Anzeige:
Die Box




18. Februar 2009
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)
Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)
Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)
Fotos © 2008 Warner Bros. Ent.
Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)
Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)
Der Ja-Sager (R: Peyton Reed)

Der Ja-Sager
(R: Peyton Reed)

Originaltitel: Yes Man, USA / Australien 2008, Buch: Nicholas Stoller, Jarrad Paul, Kamera: Robert Yeoman, Schnitt: Craig Alpert, Musik: Mark Oliver Everett, Lyle Workman, mit Jim Carrey (Carl Allen), Zooey Deschanel (Allison), Bradley Cooper (Peter), John Michael Higgins (Nick), Rhys Darby (Norman), Danny Masterson (Rooney), Fionnula Flanagan (Tillie), Terence Stamp (Terrence Bundley), Sasha Alexander (Lucy Barnes), Molly Sims (Stephanie), Brent Briscoe (Homeless Guy), Rocky Carroll (Wes), John Cothran (Tweed), Spencer Garrett (Multack), Sean O'Bryan (Ted), Luis Guzmán (Jumper), Kai Lennox (Flyer Guy), Maile Flanagan (Janet), John H. Song (Korean Instructor), Jarrad Paul (Reggie), 104 Min., Kinostart: 19. Februar 2009

Das neueste Vehikel mit Jim Carrey. Von seinen zwischenzeitigen Ambitionen, auch mal als ernstzunehmender Schauspieler gegen sein Grimassen-Image anzukämpfen, scheint er sich inzwischen wieder abgewandt zu haben. Und so wird, ähnlich wie in Liar, Liar, eine zunächst komisch wirkende Idee auf anderthalb Stunden ausgespielt. Carl (Jim Carrey) geht jedem unnötigen Risiko, jeder potentiellen Energieverschwendung aus dem Weg, er sagt zu allem “Nein”, und sogar seinen besten Freunden gehen seine schwachen Ausreden dafür langsam auf den Wecker. An dieser Stelle landet er auf einer Veranstaltung des an einen Tele-Evangelisten erinnernden Terrence (Terence Stamp) und wird zum “Yes-Man”. Fortan antwortet er auf jede Frage mit einem (halbwegs) enthusiastischen “Ja”, landet deshalb beispielsweise auf der langweiligen Harry-Potter-Kostüm-Party seines Vorgesetzten (und bekommt dadurch eine Beförderung), kann es einem Penner nicht ablehnen, gleich ausgiebig Geld zu schenken und ihn trotz üblem Gestank in seinem Auto durch die Gegend zu fahren, und lernt durch diese Kapriole dann auch Allison (wie üblich charmant: Zooey Deschanel) kennen, die sich in seinen (neuerdings) impulsiven Lebensstil schnell verliebt. Dass Yes Man kaum einen Scherz auslässt, und beispielsweise Carls neue Attitüde auch auf die üblichen Späm-Mails ausdehnt (natürlich braucht er eine Penisverlängerung!), wird dadurch, dass diese Gags fast nie durchgespielt, sondern immer nur für einen kurzen Gag angerissen werden, schnell zu einem gewissen Nachteil. Einzig bei Carls veränderter Praktik bei seinem Bank-Job, wo er plötzlich zu jedem Kredit-Gesuch für abstruse Geschäftsideen etc. immer “Ja” sagt, gibt es Konsequenzen, allerdings unerwartete. Womit der ganze Film sich aber sehr schnell die Credibility versaut, ist die Tatsache, dass Carl bereits bei seiner gefühlt sechsten Antwort auf eine Ja-Nein-Frage, nämlich als er auf Allisons Motorrad mitgenommen wird, und diese wie ein Henker rast, um dann zu fragen “Fahre ich auch nicht zu schnell?” ausgerechnet “Nein, nein!” sagt, woraufhin sie dann noch etwas draufdrückt (Dialog aus dem Gedächtnis aus der Originalfassung zitiert, habe leider meine wortgenauen Aufzeichnungen verlegt). Das entspricht zwar dem Sinn des Films, aber man hätte die Frage ohne Problem auch so formulieren können, dass er “Ja” antworten muss, und diese Unachtsamkeit (vielleicht war es ja auch irgendwie beabsichtigt, um klar zu machen, dass es nicht um das Wort an sich, sondern Carls Einstellung geht, aber das wurde dann nicht besonders überzeugend herübergebracht...) zeugt von einer gewissen Gleichgültigkeit der Filmemacher (und bei Peyton Reed, der zuvor Down with Love und The Break-Up drehte, hätte ich das nicht erwartet).

Ein aber durchaus interessanter Aspekt des Films ist die Mitarbeit von Mark Oliver Everett am Soundtrack. Der auch als “E” bekannte Sänger und Hauptkomponist der Band “Eels” baut hier eine Menge der Songs der Band (bzw. oft auch nur die Intros) in Instrumentalversionen, und für Fans (ich oute mich hier gern) entsteht dadurch ein seltsamer Effekt zwischen heiterem Songraten und kurzer Kontemplation, warum dieser Song gerade hier gepasst haben könnte. Dennoch wird der Film dadurch nicht über die bloße Unterhaltung hinausgehoben.