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Die Box


 

November 2004
Christina Mohr
für satt.org


Uwe Viehmann im Interview

(Fast) zehn Jahre Spex
Uwe Viehmann


Foto: Uwe Viehmann

Vorurteil Nummer eins: man muß die Firma wechseln, um Karriere zu machen. Vorurteil Nummer zwei: in der Medienbranche ist man sowieso schnell weg vom Fenster.
Bestens dazu geschaffen, diese Vorurteile zu widerlegen ist die vom-Praktikanten-zum-Chefredakteur-Story von Uwe Viehmann, V.i.S.d.P. für die Spex, der im Januar 2005 sein zehnjähriges Jubiläum bei eben dieser Zeitschrift feiern kann. Geboren in Limburg an der Lahn, nach dem Zivildienst Umzug nach Köln, weil dorthin alle seine Freunde zogen. Nur wollten die studieren, Uwe Viehmann nicht: das massive Tigerentenaufkommen und anderer Studi-Horror an der Kölner Uni schockierte und befremdete den ehemaligen Schlagzeuger von Cosmic Debris.* Wenigstens erwies sich die Uni als Kontaktpool, "Ich habe dort ganz viele Leute kennengelernt, die heute noch meine besten Freunde sind und/oder heute bei der Spex arbeiten – unser Chef vom Dienst ist mir damals wegen seines Dinosaur jr-T-Shirts aufgefallen und ich habe mich gleich neben ihn gesetzt."

* die seinerzeit eine LP auf dem Boxhamsters-Label Bad Moon Records veröffentlicht hatten.

Da Uwe Viehmann nicht zu den Studenten gehörte, die dank stetig fließender Geldmittel seitens der Eltern keine finanziellen Sorgen hatten, wurde im Januar 1995 klar, daß was passieren muß. Auch Spex stand auf der Liste potentieller Kölner Arbeitgeber und Herr Viehmann hatte Glück, daß der Freund der damaligen Sekretärin ebenfalls Uwe hieß. Die fand das witzig, und nach einem stundenlangen Telefonat war klar, daß der neue Brötchengeber Spex sein sollte. Und wie das alles anfing, weiterging und heute läuft, erzählt er hier:


Sascha Kösch (späterer De:Bug-Gründer) ging damals gerade, der hatte zuvor Kleinanzeigen ausgeschnitten und geklebt, das wurde ja damals alles noch per Hand gemacht. Zusätzlich dazu habe ich etwa drei Jahre lang den Abonnenten das Heft nachgeschickt und solche Sachen, für 6 oder 8 Mark die Stunde. Ich bin jeden Tag dort hingegangen, und die Leute haben einen mit dem Arsch nicht angekuckt. Nach drei Jahren habe ich zum ersten Mal mit einem der Redakteure gesprochen - mit allen anderen hingegen schon, wie zum Beispiel der Geschäftsführerin. Bei einer Feier fing ich angetrunken an zu meckern, daß hier alle Idioten seien und daß ich jetzt auch mal eine Plattenkritik schreiben will. Und zwar über Motorpsycho, die ich damals sehr gut fand und die immer übersehen wurden, auch von der Spex. Weil ich vorweisen sollte, daß ich schon mal was geschrieben hatte, habe ich behauptet, daß ich bei einem Fanzine mitmachen würde, was allerdings nicht stimmte. Zum Glück hatte ich ein paar Freunde, die wirklich gerade ein Fanzine gestartet hatten, das mit der Nummer fünf begann, weil das besser aussieht und man damit angeben kann, daß die ersten vier Ausgaben schon ausverkauft sind. Für dieses Fanzine habe ich mit dem Sänger von Motorpsycho ein Interview gemacht und dann durfte ich auch mal für die Spex eine Plattenkritik schreiben. Dieses Fanzine, Subraum, war eine wahre Brutstätte; die anderen die dort mitgemacht haben, sind heute bei Visions oder Intro.
Nach zwei Jahren durfte ich meine erste große Geschichte schreiben und bin für eine Woche nach Chicago gefahren. Als ich wieder zurück war, kam der Redakteur zur Tür rein und sagte, ey Uwe, schön, daß Du wieder da bist, willst Du nicht Redakteur werden?‘ – Scheiße, dachte ich, ausgerechnet bei der Spex, dem Blatt, das ich am meisten gehaßt habe. Aber ich hab's natürlich gemacht, zwei Jahre lang. Dann kam die große Krise, wo es so aussah, als ginge es nicht mehr weiter. Spex war pleite, chaotische 12 Monate begannen, in denen ich tagsüber im Büro gesessen habe und nachts für German Parcel Päckchen durch halb Deutschland gefahren habe und in Imbißbuden schlafen mußte.
Dann hatte der Chef von Piranha Media, der kein "großer böser Verleger" ist, ein paar Vorschläge, was man anders machen könnte. Damals hat kein Mensch mehr die Spex gekauft, und Piranha Media waren der Meinung, daß Spex nicht von der Bildfläche verschwinden darf. Und in dieser Zeit wurde ich dann eben Chefredakteur.


Wollte Piranha Media niemals auf den Heftinhalt Einfluß nehmen?

Kein einziges Mal. Es gab zweimal den netten Hinweis, daß das wohl ein Cover wäre, das keinen Menschen interessieren wird, weil die Band niemand kennt, aber verändert haben wir nie was. Das soll jetzt nicht heißen, daß immer eitel Sonnenschein herrscht. Piranha ist nicht Philip Reemtsma, der einem Geld in die Hand gibt und sagt, macht damit, was Ihr wollt, ist mir scheißegal. Wir haben in dieser Zeit schon gelernt, wirtschaftlich zu arbeiten und nicht nur Elfenbeinturm zu spielen.


Spex hat ja bis heute den Ruf, ein elitäres Blatt zu sein

Das ist ja auch okay! Ich sage dann, nehmt doch das Heft einfach mal zur Hand - und bestimmt gibt es immer mal wieder einen Artikel, auf den der Vorwurf des Elitären zutrifft und der alle Klischees bedient, die Spexleser und Spexredakteure betrifft.
Wir haben jetzt jemanden in der Redaktion, der tatsächlich zu Ende studiert hat und dazu sogar noch eine Brille trägt – das hat sonst niemand bei Spex! Es hat sich in den letzten Jahren im Heft schon so einiges getan. In den Neunzigern gab es so ein internes Dogma, wo sich wenig bewegt hat. Die politische Welt und vor allem die Medienlandschaft war eine komplett andere: Mitte der Neunziger gab es nichts, was mit Spex vergleichbar war, deshalb hat man auch lange gedacht, daß man sich nicht verändern muß. Zu den großen Verklärungen die Spex-Geschichte betreffend gehört, daß das Heft früher besser war oder politischer – ich kann das schon verstehen, aber man erinnert sich immer an bestimmte Highlights, an große Diederichsen-Artikel zum Beispiel. Die heute 25jährigen erinnern sich wieder an was ganz anderes, die haben ihre erste Spex mit beigehefteter CD gekauft, und da war zum Beispiel "Sonnendeck" drauf. Aber 25 Jahre SPEX sind musikalisch ja mal gut fünf Generationen und da ist es klar, daß das Heft heute anders ist als in den Anfangsjahren.
Es gibt jedenfalls niemanden in der Redaktion, der Minderwertigkeitskomplexe hätte, weil früher angeblich alles besser und intellektueller war. Wir sind einfach nur Leute, die eine Zeitschrift machen wollen und deshalb nicht besser oder schlauer als andere.


Wie hält man in Zeiten des Internet das Heft attraktiv?

Es gibt zum Beispiel seit bestimmt fünf Jahren keine "news" mehr im Heft, das macht in einem Monatsheft wenig Sinn. Dafür gibt es in der Spex heute viel mehr Text als vor zehn Jahren – obwohl man denkt, es wäre nicht so, weil ja viele Bilder im Heft sind. Aber es sind auch viel mehr Seiten geworden. Nicht, daß es für eine intellektuelle Herangehensweise an Spex von Bedeutung wäre, aber wir haben in den letzten Jahren viele Designpreise gewonnen, weil wir uns an grafische Sachen herangetraut haben, die kein anderes Heft in Deutschland gemacht hat. Das ist einfach so und das finde ich insgesamt eine sensationelle Leistung. Ein Heft darf nicht nur aus Text bestehen, es muß mehr bieten. Man kann bei anderen Zeitschriften beobachten, daß sich das Layout verändert, wie zum Beispiel bei brand eins. Bei der Spex würde man das nicht unbedingt erwarten, weil es ja eine Musikzeitschrift ist, was für 95% der Leser sicherlich der Hauptgrund ist, das Heft zu kaufen. Aber zum Glück sind bei den meisten Lesern die anderen Sinne auch noch ausgeprägt. Lesen und gucken ist beides wichtig, mir bedeutet die graphische Gestaltung, das Drumherum genauso viel wie Text und Inhalt. Ein Traum von mir wäre noch, daß man das Heft auch wirklich fühlen kann, daß es immer eine andere Oberfläche hätte.
Bei der beigehefteten CD haben andere den Maßstab gesetzt, da waren wir nicht die ersten, aber jetzt gibt es für unsere Abonnenten eine DVD, die bestimmt keiner wegwerfen wird. Da sind Musikvideos drauf, aber auch Kurzfilme, die nichts mit Musik zu tun haben.


Im Intro werden immer alle besprochenen Platten abgefeiert – Spex leistet sich auch mal Verrisse

Auch bei Spex werden fast alle besprochenen Platten gelobt, wir kriegen aber nur einen Bruchteil des Introinhalts ins Heft. Also selektieren wir: was gut gefunden wird, kommt auch ins Heft. Es sei denn, wir haben das Gefühl, die Platte einer ehemals geliebten Band ist so schlecht, dass wir die Leute davor warnen müssen! Wenn allerdings eine weniger wichtige Platte nicht gut ist, wird sie tendenziell nicht besprochen, weil es schade wäre, auf eine andere gute aus Platzgründen verzichten zu müssen.


Ihr würdet also keine Titelstory zu Björk machen, wenn Euch die Platte nicht gefällt

Ja, genau. Björk ist jetzt auf dem Cover (Interview stammt vom September, cm), weil in der Redaktion viele - nicht alle! Ich mußte da auch überzeugt werden! – der Meinung waren, daß "Medulla" zwar nicht die beste Björk-Platte aller Zeiten ist, aber für eine Chartplatte eine total ungewöhnliche Veröffentlichung. Schließlich sind auf "Medulla" 95% der Sounds nur mit der Stimme erzeugt worden – noch dazu in einem Monat, in dem es gar keine Alternative gab. Es gibt allerdings regelmäßig einmal im Jahr einen Ausreißer nach unten im Verkauf, der nicht durch Wellenbewegungen wie z.B. Sommer/Winter zu erklären ist, mit dem man einfach unsere Leser nicht erreicht.


Erreicht Ihr durch die neu ins Heft aufgenommenen Mode- oder Designstrecken mehr weibliche Leser als früher?

Keine Ahnung. Obwohl es die einfachste Rubrik in unserem Jahrespoll wäre, hat das bisher niemand ausgezählt. Normalerweise teilt sich die Leserschaft in 75:25% zugunsten männlicher Leser. Das ist schon hart. Spex kann die Mode nicht aus dem Heft draußenlassen – Mode gehört zur Popkultur, zumal man sich bei Spex jahrelang damit gebrüstet hat, als erste Zeitschrift einen Artikel über Madonna gemacht zu haben.
Wir wissen aber, daß unsere Leserschaft jünger geworden ist. Wir machen keine Marketinganalysen, aber zu diesem Punkt haben wir die Leserpolls ausgewertet. Danach sind die Leser im Schnitt zwei Jahre jünger als früher, die Spannbreite hingegen ist größer geworden: es gibt einen 59jährigen Pollteilnehmer, den ich persönlich angerufen habe, und ich habe auch den jüngsten Teilnehmer angerufen, der war zwölf, der hat dann bei uns ein Schulpraktikum gemacht.


Kommen Leute auf Euch zu, die sich durch einen Spexartikel cooler machen wollen als sie sind?

Ja klar. (Hier überlasse ich es Eurer Phantasie, wer das sein könnte. Gibt es aber bestimmt genug. cm)


Was und wo wärst du ohne Spex? Was würdest du machen wollen in einem Leben ohne Spex?

Verdammt schwierige Frage, da ich tatsächlich noch nie etwas anderes gemacht habe. Wie gesagt: Nach der Schule und dem Zivildienst ab nach Köln, schnell gemerkt, dass studieren nichts für mich ist und direkt Unterschlupf bei SPEX, Nebenjobs zum Geldverdienen. Manchmal, wenn ich nachts um drei noch im Büro sitze, wünsche ich mir einen doofen Fließbandjob mit geregelten Arbeitszeiten, aber schon am nächsten Morgen kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Mit etwas Glück wäre ich ohne SPEX eventuell doch im Umfeld von "mit Musik zu tun haben" gelandet. Da ich mir grundsätzlich so einiges zutraue, mache ich mir rückwirkend quasi keine Gedanken um meine Vergangenheit. Aber ein wenig um die Zukunft. Außer "was mit Musik", kann ich nichts. Okay, ein Team leiten, ein bißchen schreiben und ein Magazin machen. Klar. Was man damit wird? Nichts. In der Zeitschriftenlandschaft scheint es jedenfalls nahezu keine Alternative zu geben, Tageszeitungen sind mir zu eindimensional (Texttexttext) und dann? Vielleicht Radiotrinker oder die Seiten in Richtung Labelmachen wechseln. Wer weiß. Doch noch eine Rockstarkarriere? Wohl kaum.


Wie hältst du deine Begeisterungsfähigkeit? Und gibt es lähmende Spex-Routine?

Es gibt Routine. 50% aller Telefonate am Tag. Atmen. Kaffee kochen. Und das ewige Rauchen gegen den Schmerz, ständig Leuten Absagen erteilen zu müssen - oder mir doofe Vorschläge anzuhören. Oder Vorurteile unserem Magazin gegenüber. Oder zu erklären was wir hier machen. Das war's dann aber auch schon. Dafür, also gegen die Routine und für die noch immer vorhandene (oh ja, und wie) Begeisterungsfähigkeit, sorgt die Musik. Hört sich platt an, ist aber so. Fünf Mal pro Woche (im Herbst und Frühling, zur Hochsaison) auf Konzerten zu stehen und immer wieder große Momente mitzuerleben oder eine Platte auflegen, auf die man gewartet hat (oder besser: die einen überrascht hat), sie gar auf das portable Musikabspielgerät übertragen und dann auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause auf dem Fahrrad bei der Reise am Rhein entlang zu hören … unbezahlbar. Ohne Scheiß, da habe ich immer noch regelmäßig Herzklopfen und Grinseattacken. Klar, das ginge auch ohne SPEX. Aber trotz SPEX ist es noch nicht weg. Trotz SPEX! noch da. Zu 98,3% brennt es noch in mir. Behaupte ich mal.
Einzig die immer häufiger auftretenden Probleme rund um das eigentliche Heftmachen bereiten nicht nur mir Sorgen und verleiden einem manchmal den Job. Dummdreiste Anfragen für quasi-erkaufte Geschichten, die ewige Gratwanderung zwischen der Anzeigenabteilung und der autarken Redaktion, Krise hier, strukturelle Probeme dort. Aber das gehört dazu. Manchmal: leider. Oft aber auch: gut so. Ab und an ist es ganz hilfreich auf dem harten Boden der Realität (was zu 80% immer Geld - oder besser keines zu haben - bedeutet) aufzuschlagen und auch auf dieser Ebene kreativ zu werden. Die erträglich schrecklichen Momente sind dann wiederum die, wenn man eine Idee hat und sie nicht realisierbar ist: Konzerte machen, waghalsige Coverideen usw. Meistens scheitert es auch hier am Geld. Manchmal an der Kraft. Der Tag hat nur 24 Stunden. Schlimm wird es nur, wenn man mehr als die Hälfte des Tages mit Menschen verbringt, die scheinbar nicht die gleiche Menge Energie und Liebe in das stecken, was wir hier tun. Sowas macht mich wahnsinnig.


Ohne welche Bands und Platten wärst du nicht der, der du bist?

Schwierig. Nicht wirklich die härteste Frage der Welt, aber so ganz absolut kann man das nicht sagen. Wirkliche Wendepunkte waren vielleicht: Nomeansno "Wrong", Boxhamsters "Wir Kinder von Büllerbü", Iron Maiden "Killers", Slayer "Reign In Blood", Rush "Exit Stage Left", Talk Talk "Laughing Stock", Miles Davis "Around The Corner", The Notwist "Dito", The Melvins "Ozma", SNFU "If You Swear You'll Catch No Fish", The Prodigy "Experience", Aphex Twin "Selected Ambient Works" (beide), Pavement "Slanted & Enchanted" und vor allen Dingen Slint "Spiderland". Danach konnte ich kaum mehr stehen.
Schon morgen aber werde ich denken, "Oh, du hast die anderen 1287 Platten vergessen, die dir besonders wichtig sind. Insgesamt waren das alles Platten, die ich im Wechsel vom Teen zum Twen gehört habe, und mit denen in mir alles ein wenig anders wurde. Es sollten noch viele folgen. Vor allem aber im von mir früh vergötterten Breakbeat- und Drum'n'Bass-Bereich waren es dann keine Platten, sondern Tracks und für die Liste der Platz hier nicht ausreichend. Die ewigen Top Three? Talk Talk, Sonic Youth, Melvins.


Spielt Punkrock, wie ihn die Boxhamsters machen, heute noch eine Rolle?

Wenn er gut ist. Wie die letzte Boxhamsters. Oder meine aktuelle Lieblingsband aus dem "Genre": Trend aus Koblenz mit "Das Produkt". Ich finde es alleine deshalb gut, daß die Hamster jetzt bei Lado sind, weil so wenigstens überhaupt eine neue Boxhamsters-Platte erschienen ist. Für Co und Co. war es wohl schwer zu akzeptieren, daß auch im Punkrock die Zeiten vorbei sind, wo man mal eben 20.000 Platten und mehr verkauft.


Gibt es Künstler, die du unbedingt mal interviewen oder treffen möchtest, was bisher noch nicht geklappt hat?

Als ich zehn war, wollte ich unbedingt Nico McBrain von Iron Maiden, Schlagzeuger wie ich treffen. Mit zwölf war ich auf der Frankfurter Musikmesse in einer Unterrichtsstunde von ihm. Danach war der Zauber von scheinbar nicht zu treffenden Menschen verschwunden. J Mascis gehörte einst dazu, den habe ich dann durch Zufall kennengelernt. Ein seltsamer Wunsch, aber trotzdem: einen Kneipenabend lang Geschichten von Jens Rachut hören.


Dietmar Daths komisches Buch Phonon: kommst du auch drin vor? Schlummert in deiner Schreibtischschublade auch ein Manuskript?

So sauer wie ich auf Dietmar damals war, was die Darstellung der einen oder anderen und auch meiner Person angeht, hätte ich am liebsten mal meine Sicht und Vorstellung von einem "Mit- und Füreinander" zur damaligen Horrorzeit bei SPEX geschildert. Zum Glück auch für die Buchverlagswelt in Deutschland habe ich das der Menschheit erspart. Doch wer weiß …

Deine liebste Fußballmannschaft?

Als Kind der TuF Flacht (Der Turn- und Fechtclub meines Heimatdorfes), mit zehn dann kurz HSV, weil ich eigentlich als Bayernhasser geboren wurde und sie die einzigen Konkurrenten waren, dann (früh) aus politischen Gründen Sankt Pauli (weil das Gegenteil der asozialen HSV-Fans) aber ohne echte Leidenschaft und dann … stand ich wie immer, weil fußballverrückt, in der Gästekurve des Müngersdorfer Stadions (egal wer gespielt hat) und die Fans vom 1.FC Köln jubelten bei der Durchsage eines Sieges von Sankt Pauli. Es gab da früher mal eine Fanfreundschaft. Ab da bin ich über den Stehplatz Mitte in die Südkurve gewandert, wo ich mittlerweile eine Dauerkarte auf Lebenszeit habe. Der Mitgliedsantrag liegt seit drei Jahren ununterschrieben bei mir in der Schublade. Zu teuer. Aber ich liebe den FC und direkt danach die Mannschaft vom Studio SPEX 72.

Vielen Dank für das Gespräch!