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Die Box




August 2006
Thomas Vorwerk
für satt.org

Volver
Spanien 2006

Plakat

Buch
und Regie:
Pedro Almodóvar

Kamera:
José Lusi Alcaine

Schnitt:
José Salcedo

Musik:
Alberto Iglesias

Art Direction:
Salvador Parra

Darsteller:
Penélope Cruz (Raimunda), Carmen Maura (Irene), Lola Dueñas (Sole), Blanca Portillo (Agustina), Yohana Cobo (Paula), Chus Lampreave (Tante Paula), Leandro Rivera (Auxiliar), Antonio de la Torre (Paco), Carlos Blanco (Emilio)

120 Min.

Kinostart:
3. August 2006

Filmszene
Filmszene
Filmszene
Filmszene
Filmszene

Volver

Volver heißt zurückkehren, und Pedro Almodóvars neuer Film bedeutet für den Regisseur in vielfältiger Hinsicht eine Rückkehr: zu den Frauenensembles (das aus Volver wurde dann auch in Cannes geschlossen für die Performance ausgezeichnet), zu diversen Darstellerinnen, mit denen er teilweise längere Zeit nicht gearbeitet hat (Lola Dueñas und Chus Lampreave zuletzt 2002, Penélope Cruz 1999, Carmen Maura gar zuletzt 1988), zu den eher komödiantischen Stoffen, zum Andenken seiner Mutter (und dem Thema Mutterschaft) und seiner Heimatstadt La Mancha.

Während Almodóvars letzte zwei Filme (Hable con ella, La mala educacíon) sich männlichen Protagonisten widmeten, spielen diese in Volver nur winzige Rollen: Drei Männer kommen mal am Rande vor, die sich allesamt für Raimunda (Penélope Cruz, für diese Rolle fast eine Spur zu gutaussehend) interessieren, doch alle drei verschwinden früher oder später sang- und klanglos aus dem Film. Am wichtigsten von den dreien ist wohl Raimundas Ehemann Paco, der jedoch von Anfang des Films zu sehr in die Glotze oder unter den Rock der Teenagertochter Paula (Yohana Cobo) schaut, und dann wenig überraschend nach einem (elliptisch ausgesparten) Vergewaltigungsversuch in einer Blutlache auf dem Küchenfußboden liegt.

Während Raimunda sich um das Verschwinden der Leiche kümmern muß, verstirbt auch noch die etwas betagte Tante Paula (Chus Lampreave), die Nachbarin Agustina (Blanca Portillo), die Paula bis zum Tode pflegte, faselt plötzlich von der Präsenz Raimundas verstorbener Mutter Irene (Carmen Maura), und schließlich erblickt auch Raimundas Schwester, die als illegale Friseurin arbeitende Sole (Lola Dueñas) diese Geistererscheinung - und nimmt sie mit zu sich nach Hause …

Der Film, der zunächst ein wenig an Hitchcock erinnert (und zwar nicht nur an die Leichenentsorgungskomödie The Trouble with Harry), widmet sich schließlich ganz den interagierenden Frauengestalten - und ihren miteinander verwobenen Geheimnissen, wobei das Drehbuch mal wieder so komplex ausgefallen ist, daß man gar nicht erst versuchen sollte, die Geschichte(n) nachzuerzählen. Bei der „Wiederkehr“ bestimmter Themenkomplexe im Drehbuch hätte der Regisseur zwar etwas einfallsreicher oder innovativer vorgehen können, doch die Wiederkehr und Spiegelungen (hier auch mehrfach auf rein visueller, aber nicht bloß dekorativer Ebene) spielten bei Almodóvar schon immer eine Rolle, und wenn der Film sogar Volver heißt, sollte man sich über solche Kleinigkeiten sicher nicht aufregen. Sondern sich lieber an dem gewohnt farbenfrohen, quirligen, unterhaltsamen und berührenden Film erfreuen.