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Die Box




13. August 2008
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)
Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)
Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)
© 2008 Sony Pictures Releasing GmbH
Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)
Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)
Leg dich nicht mit Zohan an (R: Dennis Dugan)

Leg dich nicht mit Zohan an
(R: Dennis Dugan)

Originaltitel: You don't mess with the Zohan, USA 2008, Buch: Judd Apatow, mit Adam Sandler (Zohan Dvir), Emmanuelle Chriqui (Dalia), John Turturro (The Phantom), Nick Swardson (Michael), Lainie Kazan (Gail), Ido Mosseri (Oori), Rob Schneider (Salim), Dave Matthews (James), Michael Buffer (Walbridge), Charlotte Rae (Mrs. Greenhouse), Sayed Badreya (Hamdi), Daoud Heidami (Nasi), Kevin Nealon (Kevin), Robert Smigel (Yosi), Dina Doronne (Zohan's Mother), Shelley Berman (Zohan's Father), John Paul DeJoria (Paul Mitchell), Chris Rock (Taxi Driver), Mariah Carey, John McEnroe, Kevin James, George Takei, Dom DeLouise, Bruce Vilanch (Themselves), Dennis Dugan (Homeless Guy), Kinostart: 14. August 2008

Zunächst ein kleines Detail, das weder von den Filmemachern beabsichtigt noch besonders revolutionär ist, aber meiner bescheidenen Meinung nach dennoch erwähnenswert: den Buchstaben Z, so wie er im Deutschen (und evtl. auch im Jiddischen, aber da bin ich mir nicht sicher) zumeist ausgesprochen wird, kann man für die englischsprachige Welt umschreiben, damit er auch dort korrekt intoniert wird. So gibt es etwa in den Staaten den Familiennamen Berentsen (habe ich zufällig im Nachspann von Mummenschanz III gesehen), den ich nur aus Gründen der zu vermeidenden Schleichwerbung (Genuss mit Verantwortung!) nicht in der hier herkömmlichen Schreibweise wiederhole. Damit Adam Sandler also “Zohan” so ausspricht, dass es für unsereins korrekt klingt (ein Problem, das seinerzeit auch Patrick Stewart bei seinem französischen Rollennamen Picard wenig interessiert hat), müsste der Name “Tsohan” heißen. Und wer sich jetzt fragt, was dieser Firlefanz soll, den bitte ich, “Tsohan” mal rückwärts zu lesen ... (Tusch in verminderter Zimmerlautstärke).

Zohan (Adam Sandler) ist ein Top Agent der israelischen Mossad, der beispielsweise immer wieder gerufen wird, wenn der palästinensische Terrorist namens “The Phantom” (John Turturro) dingfest gemacht werden muss - wobei Zohan etwas sauer ist, dass sein Gegenspieler zumeist nach kurzfristigem Gewahrsam wieder in irgendwelchen Austauschaktionen wieder die Freiheit erlangt. Da kann man schon mal den Eindruck bekommen, dass der Agentenjob trotz landesweitem Ruhm und den James-Bond-mäßigen Nebenerscheinungen keinen wirklichen Nutzen mit sich bringt.

Deshalb will Zohan sattdessen seinen Jugendtraum verwirklichen und Friseur werden. Er täuscht seinen Tod vor und fliegt nach New York - doch da sein Stilbewusstsein als Friseur sich auf einen Katalog aus den 1980ern stützt (mit Bart erinnert Sandler in manchen betont auf Macho getrimmten Szenen ein wenig an Shah Rukh Khan), sieht es zunächst so aus, als könne er auch nur einen Job als Taxifahrer oder Elektrofachverkäufer (wie ein Großteil der in New York wohnhaften Israelis und Palästinenser) bekommen - bis er dann über seinen Schatten springt und auf der anderen Seite der Strasse in einem palästinensischen Friseursalon beginnt (die Feindseligkeit ist hier aufgrund der täglichen Konfrontation und ähnlichen Herkunft nicht so stark ausgeprägt). Seine neue Chefin (Emmanuelle Chriqui) ist von seinen Fähigkeiten nicht überzeugt, lässt ihn zunächst nur Haare auffegen, doch durch Zohans Ausdauer verdient er sich in einem Moment der Unterbesetzung seine erste Rolle - und überzeugt seine Kundin vor allem durch gewisse “Sonderdienste”, die ihn schnell zu einem Geheimtip unter den etwas betagteren sexuell nicht ausgelasteten Kundinnen macht. Dass er sich in seine Chefin verliebt und seine Tarnexistenz auffliegt, muss wohl nicht extra betont werden ...

Mit einem altbewährten Team aus Sandlers Happy Madison Crew (Regisseur Dennis Dugan drehte schon Happy Gilmour, Big Daddy und I now pronounce you ... Chuck and Larry, mit John Turturro drehte Sandler schon Mr. Deeds, und Rob Schneider huscht ja so ziemlich in jedem Adam Sandler-Film irgendwo im Hintergrund herum) und dem momentan sehr angesagten Judd Apatow als Autor (Knocked Up, Walk Hard etc.) versucht man hier ein wenig, mit hebräischen und jiddischen Sprachfetzen auf den Borat-Zug aufzuspringen, mischt das Ganze ein wenig mit der aus Crocodile Dundee bekannten Grundidee, baut aber dabei ganz auf Sandlers Stärken (und engagiert sogar unzählige echte in New York ansässige Israelis und Palästinenser). Dazu gibt es einen 80er Jahre-Soundtrack, jede Menge Gastauftritte und politisch unkorrekte Witze (u. a. über kulinarische und sexuelle Vorlieben), einige erstaunliche Action-Szenen und all das, wofür viele Leute Adam Sandler-Filme besuchen (und andere sie meiden). Qualitativ und von der Beanspruchung des Zwerchfells schließt Zohan an Sandler-Klassiker wie 50 First Dates oder Anger Management an und allein für das Geheimnis seiner prallgefüllten Hose muss man die Figur ins Herz schließen.