das Jahr des Hinnehmens, 2003 das Jahr des Durchstehens, 2004 ist das Jahr des Standhaltens - zumindest für Thomas Kapielski. Sein neues Buch Weltgunst versammelt Aphorismen, Geschichtchen, Kalauer & Sinnsprüche aus dieser Zeit, größtenteils von genialer Natur: Ein Tag ohne Bier ist wie ein Tag ohne Wein. Weltgunst ist ernster als Kapielskis letztes Werk & thematisiert auch persönliches Leid (Scheidung, Alkoholismus). Sprachlich wie gedanklich ist Thomas Kapielski der unnachahmlichste lebende deutsche Schriftsteller.

  3. Ludwig Hohl: Alles ist Werk.
    Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2004.
    300 Seiten, EUR 25,00
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    Ludwig Hohl (1904-1980) war & ist ein Unentdeckter, ein Wortesammler und -verwalter, ein Denker der Tiefe. Die vorbildliche Studie Alles ist Werk gewährt Einblicke in Hohls geheimnisvolle Arbeitsweisen. Hohl hat sich & sein Leben der Kunst verschrieben – das Leben hat es ihm nicht gedankt. Das Buch ist eine späte Würdigung, eine wunderbare Dokumentation mit zahlreichen Abbildungen, Fotografien & hervorragenden Texten – z. B. Andreas Langenbachers origineller Beitrag über die Poetik der Ernüchterung, der nicht den Rausch, sondern den Kater als schöpferische Quelle untersucht.

  4. Samuel Pepys: Die Geheimen Tagebücher
    Eicborn Verlag 2004.
    416 Seiten, EUR 29,90
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    1703 stirbt Samuel Pepys in London im Alter von siebzig Jahren als hochgeachteter Mann. In der Epoche der britischen Restauration gelang ihm eine beeindruckende Karriere: Pepys diente sich vom einfachen Privatsekretär zum Flottenadministrator, dann zum Parlamentsabgeordneten und schließlich zum Staatssekretär hoch. Seine knapp 3000 Bände umfassende Privatbibliothek gelangt nach seinem Tod an das Magdalene College in Cambridge, darunter befinden sich sechs in Kalbsleder gebundene Bände mit eigenen Aufzeichnungen in einer geheimnisvollen Kurzschrift. Es dauert mehr als hundert Jahre, bis sich die Aufmerksamkeit auf die Bände richtet und die Texte entschlüsselt werden. 1825 erscheint eine kleine Auswahl aus den rund 3100 Seiten umfassenden Aufzeichnungen, der eher zufällige Fund ist eine Sensation. Bei den Bänden handelt es sich um Pepys’ Tagebücher aus den Jahren 1660 bis 1669, es sind Texte die bis heute verwundern, verstören und begeistern. Durch sie gelangt sein Autor zu Weltruhm und geht als wirkungsmächtigster Erneuerer der antiken Gattung, ja sogar als erster moderner Autobiograph in die Literaturgeschichte ein. Und ebenso als der radikalste. » mehr

  5. Washington Cucurto: Die Maschine, die kleine Paraguayerinnen macht.
    Aus dem argentinischen Spanisch übertragen und mit einem Glossar versehen von Timo Berger.
    SuKuLTuR, Berlin 2004.
    32 Seiten, EUR 2,00
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    Auszug:
    " Nimm das, Marionette, Spielzeug, Playmobil des Todes …!!!"

  6. Lilli Brand: transitgeschichten
    DVA 2004.
    158 Seiten, EUR 17,90
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    Lilli Brand stammt aus der Ukraine, studiert Medizin, kommt nach Deutschland, heiratet zum Schein, arbeitet als Prostituierte, häuft Schulden an, nimmt Heroin, kommt in den Knast. Heute ist sie 30, lebt als Journalistin in Berlin & erzählt in transitgeschichten kunstvoll ihre unglaubliche, atemberaubende Geschichte. Es ist eine mitleidlose, formal strenge Autobiographie mit kürzesten, gnadenlosen Sätzen ohne Schmerz, Reue & Wehleid: Zeugnis und Meisterwerk der Neuen Deutschen Härte!

  7. Tom Schulz: Abends im Lidl.
    Neue Edition im Stahl-Verlag, Köln 2004.
    80 Seiten, EUR 8,50
    » krash.de

    In den 90er Jahren war der Kölner Krash Verlag eine der besten Adressen für untergründige Autoren – nach einer kreativen Pause hat ihn der Schriftsteller & satt.org-Autor Enno Stahl mit einer neuen Reihe für engagierte Lyrik wieder ins Leben gerufen. Als erster Band erschien im März nun der Gedichtband Abends im Lidl von Tom Schulz. Es ist die dritte & bislang komplexeste Veröffentlichung des 1970 geborenen, in Berlin lebenden Dichters. Schulz ist einer der bildreichsten & wortmächtigsten jungen Lyriker, der fernab des Zeitgeistes schreibt, gegen die Moden, für eine Literatur des Lebens!

  8. Aaron Cometbus: Doppelzwei.
    Aus dem Amerikanischen von Jörn Morisse.
    Lautsprecher Verlag 2004.
    144 Seiten, EUR 11,50
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    Doppelzwei von Aaron Cometbus ist ein autobiographisches Befindlichkeitsbuch von lässiger Schnodderigkeit und erinnert an Peter Bagges Grungekultcomic Hate. In 94 lose miteinander verbundenen Episoden beschreibt der legendäre amerikanische Fanzinemacher einen kalifornischen Punk-WG-Alltag ohne Pathos. Parties, Freunde, Bier, Besetzungen … Obdachlosigkeit, Zynismus, Suizide, Langeweile. Übersetzt wurde das flott & luftig geschriebene Buch vom langjährigen satt.org-Mitarbeiter Jörn Morisse.

  9. Peter Rühmkorf: TABU II
    Rowohlt 2004.
    400 Seiten, EUR 22,90
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    Peter Rühmkorf ist der Star dieser Buchsaison – & das zu Recht! Seine als TABU II erschienenen Tagebuchnotizen von April 1971 bis Juni 1972 fügen sich zu einem genau beobachteten BRD-Zeitroman, der die damalige linke Bewußtseinsauflösung angesichts der Aktivitäten der Baader-Meinhof-Gruppe & privat-beruflicher Etablierung dokumentiert. Die großartig geschriebene Privatgeschichte mit wundervollen lyrischen & seltsamen dramatischen Einsprengseln beweisen Rühmkorfs einmalige Stellung als Schriftsteller, Lyriker, Literaturvermittler & politischer Aktivist.

  10. Ferdinand Hardekopf: Wir Gespenster.
    Arche Verlag 2004.
    160 Seiten, EUR 16,00
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    "Mädchen sprießen jung im Sturm,/Bald muß ich sie lieben;/Und es wächst ein Bücherturm,/Der wird jetzt geschrieben.“ – Ferdinand Hardekopfs (1876-1954) in Buchform veröffentlichtes Werk umfaßt gerade einmal 120 Seiten & erschien soeben komplett im Arche Verlag. Die Gedichte, Kurzgeschichten & dramatischen Skizzen beweisen, daß Hardekopf einer der originellsten & elegantesten Expressionisten seiner Zeit war. Ein kundiges Porträt Wilfried F. Schoellers rundet das Buch ab & gibt Auskunft über sein späteres Schicksal: Im II. Weltkrieg verliert Hardekopf sämtliche in Arbeit befindlichen Manuskripte und überlebt als „zerfetzter, verhetzter, zersetzter Literat".

  11. Peter Kurzeck: Ein Kirschkern im März.
    Stroemfeld/Roter Stern, Frankfurt am Main 2004.
    286 Seiten, EUR 19,90
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    Nach Übers Eis und Als Gast ist Ein Kirschkern im März der dritte Band (von 7) der Zeit- und Stadtchronik über das Jahr 1984. Peter Kurzeck (*1943) ist einer der radikalsten und eigenwilligsten Romanciers der Gegenwart.

  12. Burkhard Spinnen: Der Reservetorwart.
    Schöffling & Co. 2004.
    200 Seiten, EUR 18,90
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    Burkhard Spinnens Erzählband Der Reservetorwart umfaßt 24 Geschichten, in denen der Autor mit erstaunlicher Erfindungsgabe & feingeschliffenen Sätzen gestandene Männeralltage nach Bruchstellen absucht & sie findet. Ob Angestellter, Fußballprofi oder Nobelpreisträger: Mit lakonischem Witz offenbart Spinnen ihre ewiggleichen Wünsche, Träume & Ängste – der Tod der Ehefrau, Sex mit Fremden, fehlende Haare, der Verlust der Jugendidole … Das schöne Buch der Unbefriedigung!

  13. Thomas Bernhard: Die Autobiographie. Werke 10.
    Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2004.
    400 Seiten, EUR 39,90
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    Zum ersten Mal in einem Band: Die 5 autobiographischen Erzählwerke von Thomas Bernhard: Die Ursache, Der Keller, Der Atem, Die Kälte und Ein Kind. Mit einem ausführlichen Kommentar und einer Zeittafel, herausgegeben als Band 10 der Suhrkamp-Werkausgabe von Martin Huber und Manfred Mittermayer.