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Die Box




25. Februar 2009
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Vorbilder?! (R: David Wain)
Vorbilder?! (R: David Wain)
Vorbilder?! (R: David Wain)
Fotos: Universal Pictures Int.
Vorbilder?! (R: David Wain)
Vorbilder?! (R: David Wain)
Vorbilder?! (R: David Wain)
Vorbilder?! (R: David Wain)

Vorbilder?!
(R: David Wain)

Originaltitel: Role Models, USA / Deutschland 2008, Buch: Paul Rudd, David Wain, Kamera: Russ T. Alsobrook, Schnitt: Eric Kissack, Musik: Craig Wedren, Casting: Lisa Beach, Sarah Katzman, mit Seann William Scott (Wheeler), Paul Rudd (Danny Donahue), Christopher Mintz-Plasse (Augie Farks), Bobb'e J. Thompson (Ronnie Shields), Elizabeth Banks (Beth), Jane Lynch (Gayle Sweeny), Ken Jeong (King Argotron), Ken Marino (Jim Stansel), Kerri Kenney-Silver (Lynette), A.D. Miles (Martin Gary), Joe Lo Truglio (Kuzzik), Matt Walsh (Davith of Glencracken), Nicole Randall Johnson (Karen), Alexandra Stamler (Esplen), Carly Craig (Connie), 99 Min., Kinostart: 26. Februar 2009

Von den drei gesichteten amerikanischen Komödien, die im Februar anlaufen, hat mir diese mit Abstand am besten gefallen. Die Besetzungen von Yes Man und He’s just not that into you waren mindestens genauso gut, daran kann es also ebensowenig gelegen haben wie am Drehbuch, das in keinem der drei Fälle besonders innovativ daherkommt. Ich glaube, es muss in der verhältnismäßig höheren Gag-Dichte und einer gewissen Leichtigkeit liegen, die man bei den anderen zwei Filmen vermisst. Role Models nimmt sich selbst nicht ernst, und deshalb fällt es einem als Zuschauer auch leichter, darüber zu lachen. Die Prämisse ist nichts Neues, eine Mixtur aus zwei bis drei Komödientypen, wie man sie dauernd sieht. Da gibt es die vermeintlich total unterschiedlichen Buddies, die im Verlauf des Films zueinander finden (der aus American Pie bekannte Seann William Scott trägt zwar seltener Anzüge als der gediegener wirkende Paul Rudd, aber die Unterschiede sind eher graduell), der Mann (ebenfalls Paul Rudd), der sich verändern muss, um die Frau seines Lebens (Elizabeth Banks) wiederzugewinnen, und die Aufgabe (als Wiedergutmachung verhängte Kinderbetreuung), die dabei helfen wird, das Gute in den zwei Figuren zu entdecken. Gerade das Thema Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahren immer wieder gerne im Zusammenhang mit eher ungeeigneten Vaterfiguren wie Dwayne Johnson, Billy Bob Thornton oder Vin Diesel thematisiert.

Was hier verdammt gut klappt, ist das Casting der Kinder. Bobb'e J. Thompson als kleiner Rotzlöffel, der offenbar statt der Sesamstraße Gangsta-Hip-Hop-Videos gesehen hat, und (zumindest in der Originalfassung) schimpft wie ein Rohrspatz, dass man sich zumindest ein Lächeln (oft mehr) nicht verkneifen kann, ist hier der eine Glücksgriff, der andere, Christopher Mintz-Plasse, profitiert auch in großem Maße von seiner Rolle als real-ausführender Rollenspiele-Freak, der seine Defizite im sozialen Kontakt mit anderen nur in Mittelalter-Kostümen zumindest halbwegs kaschieren kann. Das Erscheinungsbild von “Augie” erinnert hierbei an Jason Schwartzman in Rushmore, schon mal ein gutes Vorbild.

Was auch klar für den Film spricht, ist, dass die Gags nur selten über die Story hinauswachsen (wie in Yes Man), oder aber zugunsten des wenig überraschenden Happy Ends vorübergehend ganz aus den Augen verloren werden (wie in He’s just ...). Selbst beim obligatorischen Pairing am Schluss gibt es zum einen einen Auftritt, der zwar dem gängigen Prinzip solcher Komödien entspricht, aber dennoch immens viel Spaß macht, und zum anderen einen Kuss, den sich die linkischen Darsteller einfach verdient haben (weitaus mehr als Ginnifer Goodwin und Justin Long in He’s just ...), und der, wie so vieles in diesem Film, eine Feel-Good-Stimmung verbreitet, die man als leidgeprüfter Kritiker in solchen Filmen nur eher selten verspürt. Und somit könnte man, um zum Thema Casting zurückzukehren, auch sagen, dass Role Models statt vieler Darsteller, die man schon in besserer Form gesehen hat, mit seinen Jungstars (hier sei auch Alexandra Stamler als Burgfräulein Esplen genannt) zwei oder drei Lichtblicke mitbringt, die man in späteren Filmen gerne wiedersehen möchte. Ebenso wie Jane Lynch als sehr seltsame Chefin des Betreungsbetriebes ...