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Die Box




Juni 2007
Thomas Vorwerk
für satt.org


Shrek der Dritte (R: Chris Miller)

Shrek der Dritte (R: Chris Miller)
Shrek der Dritte (R: Chris Miller)
Bilder © 2007 DreamWorks
Animation LLC. All Rights Reserved.
Shrek der Dritte (R: Chris Miller)
Shrek der Dritte (R: Chris Miller)
Shrek der Dritte (R: Chris Miller)

Originaltitel: Shrek the Third, USA 2007, Co-Regie: Raman Hui, Buch: Jeffrey Price, Peter S. Seaman, Jon Zack, Story: Andrew Adamson, Schnitt: Michael Andrews, Musik: Harry Gregson-Williams, mit den Original- / deutschen Stimmen von Mike Myers / Sascha Hehn (Shrek), Eddie Murphy / Dennis Schmidt-Foß (Donkey), Cameron Diaz / Esther Schweins (Princess Fiona), Antonio Banderas / Benno Fürmann (Puss In Boots), Rupert Everett / Thomas Vogt (Prince Charming), Julie Andrews / Marie-Louise Marjan (Queen Lillian), John Cleese / Thomas Danneberg (King Harold), Eric Idle / Wolfgang Spier (Merlin), Justin Timberlake / Robin Kahnmeyer (Artie), Cody Cameron / Gerald Schaale (Pinocchio), Conrad Vernon / Santiago Ziesmer (Gingerbread Man), Larry King / Manfred Lehmann (Doris), John Krasinski / David Nathan (Lancelot), Ian McShane / Friedemann Benner (Captain Hook), Amy Poehler / Cathlen Gawlich (Snow White), Cheri Oteri / Ann Vielhaben (Sleeping Beauty), Maya Rudolph / Alexandra Wilcke (Rapunzel), Amy Sedaris / Manja Döring (Cinderella), Conrad Vernon / Eberhard Prüter (Rumplestiltskin), Regis Philbin / Lutz Schnell (Mabel), Seth Rogen / Karl Schulz (Ship Captain), Aron Warner / Wolfgang Kühne (Wolf), Susan Blakeslee / Heike Schroetter (Evil Queen), Tom McGrath / Rainer Fritzsche (Gary), Kelly Asbury / Dr. Michael Nowka (Master of Ceremonies), sowie im Original Chris Miller (Puppet Master / Announcer / Mascot / Singing Villain), Kelly Asbury (Fiddlesworth), Conrad Vernon (Headless Horseman), Kelly Cooney (Cheerleader / Tiffany / Mother), 92 Min., Kinostart: 21. Juni 2007

Der Sommer ist die Blockbuster-Zeit, was sich heutzutage größtenteils in Sequels äußert. Peter Parker, Captain Jack Sparrow, Shrek und Danny Ocean gibt es im dritten Aufguß, John McClane schon im vierten, und bei Harry Potter kommt bereits Film Nummer 5. Von allen genannten Filmreihen war ich auf die Fortsetzung von Shrek am gespanntesten, denn schon Teil 2 brauchte sich in meinen Augen nicht vorm Original zu verstecken, und so hoffte ich darauf, daß man sich erneut gesteigert haben könnte. Daß man einen neuen Regisseur verpflichtet hatte, war schon mal kein gutes Zeichen, vor allem, da es sich um ein größtenteils unbeschriebenes Blatt aus der großen Dreamworks-Animation-Talentschmiede handelt, der bei der Kurzrecherche in eigenen Kritiken ausschließlich als Stimme von Kowalski in Madagascar auftauchte (wie man an meinen Stabangaben zu Shrek the Third sehen kann, darf sich bei Dreamworks jeder Regisseur alter Filme als Synchronsprecher betätigen).

Der Film schickt das Trio Shrek / Esel / Kater wieder auf ein Abenteuer, denn um einen Ersatzkönig (Shrek ist laut eigener Auffassung wenig geeignet) aufzutreiben, muß Arthur (neue Figur, Originalsprecher Justin Timberlake) aufgetrieben werden. Wo nun in Shrek Disneyland und in Shrek 2 Hollywood verarscht wurde, reicht es hier nur für eine etwas an Hogwarts erinnernde Highschool, unter deren Geeks, Jocks und Cheerleadern unter anderem auch Lancelot und Guinevere auftauchen, was aber gagpolitisch schon fast mit Nichtbeachtung gestraft wird. Und damit sind wir auch schon beim großen Problem des Films: Alle alten Gags werden recyclet, ohne wirklich verbessert zu werden. Esel nervt im Schlafzimmer, Katze wendet Bettelblick an, Shreks Ohrwachs wird zweckentfremdet, Prince Charming schüttelt sein Haar in Zeitlupe (die rosa Leggings sind aber erwähnenswert). Die neuen Figuren sind allesamt eher unterdurchschnittlich interessant, die Auflösung des Plots hält wenige Überraschungen bereit, und auch, wenn man inzwischen großer Fan von Shrek, Fiona und dem ganzen Franchise ist, schien dem Studio der schnelle, sichere Buck wichtiger als das Ausbauen bereits gefestigter Qualitätsprodukte zu neuen Höhenflügen.

Natürlich gibt es viel zu lachen, aber es ist oft ein Recycling-Lachen, alle bereits bekannten Figuren liefern ihren running gag ab (Pinocchios Nase, die immer noch blinden drei Mäuse, die immer noch hässlichen Doris und Mabel etc.) oder dürfen ihre Gags als Zeichen der Innovation höchstens mal tauschen (Diesmal probiert der Esel den Bettelblick …). Die Story soll größer und bombastischer erscheinen, wirkt aber in ihrem Bürgerkrieg zwischen guten und bösen Märchenkreaturen und Prince Charmings seltsamen Bemühen, das Ausschalten seines Feindes Shreks wie ein riesiges Bühnenstück zu inszenieren, eher verzweifelt, und verliert dabei den Charme der Vorläufer, der noch gleichzeitig als naiv, märchenhaft und subversiv durchgehen konnte. Bei Shrek the Third scheint die einzige Moral zu sein: Und wenn sie nicht gestorben sind, gibt es in drei Jahren den nächsten Film.