Anzeige:
Die Box


 

September 2004
Thomas Vorwerk
für satt.org

Süperseks
D 2004

Filmplakat

Regie:
Torsten Wacker

Buch:
Kerim Pamuk, Daniel Schwarz

Kamera:
André Lex

Schnitt:
Anja Pohl

Musik:
Florian Tessloff

Darsteller:
Denis Moschitto (Elviz), Marie Zielcke (Anna), Hilmi Sözer (Tarik), Martin Glade (Olaf), Meral Perin (Dilek), Hülya Duyar (Hotline-Chefin Nilüfer), Laura Maire (Yasemin), Meray Ülgen (Cengiz), Emine Sevgi Özdamar (Gülbahar), Jenny Ostermann (Canan), Peter Lohmeyer (Porno-Schneyder), Buket Yeni, Neza Selbuz, Belhe Zaimoglu, Aykut Kayacik, Naci Özarslan, Yasar Cetin, Orhan Güner, Tayfun Bademsoy, Kerim Pamuk u.v.a.

95 Min.

Kinostart:
30. September 2004

Süperseks


Filmszene
Filmszene
Filmszene

Nachdem der "Danscontest" in seiner Disco "Laz Vegaz" mit einer Polizeirazzia endete (Frage des Polizisten: "Wer von euch ist noch keine 18?" - niemand; Zweite Frage des Polizisten: "Und wer von euch hat seinen Personalausweis zuhause vergessen?" - ungefähr jede(r) zweite), muss Elviz (Denis Moschitto) möglichst schnell die 50.000 Euro zusammenbekommen, die er seinem angeheirateten Onkel Cengiz (Meray Ülgen) noch schuldet. Sonst landet Elviz' Mutter, deren Haus er als Sicherheit benutzte, auf der Straße, und Cengiz baut an der Stelle sein lang geplantes "Süperlükzhotel". Doch statt in der Pidefabrik seines Bruders Tarik (Hilmi Sözer) zu schuften und Sesamringe herzustellen, hat Elviz wieder eine seiner gefürchteten Geschäftsideen und beginnt mit der Unterstützung seines webtauglichen Freundes Olaf (Martin Glade) und einem erneuten Darlehen von "Porno-Schneyder" (Peter Lohmeyer) die erste türkisch-sprachige Sex-Hotline, ein Selbstläufer, wie sich schnell erweist … - Solange sich nicht die übliche Doppelmoral meldet und diverse erzkonservative Türken, deren Stimmen die Damen bei "Süperseks" inzwischen wiedererkennen, sich gegen das unsittliche Unternehmen entrüsten.

Nebenbei verliebt sich Elviz noch in die Bauchtanz-Lehrerin Anne (Marie Zielcke), die ihn als radebrechenden Türken ihrem Vater vorstellt, um diesen endlich von der Schnapsidee zu befreien, sie würde irgendwann als Assistenzärztin dessen Klinik übernehmen. Der culture clash, wie er zuletzt in Gegen die Wand überzeugend thematisiert wurde, kommt im Film öfter am Rande vor, doch Süperseks will halt nicht viel mehr als unterhalten. Was dem Film durch durchweg sympathische Darsteller (insbesondere Denis Moschitto und Marie Zielcke) und einige wirklich gelungene und gut getimete Gags auch gelingt.

Elviz: "Du bist mutig, stolz, intelligent … und wunderschön!"
Anna: "Ist das alles?"
Elviz: "Ich hab' schon Frauen für weniger angegraben …"

Da nimmt man auch in Kauf, daß diverses Füllmaterial wie die mit Musik unterlegten Impressionen von Hamburg den Film etwas strecken, um auf Spielfilmlänge zu kommen. Oder daß nie erklärt wird, warum bei einer Telefon-Hotline soviel Bargeld auftaucht (nur den Kontoauszug oder die Überweisung zu zeigen, ist halt nicht besonders "filmisch"). Süperseks ist ein netter kleiner Film, der Spaß macht - bei deutschen Komödien eher die Ausnahme als die Regel.