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Die Box




22. Mai 2009
Thomas Vorwerk
für satt.org


  Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)
Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)
Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)
Fotos © Twentieth Century Fox
Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)
Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)
Nachts im Museum 2 (R: Shawn Levy)

Nachts im Museum 2
(R: Shawn Levy)

Dt. Titel: Night at the Museum 2, USA / Kanada 2009, Buch: Robert Ben Garant, Thomas Lennon, Kamera: John Schwartzman, Schnitt: Dean Zimmerman, Don Zimmerman, Musik: Alan Silvestri, mit Ben Stiller (Larry Daley), Amy Adams (Amelia Earhart), Owen Wilson (Jedediah Smith), Hank Azaria (Kahmunrah / The Thinker / Abe Lincoln), Robin Williams (Teddy Roosevelt), Christopher Guest (Ivan the Terrible), Alain Chabat (Napoleon Bonaparte), Steve Coogan (Octavius), Ricky Gervais (Dr. McPhee), Bill Hader (General George Armstrong Custer), Jonah Hill (Museumswächter), Jon Bernthal (Al Capone), Patrick Gallagher (Attila the Hun), Jake Cherry (Nicky Daley), Rami Malek (Ahkmenrah), Mizuo Peck (Sacajawea), Jay Baruchel (Sailor Joey Motorola), Clint Howard (Air and Space Mission Control Tech #1), George Foreman (Himself), Caroll Spinney (Oscar the Grouch - Stimme), Shawn Levy (Infomercial Father), Eugene Levy (Albert Einstein - Stimme), 105 Min., Kinostart: 21. Mai 2009

Mit 250 Mio US-Dollar Einspielergebnis allein in den USA war Night at the Museum ein Überraschungserfolg, dessen Sequel nur eine Frage der Zeit sein konnte. Immerhin kamen Drehbuchautoren und Regisseur wieder zusammen, und neben Ben Stiller konnte man einen Großteil der auf Nebenrollen verteilten Komiker aus dem ersten Film (z. B. Robin Williams, Ricky Gervais, Owen Wilson oder Steve Coogan) erneut verpflichten. Dass die Prämisse schon im ersten Film eher dünn war, ist da von geringer Bedeutung.

Der heldenhafte Museumswächter Larry Daley (Ben Stiller) ist inzwischen ein erfolgreicher Geschäftsmann. Mit Erfindungen wie seiner "Glow-in-the-Dark"-Taschenlampe bestückt er Tele-Marketing-Dauerwerbesendungen, in denen er zudem auch noch selbst auftritt. Und die Lehre des Films wird gegen Ende sein, dass man den Job ausüben sollte, den man mag - und nicht den, der das meiste Geld bringt.

Dass er seine Freunde im Museum lange nicht mehr besucht hat, rächt sich nun, weil ein großer Anteil der Exponate, im Smithsonian, dem größten Museum der Welt, zwischengelagert werden soll. Da aber jenes mysteriöse Artefakt, dass die Wachsfiguren und Miniaturen jede Nacht zu Leben erweckte, ebenfalls im Smithsonian landete, kommt es dort zu einer Art Bürgerkrieg, wobei Bösewicht Kahmunrah (Hank Azaria, das Stimmtalent hinter diversen Simpsons-Figuren wie Apu, Moe oder Chief Wiggum) zusammen mit Al Capone, Iwan dem Schrecklichen und Napoleon Bonaparte sozusagen eine historische "axis of evil" bildet.

Apropos "historisch": Es erscheint müßig, bei einem Film, der sich um die zum Leben erweckten Wachsfiguren etc. in einem Museum dreht, auf Logiklöcher zu achten, aber selbst bei einer solch hanebüchenen Prämisse sollte man zumindest versuchen, eine gewisse Konsistenz zu erreichen. Dass im Smithsonian angeblich Edward Hoppers Nighthawks im selben Raum wie "American Gothic", eine weinende Frau von Roy Liechtenstein und das lebensgroß aufgeblasene Foto vom "Kiss at Times Square" hängen soll, mag man noch geflissentlich übersehen, weil mit den zum Leben erweckten Bildern einige recht gelungene Gags erdacht wurden, und man von den Autoren kaum erwarten mag, dass sie tatsächlich aus den im realen Museum verfügbaren Exponaten ihre Story zusammenbasteln, anstelle zu nehmen, was immer ihnen in den Kram passt. Warum aber der alte Pharao quasi vor Ehrfurcht erzittert, endlich Napoleon und Al Capone gegenüberzustehen, sich aber mit einer eher schwachen Finte um den "Rubik's Cube" vorführen lässt, ist schon seltsam.

Im ersten Film spielten andere Nachtwächter (prominent besetzt) noch eine große Rolle, hier wird zwar umständlich erklärt, wie Ben Stiller von einem von Jonah Hill gespielten Kollegen einen Universalschlüssel mopst, aber abgesehen davon scheint es in dem weitläufigen Museumskomplex keinerlei Sicherheitspersonal zu geben, und einige Haustüren schließt man wohl des Nachts auch nicht extra ab. Night at the Museum 2 (laut imdb soll der Film im Original "Night at the Museum: Battle of the Smithsonian" heißen, aber bei der Pressevorführung im Original war von diesem Titel nichts zu sehen) hat natürlich kaum einen Anspruch, außer vielleicht unterhalten zu wollen, doch etwas sorgfältiger oder liebevoller hätte man den Film schon gestalten können. Wenn man etwa den winzigen Cowboy Jebediah (Owen Wilson) in eine Sanduhr steckt, um ihn durch den Sand zu töten, dann will man als Zuschauer ja nicht gleich erwarten, dass die Filmemacher daran denken, dass der Sand für Jebediah bereits Kieselgröße haben müsste, aber statt einiger liebloser CGI-Effekte hätte der Regisseur des Pink Pather-Remakes sich mal die Effekte anschauen sollen, die beispielsweise Fritz Lang oder Raoul Walsh schon zu Stummfilmzeiten erdachten. Shawn Levy und seine Autoren setzen ihre Ansprüche sehr tief an, und selbst Amy Adams als Amelia Earhardt ist nur dauergutgelaunte Staffage oder Christopher Guest als Iwan der Schreckliche bekommt zwei gute Gags geschrieben, aber keine wirkliche Chance, "zum Leben zu erwachen". Ein Fazit, das man auch auf den Zuschauer ausweiten könnte.