Anzeige:
Die Box



Juni 2001
Enno Stahl
für satt.org


Christoph Gesing
in der Galerie Jöllenbeck
bis zum 30. Juni 2001

Galerie Jöllenbeck
Maastrichter Str. 53
Köln

Öffnungszeiten:
Di.-Fr. 11-13, 15-18 Uhr
Sa. 11-13 Uhr
Es ist nicht die erste Ausstellung Christoph Gesings in der Galerie Jöllenbeck, aber es ist eine seiner besten. Experimente mit der Materialität von Farbe und Grund sind sind seit jeher sein Thema, hier widmet er sich ihm auf eine luzide, abgeklärte Weise. Formen und Techniken sind klar, man versteht leicht, worum es dem Künstler geht.

Zumeist sind deutlich konturierte, monochrome Farbflächen in kräftigen Tönen der Ausgangspunkt, Rechtecke oder andere relativ einfache geometrische Muster. Darüber hat Gesing dann großzügige Flächen mit lasierender, stark verdünnter Farbe gelegt, so dass es zu Tonvermischungen kommt. Jedoch erfolgt dies nicht nach dem Prinzip klarer Abgrenzung, sondern Farbverläufe mit changierendem Charakter werden billigend in Kauf genommen. Einen besonderen Pfiff bekommt dieses Verfahren durch Anspielungen auf Figuratives, zwei Arbeiten etwa sind “Sessel” betitelt, Sessel, die natürlich hochgradig stilisiert dargestellt sind.

Dennoch lässt sich das Objekt leicht assoziieren, zwei Formelemente in den kräftigen Grundtönen (blau bzw. rot) sind unterlegt, darüber ist eine Lasur in Braun gezogen, die einer möglichen Neigung oder Verformung entspricht, wenn man die Lehne dieses Sessels senkt.

Ein “Nacht-Tisch” wird hier gestaltet, wie man ihn tatsächlich im Dunkeln wahrnehmen würde, wenn man aufsteht, noch schlaftrunken: übriggebliebene Teller sieht man lediglich als Schemen, sie heben sich allenfalls formal ab, aber nicht farblich.

Weitere Arbeiten experimentieren in ähnlicher Weise mit Lackfarben, dazu hat Gesing auch eine Reihe von Bildern auf Plexi produziert, hier wird der Untergrund relativ, jedoch sind diese Überlegungen von einer ähnlichen Motivation geprägt wie die großen Leinwandbilder. Denn hier geht es ebenso um Aspekte von Transparenz und Farbwirkung, nur mit dem Unterschied, dass man jetzt durch die Bilder schauen kann, auf die Wand darunter.