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Marc Degens: ERIWAN


 
01-1996
 






SUKULTUR


Schöner Lesen
Band 1:
Marc Degens:
Der Knubbel


20 Seiten
Kleinformat
Preis: EUR 1,00

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Schöner Lesen Band 1: Marc Degens: Der KnubbelDer Knubbel

- Erzählung -

Ein
SUKULTUR-Leseheft
von Marc Degens

erschienen
im Januar 1996.


»SO BIN ICH SELBER, LESER, DER EINZIGE INHALT MEINES BUCHES; ES IST NICHT BILLIG, DASS DU DEINE MUSSE AUF EINEN SO EITLEN UND GERINGFÜGIGEN GEGENSTAND VERWENDEST.«
(Michel de Montaigne, zitiert nach dem Motto aus »Montauk« von Max Frisch)



Leseprobe:
»Von nun an hörte ich Woodstock, Hendrix, The Doors; trug polanges Haar, glitzernde Plastikperlenketten, gebatikte Schlabberklamotten; las Hesse, Bloch und Wilde, schrieb feinfühligen Lyrikdung und hielt mich für die Reinkarnation von Jim Morrison.

Es gab sogar mehrere unumstößliche Beweise dafür, daß ich Jim Morrison war. Zum einen hatte auch ich fülliges, langes Haar, zum anderen schrieb auch ich Gedichte. Desweiteren spielte und sang ich ebenfalls in einer Musikband. Und schließlich hatte ich einmal ein Selbstportrait angefertigt, auf dem ich genauso wie Jim Morrison aussah. Er war in mir, dies spürte ich zweifelsfrei.

Die Seelenwanderung mußte sich damals wie folgt abgespielt haben. Am 3. Juli 1971 starb James Douglas Morrison in der Badewanne seiner Wohnung in der RUE BEAUTREILLIS 17 in Paris. Sein Geist schaute sich nun nach einem passenden Körper um und stieß dabei auf mich. Ich wurde am 18. August desselben Jahres geboren, also etwa eineinhalb Monate später. Diese verhältnismäßig lange Zeit zwischen Tod und Wiedergeburt wird Jims Seele wohl dafür benötigt haben, den strapaziösen Weg von Paris nach Essen in das evangelische Bethesda Krankenhaus zurückzulegen. Dort endlich angekommen, vereinten wir uns.«



Stimmen der anderen:
»Kilimanjaro, Zweikanaltonwerbung und der Leidenskelch an sich
Als erstes muß ich mich mal wieder über die schöne Aufmachung dieses Bändchens (geniale Reclam-Verarsche) hermachen; erfreulicherweise nimmt die SorgfaltsPflicht gegenüber dem EndVerbraucher in dieser Hinsicht neuerdings ja enorm Überhand … Aber im Hause Sex und Kotze scheint auch und vor allem die Lust an der Produktion Feuer in deren Druckerzeugnissen zu pudern. Also der Band ist den Orthopäden von MD gewidmet, denn im großen und ganzen geht es darin auch um ein unschönes Ekzem oder dergleichen. Und um das bundesdoitsche Fernsehprogramm der 70er/80er Jahre. Es ist erstaunlich, welche Erinnerungslücken Fernsehkind Degens hier beim gemeinen Leser annähernd wieder schließen kann (sofern dieseR auch Fernsehkind WAR). Ziemlich amüsant geschrieben alles. Wer wissen will, warum Degens sich einst für die Reinkarnation Jim Morrisons hielt, wird auch auf dem Laufenden gehalten. Schnuckelig + kaufen!«
(Jörg André Dahlmeyer, Der Störer #14)


»AUTOBIOGRAPHIE MIT ÜBERBEIN
Der bei Zuckmayer geklaute Untertitel "Als wär's ein Stück von mir" (der dem alten Soldatenlied "Der gute Kamerad" entlehnt wurde) markiert quasi die Schrumpfform eines Entwicklungsromans. Der Autor (Jg 71?) schildert uns zunächst die noch eingeschränkten Fernsehgewohnheiten seiner Kindheit, bis er mit "etwa sechs oder sieben" Jahren "auf meinem linken Fuß, kurz vor dem Knöchel, eine kleine dicke Wucherung, die in den nächsten Tägen beständig anwuchs" entdeckt: "Der Wildwuchs stoppte sein Wachstum erst bei einem erreichten Durchmesser von etwa vier Zentimetern. Liebevoll taufte ich diese seltsame Naturarchitektur 'Knubbel'." Damit ist der Titel erklärt. Der Text verrät uns in lockerer Selbstironie, wie sich Degens mit seinem Überbein arrangiert, das trotz medizinischer Betreuung nicht verschwindet und ihn immerhin vor der Bundeswehr bewahrt. Erstaunlich ist doch, worüber man alles schreiben kann.«
(Karl-Heinz Schreiber, Kult)


»Wer Marc Degens' Geschichten kennt, haßt sie oder liebt sie. Ich liebe sie. Mit einer naiven Grundstimmung erzählt er die abstrusesten Geschichten über belanglose Nichtigkeiten. So überzeugend, daß man glauben könnte, sie wären wahr. Gleichzeitig schreit es jedoch in einem: "Das ist doch von vorne bis hinten geflunkert." Aber dies eben auf so sympathische Weise, daß man nicht anders kann, als darüber zu lächeln. Wenn der Icherzähler z.B. überzeugend behauptet, er wäre die Reinkarnation von Jim Morrison, weil er auch lange Haare trage und Gedichte schreibe, und als letzten allumfassenden Beweis anbringt, daß er erst eineinhalb Monate nach Morrisons Tod das Licht der Welt erblickte (Jims Geist brauchte diesen Zeitraum, um von Paris nach Essen zu gelangen!), dann ist das genial-blödsinnig. Für einige vielleicht nur blödsinnig. Lieben oder Hassen. Kaufen oder dumm sterben.

P.S.: Im Heft sollte es eigentlich um eine Wucherung am Fuß gehen.«
(Henze-San, Orange Agenten #3.1)


»Achtung - es folgt eine wichtige Warnung: In Berlin treibt zur Zeit eine Literatur-Fälscherbande ihr Unwesen. Sie nennt sich SuK, was wohl soviel wie Sex und Kotze heißt. Spezialisiert haben sich die Gangster auf Reclam-Fälschungen und diese sind äußerlich kaum vom Original zu unterscheiden. Doch wie erkennen wir nun diese Fälschungen? Da gibt es nur eine Möglichkeit: Geld schicken und schon haltet ihr 'Der Knubbel' von Marc Degens in der Hand. Bei diesem Preis wird die kriminelle Energie und die Absicht der Verbrecher klar: Sie wollen den Reclam-Verlag in die Pleite treiben und damit vielleicht hunderte von Arbeitsplätzen vernichten. Und die Gefahr ist wirklich groß: Die Geschichte von Degens ist verdammt gut, auch wenn sich der Inhalt gerade einmal um eine kleine Wucherung am linken Fuß des Autors dreht. Und da haben die AutorInnen von Reclam natürlich nichts entgegenzusetzen.«
(Andreas Reiffer, S.U.B.H. #18)