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Die Box


 

Juni 2004
Thomas Vorwerk
für satt.org

Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück
USA 2004
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)

Regie:
Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon

Buch:
J. David Stem, Joe Stillman, David N. Weiss

Lit. Vorlage:
William Steig

Schnitt:
Michael Andrews

Musik:
Harry Gregson-Williams

Songs (u.a.):
The Eels, Lipps, Inc., David Bowie

Im Original mit den Stimmen von:
Mike Myers (Shrek), Eddie Murphy (Donkey), Cameron Diaz (Princess Fiona), Julie Andrews (Queen Lillian), Antonio Banderas (Puss In Boots), John Cleese (King Harold), Rupert Everett (Prince Charming), Jennifer Saunders (Fairy Godmother), Conrad Vernon (Gingerbread Man / Mongo u.a.), Joan Rivers (Joan Rivers), Andrew Adamson (Captain of the Guards), Kelly Asbury, Tom Waits / Nick Cave (Hooked Pianist)

93 Min.

Kinostart:
1. Juli 2004

Shrek 2
Der tollkühne Held kehrt zurück


Schon vom Produktionsvorgang her sind computeranimierte Filme prädestiniert für Sequels. Wenn man die Gesichtsmimik eines Fisches mit einer verkrüppelten Flosse erstmal hinbekommen hat, wartet sie ja auf der Festplatte nur auf einen neuen Auftritt. Daß hat man sich wohl auch bei Dreamworks gedacht und hat nun mit Shrek 2 nicht nur einen der Publikumslieblinge beim letzten Cannes Festival kreiert, sondern hängte auch innerhalb einiger Wochen Finding Nemo als erfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten ab.
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)
Shrek 2 — Der tollkühne Held kehrt zurück (Shrek 2) (R: Andrew Adamson, Kelly Asbury, Conrad Vernon)

Nachdem sich in Shrek das grüne Traumpaar Shrek/Fiona gefunden hatte and they lived happily ever after, wird nun in der Fortsetzung das unvermeidliche Nachspiel absolviert: Meet the Parents! Diese leben im Königreich "Far Far Away", das sich unter anderem mit einem sehr vertraut erscheinenden, von weither lesbaren Schriftzug in den grün bewachsenen Bergen hinter dem Königsschloß auszeichnet. Lebte Lord Farquaard mehr oder weniger in Disneyworld, so darf Esel Eddie Murphy nun nach Beverly Hills zurückkehren, inkl. einer Schloßeinfahrt, die exakt wie der Eingang zu den Universal-Studios aussieht, an der Straße verkauften Tourguides, übergroßen Werbeplakaten und dem aktuellen Sequel von Lethal Arrow.

Bei so einem Setting verwundert es nicht, daß Shrek 2 mehr Filmanspielungen (und diesmal weiß Grimm nicht nur auf Disney-Streifen und Märchen) versammelt, als man selbst in einem Zucker-Film erwartet - und das wichtigste und schönste dabei: diese Rip-Offs sind nicht Selbstzweck und einzige Existenzberechtigung des Films, sondern treiben die Geschichte homogen voran, wirken nie aufgesetzt, sondern als integraler Teil des Ganzen. Wenn Shrek, sein "treues Roß" und der neugefundene Kumpan "Puss in Boots" (d. i. "Der gestiefelte Kater") etwa aus dem Weg geräumt werden sollen, so geschieht das im Rahmen einer Reality-TV Dokuserie wie "Cops", inkl. einem verdächtigen Plastiktütchen, das der Katze womöglich untergeschoben wurde: "Katzen-Shit" (im Original "catnip").

Trotz der gelungenen deutschen Synchronisation (mit Sprachtalenten wie Sascha Hehn oder Marie-Louise Marjan) werde ich mir den Film natürlich nochmal im Original anschauen, u.a. weil die Besetzung einfach kolossal ist (selbst für Heteros) und viele Eigenheiten der Figuren in direktem Zusammenhang zum Leben und Werk ihrer Originalstimmen stehen. Vom Esel in der mit Palmen gesäumten Straße sprach ich bereits, Shrek hat mal mit einem kleinen, aber gemeingefährlichen Untier zu tun, das wie einst Mini-Me durch seinen Wams krabbelt, Princess Fiona hat in der Nähe ihres Jugendbettes noch ein Starporträt von "Sir Justin" hängen, Fernsehmoderatorin Joan Rivers spricht Fernsehmoderatorin Joan Rivers. und wenn die von Antonio Banderas gesprochene Killerkatze mit ihrem Degen ein P in einen Baum ritzt, ist das natürlich sowas wie The Mark of Purro.

Die Story und Charakterentwicklung ist zwar nicht ganz so aus einem Guss wie beim Vorgänger, das wird aber durch die Gags mehr als wieder wettgemacht - und streng genommen will man auch nicht zuviel von der Story verraten, denn die zahlreichen Überraschungen sollte man nicht durch Spoiler verderben.





Voll von SPOILERN ist meine
Liste der 10 schönsten Filmanspielungen (aus mindestens 50) in Shrek 2
  1. Der riesige Mongo kündigt seine Ankunft durch in Teetassen vibrierende Flüssigkeit wie in Jurassic Park an, bevor er an den Marshmallow Man aus Ghostbusters erinnert und schließlich schreit er nach seinem Knopfverlust wie Godzilla.
  2. Shrek und Fiona wälzen sich voller Leidenschaft über den Sandstrand wie einst Burt Lancaster und Deborah Kerr in From Here to Eternity. Wenn die Wellen über sie hereinbrechen, gibt es noch eine Überraschung.
  3. Beim unvermeidlichen feel-good-Schlußsong hat auch Puss in Boots seinen Auftritt und zeigt sich erstaunlich wenig wasserscheu - eine exakt kopierte Einstellung aus Flashdance.
  4. Wenn der gestiefelte Kater nach seinem Mini-Me-Auftritt schließlich aus dem Wams Shreks hervorbricht, dann in exakt der Heftigkeit und sogar mit einer ähnlichen Gesichtsausdruck wie der Chestburster in Alien.
  5. Und wenn die Katze später schnell unter einer herabsinkenden Falltür durch muss, aber noch Zeit hat, den Hut zu schnappen, so ist das natürlich die selbe Geste, die Indiana Jones berühmt machte.
  6. Nachdem Shrek (ebenfalls in Indy-Manier) Fionas Spieluhr-Schatulle öffnen konnte, findet er in ihrem Tagebuch etwas, das fast so verstörend ist wie ein ähnlicher Vorgang in Stanley Kubricks The Shining …
  7. Pinocchio, der so gern ein echter Junge wäre, aber Damenunterwäsche trägt und wie Michael Jackson tanzt, hat bei seinem Rettungsversuch von Shrek und Konsorten nicht nur die passende Lalo Schiffrin-Musik im Rücken, sondern wirkt auch ansonsten wie die hilflose Version von Ethan Hunt aus Mission Impossible.
  8. Und wo wir schon bei Super-Geheimagenten sind: Das Labor der guten Fee sieht extrem wie eines der Hauptquartiere der Bösewichte in einem beliebigen James Bond-Film aus.
  9. Die Fairy Godmother, gesprochen und gesungen von Jennifer "Absolutely Fabulous" Saunders, darf sich dann auch in einem roten Kleid auf einem Piano räkeln wie Michelle Pfeiffer in The Fabulous Baker Boys.
  10. Auf der Suche nach einem Märchen, bei dem ein Ogre Teil des Happy Ends ist, zieht die Fairy Godmother nacheinander diverse Märchen aus dem Bücherregal. Darunter auch Pretty Woman!