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Marc Degens: ERIWAN



06-1996
 






SUKULTUR


Schöner Lesen
Band 2:
Marc Degens:
Man sucht sich


24 Seiten
Kleinformat
Preis: EUR 1,00

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Schöner Lesen Band 2: Marc Degens: Man sucht sichMan sucht sich

- Lyrik & Kurzprosa -

Ein
SUKULTUR-Leseheft
von Marc Degens

erschienen
im Juni 1996.


Inhalt:
SEIN & ZEIT; Hamlets Lebensfreude; SprachBilderSprache ("Der Kopf des Täufers" von Francesco del Cairo; "Lebenserinnerung des Dr. jur. Schulze (III)" von Werner Tübke; "Ungläubiger Thomas" von Mark Tansey); Lea; Barbarische Antwort auf Adorno; Frühling; Die ewige Farce; Der sechste Weg, Gott zu beweisen; Marsch; Miniatur (4); Lysergsäure-Diäthylamid; Hinterrücks; Das Grauen der Wahrheit des Irrealen; Scheiden (Sprache & Fleisch I); Das Abbild; In Finnland fährt niemand einen Fiat Uno; Formen der Angst (Eifersucht; Dunkelheit; Altern; Phobophobie; Tod); Sein & Zeit
Leseprobe:
Das Abbild
In dem Fenster der Straßenbahn sehen mich die Menschen.
Jeder Halt bereitet mir Unwohlsein, ich wünsche mich in Bewegung.
Da die Dunkelheit schon Einzug in die Stadt hielt, beherbergt die Straße nur noch wenige Passanten, meist mustern mich nur die Insassen der überholenden Automobile.

Ich bin auffällig wie ein geschmückter Weihnachtsbaum, hoffe ich.

Mir kommt das Bild des Kleinkindes in den Sinn, das, von seiner Mutter gehalten, auf den Gehweg einer stark befahrenen Straße pinkelte. Doch dies geschah am hellichten Tag.

Wir sind mitten im Geschehen
und x-mal vorhanden.

Die gläserne Leinwand zeigt das lebensgroße Abbild einer jungen Frau.
Etwas hat sich verändert. Ich würde mich ärgern, wäre sie nicht so wunderschön.
Spiegelverkehrt betrachte ich ihre Bewegungen, ihr Verharren, ihren Schein.
Sie erinnert mich an eine Comicfigur, die ich liebe.
Bewunderung oder Schönheit oder Schlüsselreiz oder Liebe?
Die Umwelt verschwimmt, kein Blick weicht von ihr.
Eine Stimme ruft "Endstation" aus.
Ich schließe meine Augen und sehe ein Stück Weltall.
Ach, wie romantisch!



Stimmen der anderen:
»Eine weitere kleine Reclam-Fälschung aus dem Hause SuK. Kein anderer als Herr Degens wird diesmal - bzw. seine Texte - präsentiert: "Man sucht sich". Wie überraschend. Muß das sein? Kleine eklige Lyriken wie z.b. "Das Grauen/der Wahrheit/des Irrealen": "Du sagst/sie habe dir/im Telefongespräch/gesagt/daß sie gerade/ihren Kot aß." Da finden Dichter Schamhaare in Oktavheften; junge Maschinenbaustudenten nehmen Drogen. Und am Schluß behauptet der Dichter auch noch Eifersucht, Dunkelheit, Altern, Phobophobie und Tod wären Formen der Angst, was allein schon sachlich nicht stimmen kann. Dunkelheit ist ein Zustand und keine Gefühlslage, Herr Degens! Ich bitte um Genauigkeit und Euch empfehle ich, diesen Band zu bestellen.«
(Andreas Reiffer, S.U.B.H. #20)