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Marc Degens: ERIWAN



Letzte Änderung:
30.6.2006














satt.org-Literaturredakteur
Marc Degens empfiehlt:




CoverChlodwig Poth: Poth für die Welt
Verlag Antje Kunstmann 2005, 144 S., 19,90 €

Bunt schraffierte Reihenhäuser, Werbetafeln & Autobahnbrücken … Farbig gestrichelte PKWs, Telefonzellen & Verkehrszeichen. In den letzten knapp 15 Jahren seines Lebens beschäftigte sich Chlodwig Poth (1930-2004) hauptsächlich mit dem Frankfurter Stadtteil Sossenheim, seiner Architektur & seinen Bewohnern. Schwitzende Jogger, streunende Katzen, eine vergrübelte Mutter: „Der Bub is sein gespuckter Vater. Muß aufpassen, daß ich ihn nich auch haß.“ Die Cartoonsammlung „Poth für die Welt“ ist ein einzigartiges deutsches Panoptikum voller Weisheit & bösem Witz!
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CoverPeter Handke: Gestern unterwegs
Jung und Jung 2005, 554 S., 25 €
Schreibheft #65
Rigodon 2005, 208 S., 10,50 €

Cover"Das Gewicht der Welt“ von 1977 ist Peter Handkes erste, „Gestern unterwegs“ seine fünfte große Notizensammlung. Das Journal vereint vornehmlich Handkes Reisemitschriften von 1987 bis 1990; Aufzeichnungen, aus denen später die Romane „Mein Jahr in der Niemandsbucht“ & „Der Bildverlust“ erwuchsen. Das Journal bietet aufregende Blicke in die Schreibwerkstatt des bedingungslosen Schriftstellers. Ebenso interessant ist das Schreibheft #65, das Auszüge aus dem 5jährigen, sehr persönlichen Briefwechsel Handkes mit Nicolas Born (1937-1979) präsentiert. Hervorzuheben aus dem Schreibheft ist außerdem das knapp 50seitige Dossier mit Texten von & über den kürzlich verstorbenen Dichter Thomas Kling.
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CoverStephan Wackwitz: Neue Menschen
S. Fischer 2005, 272 S., 19,90 €

"Neue Menschen“ ist Stephan Wackwitz’ (*1952) Fortschreibung des 2003 mit „Ein unsichtbares Land“ begonnenen Familienromans. Der gelehrte, stilistisch makellose Romanessay ist eine Auseinandersetzung mit Wackwitz’ Elterngeneration & Erklärungsversuch für die eigene politische Radikalisierung in den 1970er Jahren. Das originelle, quellenreiche Werk mündet in einem Lob des Künstlers & Dandys & macht neugierig, welches Kapitel seines Lebensromans Wackwitz in seinem nächsten Buch aufschlagen wird.
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CoverPedro Lenz: Das Kleine Lexikon der Provinzliteratur
bilgerverlag 2005, 112 S., 17,50 €

In „Das Kleine Lexikon der Provinzliteratur“ stellt der Schweizer Schriftsteller Pedro Lenz nicht nur das Leben & Werk erfundener Autoren vor, sondern widmet einzelne Abschnitte auch der Lehrerliteratur oder Themen wie „Dorfbohème und Rausch". Die kurzen, mit zahlreichen Textproben & Fußnoten versehenen Texte in dem liebevoll gestalteten Buch sind äußerst amüsant zu lesen & begeistern durch den Einsatz subtiler Ironie & Schlägen mit dem Holzhammer.
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CoverGustav Seibt: Canaletto im Bahnhofsviertel
zu Klampen 2005, 208 S., 18 €

Gustav Seibt ist einer der klügsten & elegantesten Essayisten der Gegenwart. Seine neue Aufsatzsammlung „Canaletto im Bahnhofsviertel“ beschäftigt sich mit Kulturkritik & Gegenwartsbewußtsein & spannt den Bogen von der Berliner Gegenwart zur antiken Welt. Seibt ist ein mitreißender Erzähler, der seine beeindruckende Bildung brillant einzusetzen vermag, & dessen Antrieb die Neugier & Entdeckungsfreude sind.
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CoverText+Kritik #168: Stefan George
edition text + kritik 2005, 124 S., 16 €

Größter deutscher Dichter des letzten Jahrhunderts oder übergeschnappter Satansbraten? An Stefan George (1868-1933) scheiden sich die Geister. Die neue Text+Kritik-Ausgabe zeichnet ein ausgewogenes Bild des eigenwilligen Poeten, der für seine Werke sogar eigens einen an seiner Handschrift angelegten Zeichensatz entwarf. Von den 9 Beiträgen des Heftes sind besonders Thomas Wegmanns Aufsatz über Georges Selbstvermarktungsstrategien & Norbert Hummelts Bericht über den Besuch bei der Amsterdamer „Castrum Peregrini"-Redaktion lesenswert.
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Coverperspektive #50/51
198 S., 10 €

Die 50ste/51ste Jubiläumsdoppelausgabe der österreichisch-deutschen Literaturzeitschrift hat ein tolles Konzept: Ausgewählte Autoren wurden gebeten, ihre alten perspektive-Beiträge zu überarbeiten. Die Neufassungen wurden dann den alten gegenübergestellt & beide im Heft abgedruckt. So bietet das Heft nicht nur einen perspektive-Querschnitt mit Best-Of-Charakter, sondern ermöglicht darüber hinaus eine aufschlußreiche Parallellektüre. Die Tendenz der meisten Beiträge: Fast alle Texte sind nach der Bearbeitung erheblich kürzer.
   » perspektive.at
CoverJürgen Engler (Hrsg.): small talk im holozän
Schwartzkopff Buchwerke 2005, 376 S., 19,90 €

Die 1953 gegründete, 2004 eingestellte Literaturzeitschrift ndl wird als Jahresanthologie fortgeführt, „small talk im holozän“ heißt das erste, über 350 Seiten pralle, ungemein lesenswerte Buch. Mit unveröffentlichter Lyrik, Prosa & Aufsätzen von Nikola Richter, René Hamann, Adrian Kasnitz, Björn Kuhligk, Stan Lafleur, Tom Schulz, Enno Stahl, Achim Wagner & vielen anderen unverwechselbaren Stimmen der jungen Literatur. Auch in Buchform ist die ndl weiterhin „ein Reservat des Guten und ein Biotop der Vielfalt“ (Georg Klein).
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Cover4 bekannte satt.org- & Leseheftautoren haben in diesem Frühjahr neue Bücher vorgelegt. "Räuber und Gendarm" von Mascha Kurtz (*1970) enthält 11 vortrefflich geschriebene Erzählungen über das Ungeheure des gewöhnlichen Daseins. "Großes Kino" & feine Kunst ringt Björn Kuhligk (*1975) den Welten in seinem dritten Gedichtband ab. Ein anspielungsreiches lyrisches Stimmgewebe erzeugt Gerald Fiebig (*1973) mit den Versen in seinem neuen Buch "geräuschpegel" & das schöne, "westalgische" (Tom Schulz) Debüt von Timo Berger (*1974) in der bibliophilen parasitenpresse heißt "Erinnerungen an die Regionalliga".
Mascha Kurtz: Räuber und Gendarm. Liebeskind 2005, 128 Seiten, 14,90 Euro. »amazon
Björn Kuhligk: Großes Kino. Berlin Verlag 2005, 78 Seiten, 16,00 Euro. »amazon
Gerald Fiebig: Geräuschpegel. Yedermann 2005, 116 Seiten, 10 Euro. »amazon
Timo Berger: Erinnerungen an die Regionalliga. parasitenpresse 2005, 14 Seiten, 5 Euro.
[sic!] heißt eine neue, aufwendig gestaltete & einmal im Jahr erscheinende Zeitschrift für Literatur. In der ersten Ausgabe gesellen sich neben noch unbekannte Stimmen auch gestandene Autoren wie Georg Klein oder Joachim Sartorius. Auch der Internetauftritt ist vorbildlich! Gefeiert wird das gelungene Debüt am 23. Juni im Kaffee Burger.
[sic!] Ausgabe 1. 90 Seiten, 5 Euro.
CoverDie Kunst des Bittschreibens gehört zum Rüstzeug des Poeten. In den – in "Ich brauch einen Wintermantel etz." gesammelten – Briefen H.C. Artmanns (192Januar 2000) an seinen Gönner & Auftraggeber Herbert Wochinz wird sie auf dramatische Weise demonstriert. Artmanns Briefe zeugen von der existentiellen Notlage des wegweisenden Literaten Anfang bis Mitte der 60er Jahre & seiner leidvollen Odyssee. Als junger Mann zu arm, als wohlhabender Greis zu krank zum Reisen – dies empfand der wißbegierige Artmann im Rückblick als die große Tragik seines Lebens.
H. C. Artmann: Ich brauch einen Wintermantel etz. Jung & Jung 2005, 98 Seiten, 17 Euro. »amazon
CoverMax Goldt kehrt zu seinen Anfängen zurück, schreibt für die Titanic wieder wunderbare Kolumnen & legt mit "Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens" ein leichtes & stilistisch makelloses Werk vor. Es enthält so unvergleichliche Prosaarbeiten wie "Das süße Nichts", den gelungenen Versuch einer abendlichen Gesprächsrekonstruktion. Angesichts der Güte dieser Texte befremden die drei eingestreuten szenischen & recht albernen Skizzen – aber Befremden kann mitunter ja auch sehr abwechslungsreich sein.
Max Goldt: Vom Zauber des seitlich dran Vorbeigehens. Rowohlt Verlag 2005, 170 Seiten, 17,90 Euro. »amazon
CoverNEON heißt ein neuer, aus der seit 2000 erscheinenden, bereits 12 Ausgaben umfassenden Literaturzeitschrift dO!PEN (www.do-pen.de) hervorgegangener Verlag für zeitgenössische Prosa mit viel "street credibility". Das Social-Beat-Urgestein Hartmuth Malorny legt mit "Noch ein Bier, Harry?" die unterhaltsame Trinkerchronik Harald Malowskys vor. In Michael Steffens’ Erzählungsband "Ein Zimmer im Hotel vielleicht" wird an fernen Orten viel gesessen & geschaut. Freunde der real-bundesrepublikanischen Literatur werden an den hübschen, leider nicht billigen NEON-Hardcovern ihre Freude haben!
Hartmuth Malorny: Noch ein Bier, Harry? Neon Verlag 2004, 244 Seiten, 21,90 Euro. »amazon
Michael Steffens: Ein Zimmer im Hotel Vielleicht. Neon Verlag, 176 Seiten, 18,90 Euro. »amazon
CoverEin alter Mann verschwindet während einer spätherbstlichen Bergwanderung. Die Erzählung "Los" von Klaus Merz fügt aus bruchstückhaften Natureindrücken & Erinnerungen das schwermütige Portrait eines erschöpft Zurückblickenden zusammen. Merz’ Kunst besteht in der Versprachlichung flüchtiger Empfindungen: "Die Kinder lachen, schielen, schwitzen, trinken aus der Flasche, rülpsen. Sie tragen ihre Rucksäcke in den Knien und gehen neben den Schuhen, hüpfen. Sie haben abstehende Ohren und fettiges Haar und kommen Thaler doch wunderschön vor. Ein dickliches Mädchen jodelt tatsächlich."
Klaus Merz: Los. Haymon 2005, 96 Seiten, 14,90 Euro. »amazon
CoverStefanie Westermayr hat mit "Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform" das erste deutsche Standardwerk zum Thema vorgelegt. Westermayr erklärt darin die Spielarten & Funktionsweisen des Slams, erläutert kenntnisreich bis in die Gegenwart die Geschichte der deutschen Veranstaltungen & Publikationsorgane, gewährt Ausblicke auf neue Formate & bietet sogar einzelne Textinterpretationen. Mehr kann man wirklich nicht wissen.
Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland. Tectum Verlag 2005, 138 Seiten, 19,90 Euro. »amazon
CoverDie Ursache. Der Keller. Der Atem. Die Kälte. Ein Kind. Der 10. Band der edlen, hervorragend edierten Thomas-Bernhard-Werkausgabe des Suhrkamp-Verlags vereint zum ersten Mal die 5 zwischen 1975 & 1982 erschienen autobiographischen Erzählungen Bernhards. Sie bieten einen Zugang zu dem Werk des kompromißlosen Künstlers – & sind gleichzeitig auch Höhepunkte seines Schaffens.
Thomas Bernhard: Die Autobiographie. Suhrkamp Verlag 2004. 584 Seiten, 39,90 Euro. »amazon
CoverLilli Brand: Transit-
geschichten

DVA 2004. 158 Seiten, 17,90 EUR

Lilli Brand stammt aus der Ukraine, studiert Medizin, kommt nach Deutschland, heiratet zum Schein, arbeitet als Prostituierte, häuft Schulden an, nimmt Heroin, kommt in den Knast. Heute ist sie 30, lebt als Journalistin in Berlin & erzählt in Transitgeschichten kunstvoll ihre unglaubliche, atemberaubende Geschichte. Es ist eine mitleidlose, formal strenge Autobiographie mit kürzesten, gnadenlosen Sätzen ohne Schmerz, Reue & Wehleid: Zeugnis und Meisterwerk der Neuen Deutschen Härte!
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CoverPeter Rühmkorf: Tabu II
Rowohlt 2004. 400 Seiten, 22,90 EUR
Peter Rühmkorf: Wenn ich mal richtig ICH sag …
Steidl 2004. 158 Seiten, 29,50 EUR

Peter Rühmkorf ist der Star dieser Buchsaison – & das zu Recht! Seine jetzt als TABU II erschienenen Tagebuchnotizen von April 1971 bis Juni 1972 fügen sich zu einem genau beobachteten BRD-Zeitroman, der die damalige linke Bewußtseinsauflösung angesichts der Aktivitäten der Baader-Meinhof-Gruppe & privat-beruflicher Etablierung dokumentiert. Die großartig geschriebene Privatgeschichte mit wundervollen lyrischen & seltsamen dramatischen Einsprengseln beweisen Rühmkorfs einmalige Stellung als Schriftsteller, Lyriker, Literaturvermittler & politischer Aktivist. Zeitgleich zu seinem 75. Geburtstag erschien im Steidl Verlag ein großformatiges, großartiges & liebevoll gestaltetes Bilder-Lesebuch mit Briefen, Fotos, Skizzen & Notizen aus Rühmkorfs Privatarchiv zum Lesen, Gucken, Staunen & Bewundern!
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CoverEnno Stahl: 2 Pac Amaru
Hector. Schwartzkopff Buchwerke. 260 Seiten, 15 EUR

Der Roman 2 Pac Amaru Hector von satt.org-Redakteur Enno Stahl ist eine rasante bundesdeutsche Gesellschafts- & Medienfarce, eine anspielungsreiche & mitreißend erzählte Terroristengroteske, angesiedelt im Dreiländereck zwischen Big Brother, dem Gladbecker Geiseldrama von 1988 & Wolfgang Menges Das Millionenspiel. Unter www.2pac-rheinland.com wurde ein eigenes Internetforum zum Roman & seinen Themen eingerichtet. Zur Zeit ist Stahl gemeinsam mit Matthias Penzel (TraumHaft) auf einer ausgiebigen, hören- & sehenswerten Lesungstour.
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CoverAaron Cometbus: Doppelzwei
Lautsprecher Verlag 2004. 144 Seiten, 11,50 EUR

Doppelzwei von Aaron Cometbus ist ein autobiographisches Befindlichkeitsbuch von lässiger Schnodderigkeit und erinnert an Peter Bagges Grungekultcomic Hate. In 94 lose miteinander verbundenen Episoden beschreibt der legendäre amerikanische Fanzinemacher einen kalifornischen Punk-WG-Alltag ohne Pathos. Parties, Freunde, Bier, Besetzungen … Obdachlosigkeit, Zynismus, Suizide, Langeweile. Übersetzt wurde das flott & luftig geschriebene Buch vom langjährigen satt.org-Mitarbeiter Jörn Morisse.
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CoverBurkhard Spinnen: Der Reservetorwart
Schöffling & Co. 2004. 200 Seiten, 18,90 EUR

Burkhard Spinnens Erzählband Der Reservetorwart umfaßt 24 Geschichten, in denen der Autor mit erstaunlicher Erfindungsgabe & feingeschliffenen Sätzen gestandene Männeralltage nach Bruchstellen absucht & sie findet. Ob Angestellter, Fußballprofi oder Nobelpreisträger: Mit lakonischem Witz offenbart Spinnen ihre ewiggleichen Wünsche, Träume & Ängste – der Tod der Ehefrau, Sex mit Fremden, fehlende Haare, der Verlust der Jugendidole … Das schöne Buch der Unbefriedigung!
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CoverIsabel Platthaus: Höllenfahrten
Wilhelm Fink 2004. 246 Seiten, 32,90 EUR

Isabel Platthaus’ Studie Höllenfahrten ist eine anspruchsvolle komparatistische Untersuchung des Topos Unterweltreise in der kanonischen europäischen & amerikanischen Literatur. Angefangen von Homer über Dante bis hin zu Joyce, Borges & Pynchon analysiert die Autorin Formen & Funktionen des Motivs. Insbesondere die vielen kulturgeschichtlichen Abschweifungen & Platthaus’ originelle Freud-Deutung machen Höllenfahrten überaus lesens- & bemerkenswert.
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Das vortreffliche Internet-Popfeuilleton textem hat in diesem Jahr eine preisgünstige DIN A6-Reihe mit kurzen Erzählungen von männlichen Textem-Schreibern gestartet. Bislang erschienen vier verschiedene, teilweise fadengeheftete Broschüren. Sie sind zwischen 16 & 24 Seiten lang & kosten pro Stück 2 Euro (plus Versand). Anspieltip: Carsten Klooks Reiseerzählung "Senna!"
versch., 16-24 Seiten, Hamburg/Berlin 2004, 2 EUR + Versand
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coverDenis Grozdanovitch: Kleine Abhandlung über die Gelassenheit
Liebeskind 2004. 208 Seiten, 19,80 EUR

Denis Grozdanovitch wurde 1946 in Paris geboren & verdient seinen Lebensunterhalt als Tennislehrer. Seine nebenbei verfaßte Kleine Abhandlung über die Gelassenheit entwickelte sich in Frankreich zum Verkaufsschlager & liegt nun auch in feiner Aufmachung & sorgfältiger Übersetzung (von Tobias Scheffel) auf Deutsch vor. Es ist ein wunderbar leichtes, elegant verfaßtes Werk über den Müßiggang, die Unbekümmertheit & die Freuden des eigenen Denkens. Das ideale Mittel gegen Streß & Zeitnot …
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Jörg Fauser: RohstoffJörg Fauser: Rohstoff
Alexander Verlag, Berlin 2004. 304 Seiten, 19,50 €

Rohstoff von Jörg Fauser (1944-1987) ist einer der besten deutschsprachigen Romane der letzten 25 Jahre. Der Stil ist präzise, mitreißend, mustergültig, der Inhalt monströs. Rohstoff beschreibt die Ent-Kunstung eines Menschen, die Auslöschung von Ideen & Idealen: Von der Heroinszene Istanbuls zum deadend job in Frankfurt, von den besetzten Häusern zum offenen Sportwagen … Der stark autobiographische Roman erschien erstmals 1982 & liegt nun als 2. Band der schönen Fauser-Werkausgabe im Alexander Verlag vor.
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Thomas Kapielski: WeltgunstThomas Kapielski: Weltgunst
Merve Verlag, Berlin 2004. 180 Seiten, 13,80 €

2002 war das Jahr des Hinnehmens, 2003 das Jahr des Durchstehens, 2004 ist das Jahr des Standhaltens - zumindest für Thomas Kapielski. Sein neues Buch Weltgunst versammelt Aphorismen, Geschichtchen, Kalauer & Sinnsprüche aus dieser Zeit, größtenteils von genialer Natur: Ein Tag ohne Bier ist wie ein Tag ohne Wein. Weltgunst ist ernster als Kapielskis letztes Werk & thematisiert auch persönliches Leid (Scheidung, Alkoholismus). Sprachlich wie gedanklich ist Thomas Kapielski der unnachahmlichste lebende deutsche Schriftsteller.
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Schreibheft 62Hermann Wallmann, Norbert Wehr (Hrsg.): Schreibheft - Zeitschrift für Literatur. Nr. 62

Das Schreibheft ist die aufregendste deutsche Literaturzeitschrift. Die aktuelle Ausgabe (62) beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit neuer Literatur aus Belgien & Rumänien - und vor allen Dingen 2 Autoren haben sich in das Gedächtnis geschrieben: Daniel Banulescu (* 1960) & Leonard Nolens (* 1947). Wer Literatur liebt, das Ferne & das Neue, der darf keine Ausgabe des Schreibheftes verpassen!
    » schreibheft
Peter Handke: Don JuanPeter Handke: Don Juan(erzählt von ihm selbst). Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2004. 160 Seiten, 16,80 €

Sein ganzes Sinnen ging darauf aus, Herr seiner Zeit zu sein - Peter Handke hat es geschafft. Der Titel des neuen Prosawerkes ist irreführend, Handke könnte auch eine Geschichte des Internets verfassen & würde doch nur dicht bewaldte Bachtäler, sandstrahlbenagte Inselberge & den Wortlaut des Schweigen entdecken & entziffern. Seine Bücher sind von einer unerklärlichen Schönheit – & dieses hat die richtige Länge, sich wieder einmal auf das Abenteuer Handke einzulassen.
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Kritische Ausgabe 1/2004Kritische Ausgabe 1/2004
104 S., 3,50 €

Die neue Nummer der Kritischen Ausgabe - Zeitschrift für Germanistik & Literatur aus Bonn setzt sich mit der Großstadt auseinander, zu den Autoren, die sich mit dem Thema beschäftigen, gehören auch die langjährigen satt.org-Mitarbeiter Mascha Kurtz (heute: Vassena) und Enno Stahl. Neben Rezensionen bietet die vielseitige und vorbildliche Fachzeitschrift u. a. Porträits von Hans Erich Nossack & Jacques Lacan sowie einen informativen Artikel zur Rechtschreibreform von Stefan Stirnemann.
    » kritische Ausgabe
Ludwig Hohl: Alles ist WerkLudwig Hohl: Alles ist Werk. Suhrkamp Verlag. 300 Seiten. 25,00 Euro.

Ludwig Hohl (1904-1980) war & ist ein Unentdeckter, ein Wortesammler und -verwalter, ein Denker der Tiefe. Die vorbildliche Studie "Alles ist Werk" gewährt Einblicke in Hohls geheimnisvolle Arbeitsweisen. Hohl hat sich & sein Leben der Kunst verschrieben – das Leben hat es ihm nicht gedankt. Das Buch ist eine späte Würdigung, eine wunderbare Dokumentation mit zahlreichen Abbildungen, Fotografien & hervorragenden Texten – z. B. Andreas Langenbachers origineller Beitrag über die Poetik der Ernüchterung, der nicht den Rausch, sondern den Kater als schöpferische Quelle untersucht.
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Tom Schulz: Abends im Lidl. Krash Neue Edition im Stahl-Verlag. 80 Seiten. 8,50 Euro.

In den 90er Jahren war der Kölner Krash Verlag eine der besten Adressen für untergründige Autoren – nach einer kreativen Pause hat ihn der Schriftsteller & satt.org-Autor Enno Stahl mit einer neuen Reihe für engagierte Lyrik wieder ins Leben gerufen. Als erster Band erschien im März nun der Gedichtband "Abends im Lidl" von Tom Schulz. Es ist die dritte & bislang komplexeste Veröffentlichung des 1970 geborenen, in Berlin lebenden Dichters. Schulz ist einer der bildreichsten & wortmächtigsten jungen Lyriker, der fernab des Zeitgeistes schreibt, gegen die Moden, für eine Literatur des Lebens!
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Ferdinand Hardekopf: Wir GespensterFerdinand Hardekopf: Wir Gespenster. Arche Verlag. 160 Seiten. 16,00 Euro.

"Mädchen sprießen jung im Sturm,/Bald muß ich sie lieben;/Und es wächst ein Bücherturm,/Der wird jetzt geschrieben." – Ferdinand Hardekopfs (1876-1954) in Buchform veröffentlichtes Werk umfaßt gerade einmal 120 Seiten & erschien soeben komplett im Arche Verlag. Die Gedichte, Kurzgeschichten & dramatischen Skizzen beweisen, daß Hardekopf einer der originellsten & elegantesten Expressionisten seiner Zeit war. Ein kundiges Porträt Wilfried F. Schoellers rundet das Buch ab & gibt Auskunft über sein späteres Schicksal: Im II. Weltkrieg verliert Hardekopf sämtliche in Arbeit befindlichen Manuskripte und überlebt als "zerfetzter, verhetzter, zersetzter Literat".
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Angelika Klüssendorf: Aus allen HimmelnAngelika Klüssendorf: Aus allen Himmeln. S. Fischer Verlag. 144 Seiten. 16,90 Euro.

Das Foto auf dem Umschlag zeigt wahrscheinlich eine Mittzwanzigerin, doch Angelika Klüssendorf wurde 1958 geboren. Ihr neuer Erzählungsband "Aus allen Himmeln" behandelt vorrangig das Dunkle der Kindheit: einsame Keller, schaurige Spiele, unverständliche Worte. Die Geschichten sind brutal & rücksichtslos, die Sprache ist streng, aber kunstvoll. Die 10 Geschichten von Angelika Klüssendorf gehören zu den besten & bewegendsten Neuerscheinungen der ersten Jahreshälfte.
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Peter Handke, Adolf Haslinger: Einige Anmerkungen zum Da- und zum Dort-SeinPeter Handke, Adolf Haslinger: Einige Anmerkungen zum Da- und zum Dort-Sein. Jung und Jung 2004. 64 Seiten. 9,00 Euro.

2002 feierte Peter Handke seinen 60. Geburtstag & wurde mit der Ehrendoktorwürde der Universität Klagenfurt ausgezeichnet, 2003 folgte die Universität Salzburg. Aus diesem Anlaß erschien nun ein kleines Bändchen, das neben einem kurzen, klugen Essay von Adolf Haslinger zu den Salzburger Jahren Handkes (1979-1989) auch dessen Dankesrede enthält: 19 Seiten, die Handkes sprachliche Empfindsamkeit und Präzision, seine gedankliche Elastizität und Liebe zur Literatur vorbildlich illustrieren.
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Christoph Peters: Das Tuch aus NachtChristoph Peters: Das Tuch aus Nacht. Roman. btb 2003

Das Tuch aus Nacht ist eine fiebernde Alkoholiker-phantasie & eine quälende Entliebungsgeschichte vor den Kulissen Istanbuls, das mit dem beliebten Urlaubsziel deutscher Touristen kaum etwas zu tun hat. Christoph Peters’ (*1966) zweiter Roman nach seinem überwältigenden Debüt Stadt Land Fluß (1999) ist stellenweise so geheimnisvoll wie ein David-Lynch-Film. Sprachlich wechselt der Stil zwischen Reiseführerabschriften, Manierismen & hoher Kunst. Einer der ungewöhnlichsten Romane der Gegenwart!
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Eckhard Henscheid Eckhard Henscheid: Erzählungen 1+2
Zweitausendeins 2003

Eckhard Henscheids Trilogie des laufenden Schwachsinns zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Nachkriegsromanen & ihr Schöpfer zu den sprachmächtigsten & stilistisch vielseitigsten Autoren der Gegenwart. In der prächtigen, hervorragend editierten Zweitausendeins-Werkausgabe erschienen nun 2 dicke Bände mit Henscheids gesammelten Erzählungen, darunter die urkomischen Epitaphe Wir standen an offenen Gräbern oder die lange Zeit vergriffene Schlüsselerzählung 10:9 für Stroh. Für Liebhaber des eleganten Wortes & groben Witzes sind die mehr als 1200 kostbaren Seiten unerschöpfliche Fund- & Freudenquellen!
    » zweitausendeins
Charles Simmons: Belles Lettres Charles Simmons: Belles Lettres
C.H. Beck 2003

Eine Literaturzeitschrift wird aus der Taufe gehoben, die Geldgeber stehen mit Rat & Tat zur Seite. Redakteure werden aus unerfindlichen Gründen eingestellt & entlassen, homoerotische Shakespeare-Sonette entdeckt & abgefeiert, Sekretärinnen steigen zu Kritikerpäpsten auf & die Beteiligten heißen Garamond, Backstrip oder Watermark. Der Roman Belles Lettres ist eine amüsante, flott geschriebene Satire auf den Literatur- und Zeitschriftenbetrieb von einem echten Kenner: Charles Simmons, seines Zeichens preisgekrönter Autor & jahrzehntelang Redakteur der NYT Book Review.
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Alexander Kluge: Die Lücke, die der Teufel läßt Alexander Kluge: Die Lücke, die der Teufel läßt. Erzählungen.
Suhrkamp 2003

Alexander Kluges gewaltige Chronik der Gefühle begeisterte vor 4 Jahren Leser & Kritiker. Jetzt gibt es einen kräftigen, fast 1000seitigen Nachschlag: Die Lücke, die der Teufel läßt. Die rund 500 kleinen Geschichten, Protokolle & Dramen umkreisen in der Mehrzahl die Kriege & Katastrophen des letzten Jahrhunderts. Es sind elegante, pointierte Realismen, die nicht verglichen, übertragen & gedeutet – trotzdem aber gelesen werden wollen. Zu recht!
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Theo Breuer (Hrsg.):
NordWest SüdOst


Als dritter Band in der 2002 gegründeten Edition YE hat der Dichter & Lyrikaktivist Theo Breuer eine Gedichtanthologie mit 66 zeitgenössischen Autoren zusammengestellt: NordWest SüdOst. Die Auswahl der Autoren trägt deutlich seine Handschrift, & bewußt verzichtete Breuer auf viele bekannte Namen. Die Auswahl kann sich trotzdem lesen lassen und das Spektrum reicht von etablierten Kräften (Hodjak, Kunert) über gestandene Größen des alternativen Literaturraums (Benkel, Hübsch, Kutsch) hin zu jungen, frischen Stimmen (Fiebig, Gaponenko, Kasnitz).
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4 neue SUKULTUR-Lesehefte gibt es dieses Jahr zum Fest! Die wundervolle Erzählung Ein Preis über den Mathematiker Paul Adrien Maurice Dirac (1902-1984) von Dietmar Dath, Ilse Kilics & Fritz Widhalms schwerelose Prosa Im Bann der Kurvenbar, Enno Stahls erzählerische Erregung Die Idioten & last but not least die lyrische Rasur PO ETR YJU NKF OOD von Karlyce Schreiber. Zusammen im preisgünstigen Winter-Paket für nur 5 Euro (inkl. Porto)
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A. F. Th. van der Heijden: Die zahnlose Zeit A. F. Th. van der Heijden: Die zahnlose Zeit
Suhrkamp 2003
3500 S., 128 €

A. F. Th. van der Heijdens knapp 3.500 Seiten langer, vielbändiger Romanzyklus Die zahnlose Zeit liegt nun endlich komplett auf deutsch vor. Es ist der Kraftakt eines der sprachmächtigsten & erfindungsreichsten europäischen Romanciers. Das tragisch-groteske Werk schildert die 35 Jahre dauernde Achterbahnfahrt des 1950 geborenen niederländischen Provinzlers Albert Egberts & seiner Freunde. Schule, Suff, Sex, Studium, Amsterdam, Heroin, Totschlag, Knast … Die zahnlose Zeit ist ein monströses Meisterwerk & die schöne, signierte Gesamtausgabe rechtfertigt ihren stolzen Preis.
    » ausf. Kritik
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Höhenrausch. Die Mathematik des XX. Jahrhunderts in zwanzig Gehirnen. Andere Bibliothek. Eichborn 2003. 344 Seiten. 27,50 Euro.
Sie ist wach. Über ein Mädchen, das hilft, schützt und rettet. Implex-Verlag 2003. 316 Seiten, 26 Euro.

In diesem Herbst beglückt Dietmar Dath den Leser gleich mit 2 Neuerscheinungen. Der in der Anderen Bibliothek veröffentlichte Erzählungsband Höhenrausch berichtet in 20 Episoden von den vertrackten Spielarten der Mathematik in unseren Köpfen. Es sind mit Liebe angeordnete Zahlen- & hinreißend geschriebene Wortkolonnen, in denen Dath in einzigartiger Weise Wissenschaft, Biographien, Phantasie & Phantastik zusammenführt. Ebenso bibliophil präsentiert sich der im neugegründeten Implex-Verlag erschienene Aufsatzband Sie ist wach. Eine Reflexion über die Vampirjägerin Buffy, den Horror, das Populäre & die Kunst - Daths aufregendstes & intimstes Buch seit Cordula killt dich!
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Michael Chabon: Junge Werwölfe. Kiepenheuer & Witsch 2003. 256 Seiten. 18,90 Euro.

Junge Werwölfe ist der zweite Erzählungsband von Michael Chabon, der 2001 für seinen famosen Comicroman Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay verdientermaßen mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Die neun, u.a. im New Yorker, in Harper's & Esquire erstveröffentlichten Geschichten kreisen um die Augenblicke, in denen der Alltag & das Gewöhnliche ins Unheimliche & Gruselige umschlagen. Die Geschichten leben gleichermaßen von Chabons genauer Beobachtungsgabe, seiner virtuosen Beschreibungspotenz & seiner eigenwilligen Einbildungskraft. Wohltuend hebt sich das Buch von der Durchschnittskost amerikanischer Short Stories ab.
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Michael Stauffer: Haus gebaut, Kind gezeugt, Baum gepflanzt. So lebt ein Arschloch. Du bist ein Arschloch. Urs Engeler Editor 2003. 64 Seiten, 14,50 Euro

Das Buch mit dem schönsten Titel hat in diesem Jahr der 1972 geborene, vielseitige Schweizer Autor Michael Stauffer geschrieben: Haus gebaut, Kind gezeugt, Baum gepflanzt. So lebt ein Arschloch. Du bist ein Arschloch. Das schmale, in eleganter Schlichtheit aufgemachte Bändchen ist ein Monolog der Enttäuschung & der Verletztlichkeit, ein Zeugnis der Wut & nicht zuletzt eine Kampfansage. Das ideale Weihnachtsgeschenk für Verwandte, alte Bekannte & all jene Leser, die in der Literatur Flucht & Halt suchen.
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Generation Golf zwei Florian Illies: Generation Golf zwei
Blessing Verlag 2003

Kursverluste, Arbeitslosigkeit, der Generationenkonflikt - den zwischen 1965 & 1975 Geborenen geht es nicht gut! In der Fortsetzung seines Bestsellers legt Chronist Florian Illies die Finger auf einzelne Wunden seiner Altersgenossen. Am Ende entsteht kein großes, geschlossenes Porträt, sondern vielmehr ein kluges, unterhaltsames & schön geschriebenes Geschichtenbuch, dessen einzelne Episoden viele verschiedene Lebensromane miteinander verknüpfen.
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Köpfe und Tröpfe Bdolf: Köpfe und Tröpfe
U-Books 2003

Was darf Satire? Bei Bdolf alles! Sex & Crime & Drogen sind die Ingredienzen dieses eng bedruckten Höllenspektakels. Stilsicher mixt er aktuelles Politik- & Popgeschehen, bildungsbürgerlichen Ballast, Abseitiges & Naheliegendes zu überdrehten, ungemein witzigen Prosacocktails. Bdolfs jüngster Streich umfaßt etwa 30 Erzählungen, um & mit dem Who is who der Bundesrepublik: Gotthilf Fischer & Dieter Bohlen, Leni Riefenstahl & Christoph Schlingensief, Zlatko & Sissi … Ein prima Einstieg in Bdolfs bizarre Welt!
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Iris Hanika: Das Loch im Brot Iris Hanika: Das Loch im Brot
es 2438

Die edition suhrkamp wird 40. Ein Jahr älter ist die Berliner Schriftstellerin Iris Hanika, deren 2. Buch im Jubiläumsprogramm der es gerade erschienen ist. Das Loch im Brot versammelt tagebuchartige, sehr poetische Prosa, die zum Teil bereits im Merkur und den Berliner Seiten der FAZ abgedruckt wurden. Hanikas sezierender Blick auf die großen und kleinen Dinge des Alltags und ihre klare, sehr faßliche Sprache machen den Band zu einem Lektüregenuß - überwältigend immer dann, wenn die Autorin unumwunden auf ihre eigene Person zu sprechen kommt!
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Peter Kurzeck: Als GastPeter Kurzeck: Als Gast
Stroemfeld/Roter Stern 2003 In die Nacht hinein. Mit mir selbst. Die Kreuzung, der kleine Park. Buden, Imbißkneipen, Kioske. Peter Kurzeck (*1943) ist einer der radikalsten und eigenwilligsten Romanciers der Gegenwart. Sein neues Buch Als Gast, in eleganter Aufmachung soeben bei Stroemfeld/Roter Stern erschienen, ist eine Stadt- und Zeitchronik, die den Leser in den Frankfurter Frühling von 1984 versetzt. Die Handlung ist Leben, unverstellt und rastlos in Sprache gegossen, der Roman ein Beispiel, wie sich Autobiographie kunstvoll in Literatur verwandeln kann.
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Ernst Jünger: Sämtliche Werke. Bd. 22 Ernst Jünger: Sämtliche Werke. Bd. 22
Klett-Cotta 2003 Mit dem 22. Band liegen die Sämtlichen Werke von Ernst Jünger nun komplett vor. Dieser enthält neben einigen bereits bekannten Texten (Siebzig Verweht V, Eine gefährliche Begegnung) verstreute und späte Schriften, Vor- und Nachworte, Übersetzungen, frühe Gedichte und unveröffentlichte Reisenotizen. Interessant sind insbesondere 2 Arbeiten aus dem Nachlaß: Die unfertige, unvermittelt abgebrochene Sammlung Letzte Worte, sowie die sehr schöne Erzählung Sp. R. (d. h. Späte Rache) Drei Schulwege.
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Jahrbuch der Lyrik 2004Jahrbuch der Lyrik 2004
C. H. Beck 2003 Seit 1979 erscheint das Jahrbuch der Lyrik regelmäßig und ist seither ein Seismograph der aktuellen deutschsprachigen Gegenwartslyrik. Die in diesem Jahr von Christoph Buchwald und Michael Krüger herausgegebene Anthologie vereint über 90 Autoren, fast alle großen und unvermeidbaren Namen (Gernhardt, Kirsch, Mayröcker, Pastior …), aber auch zahlreiche jüngere Stimmen wie Juliane Blech (*1975), Nora Bossong (*1982), Jan Volker Röhnert (*1976) oder unseren Lyrik.Log-Herausgeber Ron Winkler (*1973). Für alle Freunde des zeitgenössischen Gedichts sollte dieses günstige Buch ein Pflichtkauf sein!
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Pierre Bourdieu: Ein soziologischer SelbstversuchPierre Bourdieu:
Ein soziologischer Selbstversuch

Suhrkamp 2003 Werke und Wirken von Pierre Bourdieu (1930-2002) kennzeichnet seit jeher ein hohes Maß an Selbstreflexion. Immer wieder forderte er von den Intellektuellen und Wissenschaftlern, den beherrschten Teil der Herrschenden, ein kritisches Nachdenken über das eigene Feld und die dort eingenommene Position. In seiner letzten Vorlesungsreihe unterwarf Bourdieu sich einem soziologischen Selbstversuch, daraus entstanden ist die vorliegende Anti-Autobiographie. Von seinen zahlreichen Gegnern als Vermächtnis fehlinterpretiert, bezeugt das scharfsinnige Essay vielmehr die Konsequenz des engagierten Denkens Bourdieus, angefangen von den ethnologischen Studien über Homo Academicus bis hin zu Das Elend der Welt.
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Mehr Zuckerbrot, weniger PeitscheGuillaume Paoli: Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche
Edition Tiamat 2002 »Was hat Kunst eigentlich mit Arbeitslosigkeit zu tun? Schon diese Tatsache: Immer mehr Arbeitslose machen Kunst, immer mehr Künstler werden arbeitslos.« -- Alle Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der Glücklichen Arbeitslosen versammelt der von Guillaume Paoli herausgegebene Sammelband »Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche«. Seit 1996, und auf satt.org von Anfang an, exerzieren die Glücklichen Arbeitslosen in Wort und (Un-) Tat ein erfolgreiches Dasein außerhalb des Erwerbsleben vor. Ein gutes Buch, ein aktuelles und lehrreiches, ein wichtiges Buch.
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          von Anne Hahn
Wladimir MajakowskiWladimir Majakowski: Tragödie Wladimir Majakowski/ Wölckchen in Hose
(Verlag Urs Engeler)Zwei bedeutende Frühwerke des wohl sprachgewaltigsten Lyrikers des vergangenen Jahrhunderts vereint dieser zweisprachige Band aus dem Verlag Urs Engeler: Die in freie Verse gedichtete Tragödie Wladimir Majakowski und das kraftvolle Poem Wölckchen in Hose. Beide beschreiben Majakowskis schöpferisches Ringen mit Worten und Konventionen, das mit dem Triumph der Kunst und des Künstlers endet. Durch die phantasiereiche Neuübertragung Alexander Nitzbergs kann der Leser diesen produktiven Kampf auch im Deutschen hautnah miterleben.
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Anita Albus: Paradies und ParadoxAnita Albus:
Paradies und Paradox

(Eichborn Verlag)Die 215. Ausgabe der ANDEREN BIBLIOTHEK ist ein prachtvoll illustrierter Essayband der Malerin und Autorin Anita Albus, die im vergangenen Oktober ihren 60. Geburtstag feierte. Albus öffnet in Paradies und Paradox die wunderlichen Kunstkammern aus 5 Jahrhunderten, und verknüpft die Taten und Lebensgeschichten von prominenten und verschollenen Gelehrten, Häretikern, Naturwissenschaftlern, Künstlern, Sammlern und Dichtern zu einer originellen ästhetischen Bildungsreise. Ein herrliches Buch zum Lesen, Betrachten und Staunen.
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Jörg Matheis: MonoJörg Matheis:
Mono

(C.H. Beck Verlag)Der Kurzgeschichtenband Mono ist das erste Buch des 1970 in der Pfalz geborenen, vielfach ausgezeichneten Autors Jörg Matheis. Die 10 längeren Erzählungen sind voll verstörender Unruhe, seine Protagonisten Gefangene des Seins, die gegen den Alltag und das Vorgefertigte aufbegehren. Sehr virtuos spürt Matheis das Ungeheure im Gewohnten auf, sein Blick ist klar, seine Sprache präzise und eigenwillig - und sein Stil hebt sich erfrischend von den Durchschnittssätzen der jüngeren Erzählergeneration ab.
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Thomas Kapielski Thomas Kapielski: Abstehende Röhren
(Zweitausendeins)

Abstehende Röhren des unvergleichlichen Thomas Kapielski ist ein multimediales Hörbuch. Auf den beiden Audio-CDs trägt der Autor mit wohltuender Stimme und in schleppendem berlinischem Ton Highlights seiner letzten 5 Bücher vor, darunter den urkomischen Finnlandreisebericht, die wundervolle Schafgeschichte und als Schlußstück den Lesungsklassiker Werwiewas ist Kapielski? Dazu gibt es ein Begleitbuch mit kurzen Erläuterungen, zahlreichen Fotos und als Computerbonustrack den Meister in bewegten Bildern
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Danil Charms: ZwischenfälleDanil Charms:
Zwischenfälle

(Luchterhand)Danil Charms, 1905 in Petersburg geboren und 1942 in sowjetischer Haft umgekommen, ist ein Meister der kleinen Form. Paradoxe Prosaminiaturen, absurde, dramatische Skizzen, ironische Verse und kräuselnde Zeichnungen wechseln sich spielerisch ab in dem Werk des erfolgreichen Kinderbuchautoren und Mitbegründers der avantgardistischen Künstlergruppe OBERIU. Die umfangreiche, über 120 Texte und Karikaturen umfassende Sammlung Zwischenfälle ist eine preis- und lesenswerte Fundgrube für die Freunde des literarischen Un- und Irrsinns, der albernen Tragik und des Quatsches.
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Ezra PoundEzra Pound: Pisaner Cantos
(Arche Verlag)Die Pisaner Cantos, entstanden 1945 in einem amerikanischen Straflager, in dem Ezra Pound wegen seiner profaschistischen Rundfunkansprachen einsaß, gelten als das bedeutendste Werk des Lyrikers und Literaturförderers. Die polyglotten Gesänge sind durchsetzt mit Anspielungen auf den grausamen Lageralltag und Pounds menschenunwürdige Käfighaltung, die die USA auch heute noch anwendet. Die zweisprachige Neuausgabe bietet nicht nur eine gute Übersetzung, sondern auch einen sachkundigen Anhang, zusammengestellt von der Pound-Expertin Eva Hesse.
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Italo Svevo: Senilità.Italo Svevo: Senilità
(Manesse Verlag)Senilità beschreibt die amouröse Beziehung des kleinen Angestellten Emilio Brentani zu der schönen, ruchlosen Angiolina, ein Roman über die Schmerzen, Täuschungen und Perversionen der Liebe. Das frühe, 1889 erschienene, psychologisch und sprachlich feingewebte Meisterwerk Italo Svevos wurde jahrzehntelang von der Kritik ignoriert und führte zu Svevos selbstauferlegtem 25jährigen Schreibentzug. Erst mit Zeno Cosini/Zenos Gewissen erfuhr Svevo den Weltruhm, der ihm schon für dieses von Barbara Kleiner einfühlsam übersetzte Werk gebührt hätte.
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Jochen Schimmang: Die Murnausche LückeJochen Schimmang: Die Murnausche Lücke
(Wunderhorn Verlag)In Der schöne Vogel Phönix (1979) schleppte sich Jochen Schimmangs Protagonist Murnau durch das studentenbewegte Berlin der 70er Jahre und verausgabte sich in K-Gruppen-Sitzungen. In Schimmangs jüngstem Roman erleben wir einen anderen Murnau. Einen immerwachen, neugierigen Kundschafter, der das Glück und den Schlaf in der ostfriesischen Heimat sucht. Schimmang ist einer der besten und stilistisch sorgfältigsten deutschen Gegenwartsautoren und die Lektüre seines Romans eine verträumte, seligmachende Betätigung.
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Die Frösi-Bande
Christian Wolter: Die FRÖSI-Bande
(KILLROY media-Verlag)Das Ostäquivalent zu Yps und Micky Maus hieß FRÖSI ("Fröhlich sein und singen") und erschien von 1953-1991. Von 1996 - 1999 gab Christian Wolter das legendäre Punkfanzine FRÖSI für die Frau heraus - und bereits 2001 erschien Wolters Debütroman Die FRÖSI-Bande im verdientstvollen KILLROY media-Verlag. Die FRÖSI-Bande ist eine trashige Nachwendesatire, eine mecklenburgische Adoleszenzgeschichte mit allem, was dazugehört: Sex, Drogen, Provinz - Arbeitslosigkeit, Hertha-Fans und Neonazis. Flott und kaltschnäuzig geschrieben, das richtige Buch gegen die besinnlichen Tage.
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QueneauRaymond Queneau: Vom Nutzen und Nachteil der Beruhigungsmittel
(Wagenbach Verlag) Raymond Queneaus Stilübungen wurde zur Schreibschule für eine Autorengene-ration, die von ihm mitge-gründete Gruppe OuLiPo ist wohl die einflußreichste literarische Vereinigung nach 1945 und viele seiner Romane sind inzwischen Klassiker. Das vorliegende Buch vereint 12, größtenteils erstmals auf deutsch veröffentlichte Prosatexte Queneaus (1903-1976). Miniaturen, Kabinettstücke, Dramolette, chronologisch angeordnet, beginnend mit einer seiner frühesten literarischen Arbeiten, endend mit Einer Erzählung nach Ihrem Geschmack (1968), dem womöglich ersten interaktiven Text überhaupt. Die Auswahl zeigt viele Seiten, Queneaus experimentelle, sprachverliebte und aberwitzige natürlich, aber auch ernstere, persönlichere Töne werden angeschlagen.
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Max GoldtMax Goldt: Wenn man einen weißen Anzug anhat
(Rowohlt Verlag) Max Goldt hat ein neues Werk veröffentlicht: Wenn man einen weißen Anzug anhat. Es ist ein Tagebuch-Buch und umfaßt eine Spanne von 5 Monaten (September 2001 bis Januar 2002). Das Diarium vereint 61 Einträge, der Autor ist also Lust- und Launetäter. Und die Freude und formale Freiheit merkt man dem (leider zu dünnen) Buch wohltuend an, es bietet all das, wofür wir Goldts Texte schon lange lieben: eine einzigartige Beobachtungs- und Erfindungsgabe, sprachliche Meisterschaft, und einen unschlagbaren Humor. Ja, heiter ist die Kunst … doch Goldt wäre kein bedeutender Schriftsteller, wenn er in seinem Tagebuch-Buch nicht auch auf ernstere Dinge zu sprechen kommen würde.
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daily.werkschaftdaily.werkschaft
(Das fröhliche Wohnzimmer) die .werkschaftIm April 2002 erschien auf satt.org in 30 Folgen daily wien, das Internet-tagebuch des Wiener Autoren- und Künstler-kollektivs .werkschaft (Clemens Gadenstätter, Ilse Kilic, Lisa Spalt und Fritz Widhalm. Das Foto entstand bei der Buchpremiere in Wien). Fünf Monate später erschien nun in der erlesenen Das Fröhliche Wohnzimmer-Edition das hübsche Buch zum Netzereignis: daily.werkschaft. Es umfaßt 68 dichtgefüllte Seiten und kostet sieben Euro. Bestellungen an: wohnzimmer@dfw.at
Hans-Ulrich Treichel: Der irdische Armor Ray Loriga: Trifero Hans-Ulrich Treichel: Der irdische Amor
Ray Loriga: Trifero


Hans-Ulrich Treichels Roman »Der irdische Amor« ist ein amüsantes, flott geschriebenes Buch über die amourösen Irrungen und Wirrungen eines jungen norddeutschen Kunstgeschichtsstudenten. Ein pfiffiges Werk mit lakonischem Witz, klar und ohne Kanten. Die Umschlagabbildung zeigt das Bild »Yves- Marie Asleep« von David Hockney - genau wie auf dem in diesem Frühjahr bei A1 erschienenen Roman »Trifero« von Ray Loriga - auch das Layout und das Rot der Schrift auf den Umschlägen ähneln sich frappierend, erstaunlich! » amazon: Hans-Ulrich Treichel: Der irdische Amor
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"Vier Jahreszeiten“ von Jochen Schimmang.Jochen Schimmang: Vier Jahreszeiten.
mit Vignetten von Thomas Müller 4 Metropolen, 4 Jahreszeiten, 4 Geschichten. Jochen Schimmang ist einer der besten deutschsprachigen Erzähler und läßt in diesem schmalen, sinnlichen Werk seinen schmermütigen Privatdetektiv Kleff durch Amsterdam, Lissabon, Paris und Berlin flanieren. Ein wundervolles Buch, elegant und präzise erzählt, ein leider nicht billiges Kleinod! » amazon