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Oktober 2005
 






SUKULTUR
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Schöner Lesen
Band 11:
Marc Degens
pop.mitte.berlin

Ein Lob auf die Mittelmäßigkeit

28 Seiten
Kleinformat
Preis: EUR 1,00
ISBN:
3-937737-11-1


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sukultur@satt.org



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Schöner Lesen Band 11: Marc Degens: pop.mitte.berlin.pop.mitte.berlin
Ein Lob auf die Mittelmäßigkeit

Ein
SUKULTUR-Leseheft
von Marc Degens

erschienen
im Mai 2001.
[3., überarbeitete Auflage: Juni 2005]


»Mittelmäßigkeit verhindert jeden Streit.«
(Klaus Hoffmann)




für dich!

Leseprobe:

»Das, was dich früher schier zerriß, was du nicht wahrhaben wolltest und konntest, worüber du nächtelang wach lagst … Das, was dich quälte, lähmte, belagerte … die Schrift, die du nicht zu entziffern vermochtest … die Tat, die dich tatenlos machte … die Rede, die dir die Stimme verschlug …. All dein Flanieren im Garten der Pfade erscheint dir heute zwingend, zwangsläufig und selbstverständlich. Gewiß, du hast auch Fehler gemacht, dich geirrt, verirrt. Aber stets bist du deinen Weg gegangen, trotz Wenn und Aber. Und nun blickst du zurück, auf dich, diesen und jenen: so wie ein Schachspieler auf die vergangene Partie. Petra war im Bett zweifellos einsame Spitze, aber seichter als eine Semmel, Manuel ein sauersichtiges Arschloch, du selbst Dark Waver. Dabei wolltest du doch nie Bestandteil sein, keiner Jugendbewegung angehören. Wie viele Stunden hast du über dein Anderssein gebrütet? Doch deine Einzigartigkeit bestand allein darin, wochenends auf die Tanzfläche zu glotzen, dich über die Musik aufzuregen und mit einem Fuß den Takt heimlich mitzuklopfen. Wie hast du sie verabscheut und wie haben sie dich angeödet! Diese Grufties, diese hochgestrapsten Mauerblümchen, diese feldschönen Krankenpfleger und verhüteten Familiengründer! Vier Schritt nach vorn, vier Schritt zurück …
    Hätte die Post mir seinerzeit versehentlich so ein aufgetakeltes Errol-Flynn-Rüschenhemd zugestellt, ich hätte es nur zum Bebeischlafen ausgezogen. Aber der Gott, den ich Liebe nenne, hatte ein Einsehen mit mir und ließ mit Taubenaugen unverdiente Milde walten. So bin ich auch nicht, wie ich es einst durchaus schick und schlau fand, mit in die Haut geritzten Schildereyen beflaggt. Etwa dem Emblem meiner damaligen Lieblingsband, einem mikroskopischen Dalí-Detail oder einem Strichcode. Es ist schon schwierig genug, den Partner fürs Leben zu finden, aber den einen immergrünen Geschmack sucht jeder alle Zeit vergebens …«



Stimmen der anderen:

»Ein schwungvoller Anti-Illies.« (zitty)

»Marc Degens glänzt mit unverschämt lässiger Ambitionslosigkeit. Ohne schwüle Episödchen, ohne dumpfbackige Szene-Allüren erzählt ein miserabler Student provinziell-duldsam über sein Leben ohne Loft und Liebe. Eine trockene Gerade in die aufgespritzten Schmollippen Berliner Möchtegern-Eliten.« (Am Erker)





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