Anzeige:
Die Box




27. Juli 2016
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Legend of Tarzan (David Yates)


Legend of Tarzan
(David Yates)

USA 2016, Originaltitel: The Legend of Tarzan, Buch: Adam Cozad, Craig Brewer, Lit. Vorlage: Edgar Rice Burroughs, Kamera: Henry Braham, Schnitt: Mark Day, Musik: Rupert Gregson-Williams, Kostüme: Ruth Myers, Production Design: Stuart Craig, mit Alexander Skarsgård (John Clayton III / Tarzan), Margot Robbie (Jane Clayton), Samuel L. Jackson (George Washington Williams), Christoph Waltz (Leon Rom), Sidney Ralitsoele (Wasimbu), Osy Ikhile (Kwete), Djimon Hounsou (Mbongo), Jim Broadbent (Prime Minister), Madeleine Worrall (Kala), William Wollen (Kerchak), Mens-Sana Tamakloe (Kolo), Casper Grump (Mayor Kerckhover), Augusts Dakteris (Tarzan Aerial Artist), Rory J. Saper (Tarzan, 18 years old), Christian Stevens (Tarzan, 5 years old), Hadley Fraser (John Clayton II), Genevieve O'Reilly (Alice Clayton), 110 Min., Kinostart: 28. Juli 2016

  Elliot, der Drache (David Lowery)


Elliot, der Drache
(David Lowery)

USA 2016, Dt. Titel: Elliot, der Drache, Buch: David Lowery, Toby Halbrooks, Original-Drehbuch (1977): Malcolm Marmorstein, Kamera: Bojan Bazelli, Schnitt: Lisa Zeno Churgin, Musik: Daniel Hart, Production Design: Jade Healy, Visual Effects Supervisor: Eric Saindon, mit Oakes Fegley (Pete), Bryce Dallas Howard (Grace Meacham), Oona Laurence (Natalie), Karl Urban (Gavin), Wes Bentley (Jack), Robert Redford (Mr. Meacham), Isiah Whitlock, jr. (Sheriff Dentler), Esmée Myers (Pete's Mom), Gareth Reeves (Pete's Dad), 102 Min., Kinostart: 25. August 2016


◊ ◊ ◊

Jungle Man & Forest Boy

Zur Einstimmung auf The Legend of Tarzan las ich Edgar Rice Burroughs' Tarzan of the Apes (1912/14), wobei ich über die Story-Ähnlichkeiten zu Rudyard Kiplings The Jungle Book (1894) nachdachte. Dann gab es in der selben Woche wie den Tarzan-Film auch die Pressevorführung zu Pete's Dragon, und die vielfachen Querverbindungen animierten mich, einen gemeinsamen Text mit vielen vagen Beziehungen zu erstellen.

So wie Mowgli als Baby von den Wölfen aufgezogen wurde und dann mit Baloo und Bagheera zwei »Gouvernanten« aus unterschiedlichen Tierklassen überantwortet wird, wird Tarzan von Affen aufgezogen und entwickelt später eine mysteriöse Freundschaft zu einem Elefanten (in Tarzan of the Apes nur am Rande erwähnt und nicht ausgeführt, in The Legend of Tarzan in eine Freundschaft mit drei Löwen verwandelt). Als Pete seine Eltern bei einem Autounfall verliert, ist er immerhin schon fünf Jahre alt und lebt ab dann für sechs Jahre im Walt zusammen mit einem Drachen - diese Freundschaft erinnert nicht wenig an die zwischen Mowgli und Baloo in Wolfgang Reithermans klassischem Disney-Zeichentrickfilm The Jungle Book (1967), der übrigens ganz wie Pete's Dragon in diesem Jahr ein »Real«-Film-Remake bekam (auch, wenn ich mir das aus unterschiedlichen Gründen erspart habe).

Elliot, der Drache (David Lowery)

Bildmaterial: © 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved.

Die Disney-Connection wird übrigens noch dadurch verstärkt, dass der kleine Pete vor der Begegnung mit dem Drachen im Wald auf Wölfe trifft und später auch noch ein Bär auftaucht. Die Vertreter beider Waldtiere wirken zwar nicht unbedingt adoptionswillig, sondern eher hungrig, aber man könnte die Geschichte so zurechtbiegen, dass es ohne das Auftauchen des Drachens auch zu einer anderen (dem Publikum sehr vertrauten) Geschichte hätte kommen können.


◊ ◊ ◊

Spracherwerb

Edgar Rice Burroughs gibt sich zu Beginn seines mehrere Jahrzehnte umfassenden Tarzan-Outputs viel Mühe, die Hintergrundinformationen plausibel darzustellen. Wenn beispielsweise das Affenweibchen Kala sich des Menschenjungen annimmt, hat sie kurz zuvor ein eigenes Junges verloren (in The Legend of Tarzan fehlt für diese back story in ein paar Flashbacks nicht nur die nötige Zeit, offensichtlich hat man sich auch ganz konkret dagegen entschieden, denn Kala trägt bei der Entdeckung ein ziemlich jung wirkendes Affenjunges mit sich). Obwohl die Tarzan-Stories offensichtlich für die serielle Publikation in Zeitungen erstellt wurden und der schnelle Einstieg in die Handlung wie auch die ganz im Zentrum stehenden Action-Elemente die Lektüre prägen, nimmt sich Burroughs viel Zeit, um zu erklären, wie Tarzan sich selbst das Lesen beibringt.

Legend of Tarzan (David Yates)

Bildmaterial: © 2016 Edgar Rice Burroughs, Inc., Warner Bros Entertainment, Inc., Village; Foto: Jonathan Olley

In der Hütte, die seine Eltern (zwei durch eine Meuterei im Dschungel ausgesetzte Flitterwöchler) ihm hinterlassen haben, stehen unter anderem auch Kinderbücher, sogenannte Primer, anhand derer Tarzan die englische Sprache lernt - ohne zu wissen, wie die einzelnen Buchstaben (die ihm zunächst wie kleine Käfer erscheinen) ausgesprochen werden! Später, wenn Tarzan dann auf Jane und andere englischsprachige Menschen trifft, kann er somit nicht mit ihnen reden, aber (auch, wenn er davon aus Storygründen wenig Gebrauch macht) ihnen Nachrichten hinterlassen. So weit clever ausgedengelt von Burroughs, aber der Autor übersetzt nicht nur zur Bequemlichkeit des Lesers einige Passagen der »Affensprache« und aus dem Französischen ins Englisch (wobei man sich über die durchaus passable Grammatik der Affen wundert: »I am Tarzan. [...] I am a great killer. Let all respect Tarzan of the Apes and Kala, his mother. There be none among you as mighty as Tarzan. Let his enemies beware.«), was kleine Probleme mit sich bringt ... er baut auch mindestens an einer Stelle Murks, wenn er seinen Englischschüler eine Nachricht schreiben lässt, die er mit den Worten »Tarzan of the Apes« unterzeichnet - obwohl Tarzan ja offensichtlich sein Name unter den Affen ist - und woher weiß er jetzt plötzlich, wie diese fünf Buchstaben (T, A, R, Z, N) ausgesprochen werden???

In Pete's Dragon hat Pete den Vorteil, dass er immerhin bis zu seinem fünften Lebensjahr mit seinen Eltern zusammen aufwuchs. In der einen gemeinsamen Szene sitzt er hinten im Auto und liest aus einem Bilderbuch, wobei ich mich hier gewundert habe, dass er das Wort »adventure«, dessen Bedeutung er sich erst von den Eltern erklären lassen muss, zwar etwas stockend, aber auf Anhieb korrekt ausspricht. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich als Deutscher dem Lesenlernen von Kindern im englischsprachigen Raum aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Aussprachemöglichkeiten (»eat« reimt sich auf »sweet«, aber nicht auf »sweat«) auch relativ verblüfft gegenüberstehe.

Elliot, der Drache (David Lowery)

Bildmaterial: © 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved.

Der fünfjährige Pete spricht ja bereits Englisch und sein Bilderbuch mit dem Titel Elliot gets lost nimmt er mit in den Wald - auch, wenn er die Geschichte in den folgenden sechs Jahren, die er zusammen mit seinem Drachen verbringt, irgendwie umändert. Man sieht im Film übrigens auch kurz die Autoren dieses Kinderbuchs, und weil später noch eine zweite Kopie davon auftaucht, hat man ein wenig das Gefühl, es könnte ein tatsächlich ein existierendes Buch sein (ich würde auch gern noch mal meine erste »Fibel« sehen, bei der ich mich nur noch an die Sätze »Peter ruft Flocki. Aber Flocki kommt nicht.« erinnere). Ich habe mir die (fiktiven) Autoren des Buches nicht schnell genug mitgeschrieben, bin mir aber sicher, dass David Lowery, der Regisseur und Co-Autor von Pete's Dragon nicht dabei war. Wenn man aber Elliot gets lost als Buch im Netz recherchiert, ist er einer der zwei Autoren (womöglich ein nettes Zubrot, je nachdem, wie erfolgreich der Film ausfällt).

Ob Pete mit elf seine Lesefertigkeit wieder größtenteils eingebüßt hat, ist kein wirkliches Thema des Films, aber schon das kleine Detail mit dem Kinderbuch (das ja offensichtlich auch die Namensinspiration für den gänzlich durch Geräusche kommunizierenden Drachen war) zeugt irgendwie davon, dass man sich immerhin über solche Dinge einen Kopf gemacht hat. Wer sich an den Zeichentrickfilm The Jungle Book erinnert: dort hat man es sich reichlich einfach gemacht: Mowgli wächst im Dschungel auf, redet mit Wölfen, Bären, Elefanten und was nicht alles ziemlich perfektes Englisch, wobei es geringfügige »regionale« Färbungen gibt wie die auf S-Laute spezialisierte Schlange Kaa, die an die Beatles erinnernden Geier oder der in fettem Kolonialbritisch palavernde Shere Khan (»Confound that ridiculous Colonel Hathi!«). Und wenn Mowgli dann erstmal Kontakt mit Menschen hat, sprechen (bzw. singen) die praktischerweise auch Englisch, auch wenn sie so gar nicht danach aussehen.


◊ ◊ ◊

Miranda trifft Ferdinand

Wenn in Shakespeares The Tempest die auf einer Insel aufgewachsene Miranda nach ihrem Vater Prospero, dem Luftgeist Ariel und dem deformierten Caliban erstmals einen Mann sieht, ist sie sogleich hin und weg: »I might call him a thing divine, for nothing natural I ever saw so noble.«

Die selbe Leier übernimmt auch Burroughs, wenn Tarzan nach einigen Kannibalen (und Kannibalinnen) erstmals ein (natürlich prächtig aussehendes und gerade volljähriges) Exemplar des anderen Geschlechts sieht, das seine helle Hautfarbe teilt. In The Legend of Tarzan gehört die Liebesbeziehung zwischen Tarzan und Jane zu den überzeugendsten Elementen des Drehbuchs. Neben einer animalischen und durchaus sexuellen Note geht es auch um das Ehezusammenleben, um kleine Probleme, um den Kinderwunsch (der zu einer erwähnten Fehlgeburt führte) - und nebenbei entfernt sich Margot Robbie als Jane zumindest eine Ecke weg vom schrecklichen Klischeebild der »damsel in distress« und darf hier und dort auch mal intelligent in die Geschichte eingreifen.

Legend of Tarzan (David Yates)

Bildmaterial: © 2016 Edgar Rice Burroughs, Inc., Warner Bros Entertainment, Inc., Village; Foto: Jonathan Olley

Wenn der als frühpubertär einzustufende Mowgli im Reitherman-Film die indische Jungschönheit erblickt, die in ihrem Liedgut selbst die freundlichste Definition von Feminismus voller Inbrunst mit Füßen tritt, findet sich der selbe Moment wieder - und implizit lässt Mowgli seinen Baloo im Handumdrehen fallen, um dem Mädchen hinterher zu scharwenzeln.

Elliot, der Drache (David Lowery)

Bildmaterial: © 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved.

In Pete's Dragon findet man diesen Moment quasi zweimal: Einmal erblickt Pete seinen "Mutterersatz" Grace (Bryce Dallas Howard) und scheint noch interessierter daran, diese um ihren Kompass zu erleichtern. Wenn er dann etwas später die ca. gleichaltrige Natalie (Oona Laurence) erblickt, greift diese nicht nur seinen Blick auf und folgt ihm aktiv (die erfahrene Rangerin wirkt im direkten Vergleich eher unaufmerksam), es gibt auch die erste Kontaktaufnahme, wobei ich diese aber so deuten würde, dass es hier nicht um sexuelle Aspekte geht, sondern eher um einen kindlichen Spieltrieb oder jene schnelle Freundschaft, die halbwegs gleichgroße Kinder auch bei ansonst langweiligen Hochzeitspartys zusammenschweißen. Streng genommen sind sich die Mowgli- und die Pete-Szene gar nicht soo unähnlich, aber durch den säuselnden Gesang, der den zur Lebensaufgabe gemachten Ehewunsch glorifiziert und den Kommentar von den cheap seats (»she did that on purpose!«) wird Mowglis Abschied gleich zum verkürzten coming-of-age, während Petes erste Begegnung eher an die mit dem Drachen erinnert, nur ohne das hier vermutlich unpassende »are you gonna eat me?«


◊ ◊ ◊

Halbintelligenz

Tarzan of the Apes hat als Roman trotz einiger rückständiger Auslegungen über »angeborene« und anhand von Äußerlichkeiten festzumachende Charaktereigenschaften (der Meuterer mit dem »Rattengesicht« contra dem hellhäutigen Blaublüter von hoher Intelligenz) einige durchaus gelungene Passagen. Mir hat es auch irgendwie gefallen, dass man das Ehe-Happy-End einfach mal auf den Nachfolgeband The Return of Tarzan (oder noch später?) verschoben hat, obwohl ich jetzt auch nicht den dringenden Impuls spüre, weiterlesen zu wollen.

Wenn Burroughs zwischenzeitig mal ein Kapitel aus der Sicht der Affen erzählt oder er auf die absurde Idee kommt, den bereits im Schriftenglisch firmen Tarzan als erste Sprech-Sprache Französisch beizubringen (letztlich, weil sein Vater sein Tagebuch auf Französisch verfasste und man so gewisse Handlungselemente verzögern kann), dann hatte ich zwischenzeitig die Eingabe, Burroughs Bemühungen als »halbintelligent« zu umschrieben (etwa, wenn Tarzan wie nebenbei gewisse Ringergriffe entdeckt und gleich weiterentwickelt). Und ich muss sagen, diesem etwas bösartigen Urteil entspricht der Film in vollem Maße.

Legend of Tarzan (David Yates)

Bildmaterial: © 2016 Edgar Rice Burroughs, Inc., Warner Bros Entertainment, Inc., Village.

Positiv zu bewerten sind die Verweise auf die Originalgeschichte, die eher so am Rand zu erhaschen sind. Burroughs hat beispielsweise die Tendenz, bei Kämpfen auf Leben und Tod auch die Spuren davon an Tarzans Körper anzubringen. Mal wird ihm fast ein Arm abgerissen, dann hängt sein Skalp nur noch an einem Hautfetzen usw. Wie das alles tiptop wieder verheilt, wird zwar nicht detailliert beschrieben, aber in The Legend of Tarzan kann man immerhin einige der Narben früherer Kämpfe wiedererkennen. »Halbintelligent« wird das Ganze dann später, wenn man in einer reichlich idiotischen Szene zeigt, wie Tarzan Verletzungen mit Ameisen (!) vernäht. Und wie einfach er mal per Seilschlinge eingefangen wird, das tritt die Romanvorlage, in der das Tarzans liebster eigener Trick ist, etwas mit Füßen.

Die idiotischste Szene des Films (noch knapp vor der Stampede zum Schluss, Tarzans »dickem Hals« und der wiederholten Einstellung mit den hübsch drapierten Krokodilen) ist eine »Zugbesteigung« per Liane. Nachdem man genau ausführt, wie schnell der Zug fährt und mehrfach sieht, dass über den Gleisen keine Bäume zu sehen sind, ist diese Szene einfach so lang (gefühlt 40 Sekunden), dass Details wie Baumhöhen, Lianenlängen und dergleichen einfach jeder Grundlage entbehren. Zugegeben, wenn Tarzan in Windeseile durch die Baumwipfel huscht und der bereits sehr erschöpfte Samuel L. Jackson ihn immer wieder einholt, ist das auch komplett bescheuert, aber da fällt es eben nicht auf und man könnte immer noch sagen, dass ja vielleicht inzwischen 20 Minuten vergangen sind, die der Film nur nicht im Detail gezeigt hat. Aber letztlich demonstriert The Legend of Tarzan auch sehr deutlich, dass man trotz Feminismus-Boost und aus den letzten beiden Tarantino-Filmen übernommenen politischen Background (Bürgerkrieg, Sklavenbefreiung, Samuel L. Jackson als »historisch verbürgter« Proto-Obama) im Grunde für ein ähnlich unterbelichtetes Publikum arbeitet und sich deshalb auch nicht mehr Mühe gemacht hat als nötig.


◊ ◊ ◊

Schmunzelmonster

Bei Pete's Dragon indes merkt man, dass man nicht nur das kindliche Publikum bedienen will, sondern sich vor allem vom heute allgegenwärtigen Mantra, dass mit CGI alles möglich ist, deutlich entfernt und vom Inszenierungsstil an Jahrzehnte zurückliegende Zeiten anknüpft. Oft arbeitet man mit simplen Gegenschüssen, wenn etwa Elliot niest und Karl Urban à la Ghostbusters mit Schleim beworfen wird. Ähnlich funktioniert es auch beim ersten Treffen von Petes möglicher Ersatzfamilie mit dem Drachen: die Effekte werden größtenteils sehr sparsam eingesetzt, und selbst, wenn manche Flugszene so wirkt, als hätte man drastisch am Budget sparen müssen, so hat das auch irgendwie einen nostalgischen Effekt, weil die Inszenierung vermeintlicher Blockbuster heutzutage halt immer von Angabe und Protzen geleitet wirkt (siehe Tarzan-Stampede), während man sich hier auf alte Werte besinnt (auch, wenn dazu natürlich auch das heterozentrische Disney-Heile-Welt-Prinzip gehört, was man aber m. E. hin und wieder in so harmlosen Kinderfilmen durchgehen lassen kann).

Elliot, der Drache (David Lowery)

Bildmaterial: © 2016 Disney Enterprises inc. All Rights Reserved.

Die beiden Action-Höhepunkte des Films (Elliot wird gefangen, Duell auf der Brücke) sind zwar die vermutlich schwächsten Momente des Films (insbesondere der Einsatz von Flammen und Nebel in der Brückenszene ist doch etwas mau), aber selbst diese klappen noch halbwegs. Und im Gegensatz zu The Legend of Tarzan, wo man vermutlich unzählige vermurkste Details finden könnte, sieht man bei Pete's Dragon auch gönnerhaft darüber hinweg, das nicht einmal ansatzweise erklärt wurde, wie man mit vier Leuten einen Drachen auf einen Truck verladen hat.

Elliot, das Schmunzelmonster ist ein Film, den ich als Kind sah, auch, wenn ich mich nur noch in geringem Maße daran erinnere (und die deutsche Fassung des Films ja auch übelst beschnitten gewesen sein soll). Aber inmitten diverser teilweise schrecklicher »Real-Remakes« von Disney-Zeichentrick-Klassikern (wann kommen Dumbo und Bambi?) ist Elliot, der Drache (um jetzt mal die im Original gleichlautenden Titel zu vermeiden) noch ein Projekt, das ich womöglich auch abgesegnet hätte. Die beiden Drachen kann man zwar nur schwer vergleichen (und die beiden Filme eigentlich auch nicht - war die Redford-Figur nicht damals so ein versoffener Leuchtturmwärter?), aber dass Elliot in seinem Design immerhin den angeknacksten Greifzahn übernommen bekam, zeugt doch von einer Liebe zum Original, die womöglich sogar über das Erhalten der Franchise und die bald auftauchenden Doppel-DVDs hinausgeht.

Womöglich findet sich sogar einer der Songs des Musicals von 1977 im neuen Film wieder (ich war zu faul, das zu recherchieren).