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Die Box

Hier keine Kunst. Roman von Marc Degens.



Januar 2008
Marc Degens
für satt.org

Das Beste zum Schluß ...

Meine 10 liebsten Bücher 2007 (Deutschland, Belletristik):

  1. Alban Nikolai Herbst: Meere. Roman.
    Aufgrund des Komplettabdrucks des Romans fiel zwar meine Popmoderne-Kolumne in der Volltext-Ausgabe aus – doch ich bin ohne Bitternis, denn "Meere" ist in meinen Augen einer der besten deutschsprachigen Romane dieses Jahrtausends.

  2. Wolfgang Herrndorf: Diesseits des Van-Allen-Gürtels. Erzählungen.
    Völlig verdient hat Wolfgang Herrndorf für dieses Buch soeben den ersten "Deutschen Erzählerpreis" erhalten! "Diesseits des Van-Allen-Gürtels" zählt neben Christoph Peters’ "Kommen und gehen, manchmal bleiben" (2001) und David Wagners "Was alles fehlt" (2002) zu den stilistisch herausragenden Erzählungsbänden der letzten Jahre, die Geschichten sind humorvoll, abwechslungsreich, eigenwillig und todtraurig.

  3. Thomas Glavinic: Das bin doch ich. Roman.
    Mit diesem hinreißenden, enorm lustigen und zugleich ernsthaften Roman hat Thomas Glavinic gezeigt, welche hohe Kunst es ist, packende autobiographische Texte zu schreiben – ganz gleich, ob sie real sind oder nicht!

  4. Detlef Kuhlbrodt: Morgens leicht, später laut. Singles.

  5. Thomas von Steinaecker: Wallner beginnt zu fliegen. Roman.
    Mit „Wallner beginnt zu fliegen“ legt der junge, 1977 geborene Autor Thomas von Steinaecker ein brillantes, ebenso unterhaltsames wie ernsthaftes Romandebüt vor. In dem dreiteiligen Familienroman schildert der in München lebende Autor episodenhaft wichtige Wendepunkte im Leben des Unternehmers Stefan Wallner, seines Sohnes Costin und schließlich dessen unehelicher Tochter Wendy. Der Roman, der in der Gegenwart beginnt und bis in das Jahr 2070 reicht, überzeugt durch die glaubhafte Darstellung der Charaktere, den gekonnt verdichteten Erzählstil, die vielen treffenden Vergleiche aus der echten und erfundenen Popkulturwelt und die mit leichter Hand nebenbei eingeworfenen Zukunftsausblicke: Marslandung, türkischer EU-Beitritt, rosa Retro-Applerechner. Besonders gelungen ist der Mittelteil des Buches, in dem von Steinaecker die Karriere von Costin nachzeichnet, der durch eine Castingshow zum Popsternchen aufsteigt, sich nach der Auflösung seiner Band „Pingpongs“ mit Synchronsprechrollen und Auftritten in Reality-TV-Shows über Wasser hält und schließlich eine erfolgreiche Plattenfirma gründet.

  6. Ingo Schulze: Handy. Geschichten in alter Manier. Erzählungen.
    Schulzes meisterhafte, ebenso ungewöhnliche wie auch verspielte Erzählungen sind weltoffen, kunstvoll und psychologisch überzeugend, seine Texte spielen an fernen Orten und in bekannten Milieus, in New York, Estland oder Berliner Trendbezirken, der Autor erzählt mit feiner Ironie, unterhaltsam und immer auf der Höhe der Zeit. „Handy“ ist das Buch des Frühjahrs gewesen, die „dreizehn geschichten in alter manier“ rangierten hoch in den Bestenlisten der Kritiker und wurden im März zu Recht mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Ingo Schulze: Handy. Geschichten in alter Manier.

  7. Nikola Richter: Schluss machen auf einer Insel. Erzählungen.

  8. Finn Ole Hinrichs: Räuberhände. Roman.
    Wunderbar poetisch ... Seht selbst.

  9. Thomas Meinecke hört. Schöner Lesen 68.

  10. Hartmut Lange: Der Therapeut. Drei Novellen.


Meine 3 liebsten Bücher 2007 (Übersetzung, Belletristik):

  1. Italo Svevo: Ein Leben. Roman.

  2. Robert Greenfield: Exile on Main St. Ein höllischer Sommer mit den Rolling Stones.

  3. Richard Yates: Verliebte Lügner. Erzählungen.


7 ausgezeichnete Biographien und Studien aus dem Jahre 2007:

  1. Thomas Karlauf: Stefan George. Die Entdeckung des Charisma.

  2. Willi Winkler: Die Geschichte der RAF.

  3. Susanne Kippenberger: Kippenberger. Der Künstler und seine Familien.

  4. Urs Widmer: Vom Leben, vom Tod und vom Übrigen auch dies und das. Frankfurter Poetikvorlesungen.

  5. Michael Maar: Solus Rex. Die schöne böse Welt des Vladimir Nabokov.

  6. Fritz J. Raddatz: Das Rot der Freiheitssonne wurde Blut. Literarische Essays.

  7. Helmuth Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie.


Eine Veröffentlichung, über die ich mich 2007 ganz besonders gefreut habe:

  • Joe Matt: Peepshow.
    „Peepshow“ ist einer meiner Lieblingscomics, endlich gibt es diesen Meilenstein in einer schönen deutschsprachigen Ausgabe, der Edition 52 sei Dank!


Und zuletzt noch eine Veröffentlichung, auf die ich mich 2008 ganz besonders freue: