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Die Box




2. Dezember 2008
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Madagascar 2 (R: Eric Darnell, Tom McGrath)
Madagascar 2 (R: Eric Darnell, Tom McGrath)
Madagascar 2 (R: Eric Darnell, Tom McGrath)
Bilder © Paramount Pictures International
Madagascar 2 (R: Eric Darnell, Tom McGrath)
Madagascar 2 (R: Eric Darnell, Tom McGrath)


Madagascar 2
(R: Eric Darnell,
Tom McGrath)

Originaltitel: Madagascar: Escape 2 Africa, USA 2008, Buch: Etan Cohen, Cinematographic Consultant: Guillermo Navarro, Schnitt: Mark A. Hester, Musik: Hans Zimmer, mit den Original- / deutschen Stimmen von Ben Stiller / Jan Josef Liefers (Alex), Chris Rock / Rick Kavanian (Marty / Additional Zebras), David Schwimmer / Bastian Pastewka (Melman), Jada Pinkett Smith / Claudia Urbschat-Mingues (Gloria), Sacha Baron Cohen / Stefan Gossler (Julien), Cedric the Entertainer / Roland Hemmo (Maurice), Andy Richter / Gerald Schaale (Mort), Elisa Gabrielli / Heike Schroeter (Nana / Trudchen), Bernie Mac / ? (Zuba), Alec Baldwin / ? (Makunga), Sherri Shepherd ? / (Mom), Will.I.Am / ? (Moto Moto), Tom McGrath / Michael Beck (Skipper), Chris Miller / Thomas D. (Kowalski), Christopher Knights / Smudo (Private), Conrad Vernon / Andreas Rieke (Mason), Fred Tatasciore / ? (Teetsi / Poacher #1 / Elephant), Eric Darnell / ? (Joe the Witch Doctor / Poacher #2), Stacy Ferguson / ? (Hippo Girlfriend), Tom McGrath / ? (Lemur #1), 89 Min., Kinostart: 4. Dezember 2008

Manchmal wirkt es, als gäbe sich Dreamworks Animation extra viel Mühe, um den Qualitätsunterschied zu Pixar zu demonstrieren. Nun arbeitet man auch bei Pixar momentan an Toy Story 3, doch wie bei Dreamworx die Fortsetzungen herausgeschmissen werden, sobald ein Film eine gewissen Erfolg verzeichnen kann, damit kann und will Pixar nicht mithalten. Leider ist es aber so, dass gelungene Figuren nicht automatisch einen gelungenen Film ausmachen, und nachdem Shrek 3 bereits ein empfindlicher Dämpfer war, kann ich auf Shrek 5 gut und gerne verzichten. Und bei Madagascar war nicht einmal der Original-Film viel besser als Durchschnitt.

Doch immerhin gibt es in Madagascar - Escape 2 Africa zumindest einiges zu lachen, das geht schon mit dem mal wieder etwas verfremdeten Logo zu Beginn los. Für die erste Viertelstunde des Films sollte man aber entweder extrem aufmerksam und scharfsinnig sein oder noch genau wissen, wie der Vorgängerfilm eigentlich endete. Denn einen Prequel-Prolog und eine verkürzte Wiedererzählung als solche zu erkennen, ist gar nicht einfach, wenn man, durch “Disney Babies” und ähnliches an kleine Variationen bekannter Figuren gewöhnt, zunächst annehmen könnte, alle vier Hauptfiguren hätten putzigen Nachwuchs an die Seite gestellt bekommen. Doch es ist so: Wir erfahren, wie Löwenknabe Alex seinerzeit noch Alekai hieß und von Tierhändlern aus dem Reservat gelockt wurde, um sich in New York wiederzufinden. Nachdem der Ausbruch aus dem Zoo Löwe, Zebra, Nilpferd und Giraffe nebst der launischen Pinguine nach Madagaskar führten, wird nun eine Art Flight of the Phoenix initiiert, die aber bereits im kontinentalen Festland endet. Und hier kann die anfängliche Geschichte der Löwen-Familie nebst Widersacher wieder aufgegriffen werden wie eine Katzenbergsches Aufleben des Lion King. Nur schade, dass man sich diesmal dazu entschieden hat, jeder der Nebenfiguren (inklusive König Julien, zwei herumsitzenden Affen und der schlagwütigen Großmutter) einen eigenen Subplot zu gewähren. Und so wird Zebra Marty mit Artgenossen konfrontiert, Nilpferddame Gloria tut etwas für ihr Libido, und das neurotische Giraffenmännchen Melman offenbart uns sein großes Geheimnis, um sich dann als Medizinmann zu versuchen. Begleitet wird das Ganze durch die bereits im ersten Teil bewährten Musikeinspielungen, die 1:1 wiederholt werden (“You got to move it, move it”, “Born Free” undsoweiter). Abgesehen von der afrikanischen Version eines Lichtschalters, dem Nilpferd-Lover Moto Moto, einer netten Einbringung des Marie-Antoinette-Zitats “Let them eat cake”, ein wenig West Side Story und einen wie aus Ice Age gemopst wirkenden running gag um einen gefrässigen Hai gibt es allerdings wenig, was wirklich im Gedächtnis bleibt. Und was dem Film völlig fehlt, ist ein emotionales Zentrum, sowie ein Grund für seine Existenz. Solange alle Welt in Ice Age 3 reinrennt und sich Tinkerbell-DVDs kauft, auf deren Hülle man noch nicht einmal den Namen des Regisseurs finden kann, werden uns nicht nur Dreamworks und Fox, sondern auch Disney, Pixar und Sony mit Animations-Sequels überschwemmen. Und wir sind selbst schuld dran. Wenn man schon den ersten oder zweiten Teil eher lau fand, muss man nicht noch in den vierten rennen. Erst, wenn dies mehr Leute begreifen, werden die großen Animationshäuser wieder einige neue Ideen umsetzen. Und ich persönlich sehe lieber zwischendurch mal zwei oder drei nicht völlig überzeugende, aber komplett neue Filme (beispielsweise Kung Fu Panda) als Teil 2, 4 und 7 von Serien, die teilweise zu Beginn noch richtig großartig waren (ein Beispiel wäre Shrek), aber wie ein mehrfach verwendeter Teebeutel immer weniger hergeben.