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Die Box




August 2006
Thomas Vorwerk
für satt.org

Monster Hous
USA 2006

Plakat

Regie:
Gil Kenan

Buch:
Dan Harmon, Rob Schrab, Pamela Pettler

Kamera:
Xavier Perez Grobet

Schnitt:
Adam P. Scott, Fabienne Rawley

Musik:
Douglas Pipes

Production Design:
Ed Verreaux

91 Min.

Kinostart:
24. August 2006

Monster House


Filmszene
Filmszene
Bilder © 2006 Sony Pictures
Filmszene
Filmszene
Filmszene

Richard Linklaters Waking Life und A Scanner Darkly habe ich zwar bisher noch nicht gesehen, stelle ich mir aber durchaus reizvoll an. Warum man sich allerdings The Polar Express anschauen sollte, ist mir ein völliges Rätsel, das Prinzip des Motion Capturing (zumindest wenn für einen kompletten Film verwendet) erscheint mir völlig blödsinnig, und einen Film, in dem Tom Hanks gleich mehrfach auftaucht, brauche ich generell nicht.

Nun haben Spielberg und Zemeckis die Methode zum zweiten Mal angewandt und einen Gruselfilm für Kinder geschaffen, dessen Trailer extrem blöd aussah. Nur weil Maggie Gyllenhaal eine der Stimmen abliefert, habe ich mich dann mal ins Kino geschleppt - und wurde positiv überrascht. Zwar ist die Geschichte um ein verwunschenes Haus und seinen grießgrämigen Besitzer nicht wirklich etwas, was man gesehen haben muß, doch die Figurenkonstellation der drei Kinder, die gelungene Mimik der Figur Chowder, die diversen Stimmtalente (Steve Buscemi, Jon “Napoleon Dynamite” Heder, Kevin James, Jason Lee), die stimmige Atmosphäre, die manchmal ziemlich frechen Dialoge und die irgendwann völlig absurd erscheinende Logik des Films sind für einen vor allem für Kinder konzipierten Film schon bemerkenswert.

Auch sehen die Figuren nicht immer so aus wie ihre Sprecher (Tom Hanks hat man ja immer sofort wiedererkannt), und gerade das Casting von Maggie Gyllenhaal als durchtriebenem Babysitter, Jason Lee als Iggy Pop-Version des noch durchtriebeneren Boyfriends des Babysitters oder Jon Heder als übergewichtigen Pizzabäcker, der aber trotzdem sämtliche Kinder in Ehrfurcht vor seinem philosophischen Videospiel-Wissen erstarren lässt - diese kleinen Details machen richtig Spaß. Wie die Eltern sich von DJ verabschieden, wie die Polizisten sich aufspielen, wie die unnatürlichen Aktivitäten um das Monster House immer weiter gesteigert werden - unabhängig davon, wie dieser Film entstand (und der böse Nachbar sieht auch eine Spur zu sehr nach Gollum aus), er funktioniert - und wer weiß schon, ob er - auf herkömmliche Weise animiert - genauso gut funktioniert hätte …


Mit den Original- / deutschen Stimmen von Michael Musso / Maximilian Artajo (DJ), Sam Lerner / Johannes Walenta (Chowder [dt. Name der Figur: Ketchup]), Spencer Locke / Victoria Frenz (Jenny), Steve Buscemi / Freimut Götsch (Nebbercracker, Nachbar), Maggie Gyllenhaal / Claudia Urbschat-Mingues (Zee, Babysitter), Jason Lee / Daniel Fehlow (Bones), Kevin James / Detlef Bierstedt (Landers, Polizist 1), Nick Cannon / Asad Schwarz (Lester, Polizist 2), Catherine O’Hara / Sabine Arnhold (Mutter), Fred Willard / Hans Hohlbein (Vater), Jon Heder / Michael Iwannek (Skull, Pizzabäcker), Kathleen Turner / Evelyn Meyka (Constance)