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November 2004
Thomas Vorwerk
für satt.org

Das Geheimnis der Frösche
La prophétie de grenouilles

F 2004

Filmplakat

Regie:
Jacques-Rémy Girerd

Buch:
Jacques-Rémy Girerd, Antoine Lanciaux, Iouri Tcherenkov

Bildschnitt:
Hervé Guichard

Musik:
Serge Besset

Animation:
Studio Folimage

Figuren:
Zoïa Trofimova

mit den deutschen Stimmen von:
Thomas Fritsch (Ferdinand), Laura Elßel (Lili), Charlotte Sinell (Tom), Rosalind Baffoe (Juliette), Sabine Arnhold (Luise), Uwe Büschken (René), Nina Hagen (Schildkröte), Edith Hancke (Elefantenkuh), Klaus Sonnenschein (Elefantenbulle), Peer Augustinski (Fuchs), Ilja Richter (Schweine) u.v.a.

90 Min.

Kinostart:
4. November 2004

Das Geheimnis der Frösche
La prophétie de grenouilles


Filmszene
Filmszene
Filmszene
Filmszene

Bereits auf dem diesjährigen Kinderfilmfest wurde dieser Film gezeigt, und Zeichentrick-Experten wie Andreas Platthaus zeigten sich durchaus angetan, während ich den Film im Berlinale-Streß natürlich wieder mal verpasste.

Der Bauer Ferdinand soll während des Urlaubs eines einen Zoo führenden Ehepaares auf deren Tochter Lili und die Zootiere aufpassen. Doch wenn der Sommer noch mit den üblichen Ferienabenteuern der kecken Lili und Tom, des Adoptivsohns des Bauern beginnt, folgt dann eine Zusammenrottung von Fröschen, die die Kinder schließlich vor einer Sintflut warnen. Mithilfe eines überdimensionalen Traktorreifens baut Ferdinand seine Scheune in eine Art "Arche" um, und weil die Scheune auch das Kartoffellager war und man Fett, eine Badewanne und einen Gasbrenner an Bord hat, gibt es aufgrund der Kinderleibspeise Pommes Frites auch keine größeren Probleme …

Bis allerdings die Fleischfresser von der einseitigen Kost die Schnauze voll haben und eine Meuterei anzetteln. Und ein Verräter sogar noch einen Pakt mit einigen gefrässigen Krokodilen eingeht …

Die Mischung aus kindgerechter Geschichte und angedeuteter Umweltproblematik überzeugt ebenso wie das für das französische Zeichentrickstudio Folimage typische farbenfrohe Design, das teilweise an Kinderzeichnungen mit Wachsmalkreiden erinnert. Kinder lieben es, gegruselt zu werden, doch für unter Fünfjährige dürfte dieser Film eine Spur zu aufregend sein.

Erwachsene können sich wahrscheinlich am ehesten an den Synchronsprechern, den Streitereien zwischen Ferdinand und seiner Frau und vielen einfachen visuellen Spielereien erfreuen, für mich als ausgesprochenen Zeichentrick-Fan und Freund vieler Folimage-Kurzfilme (wie z.B. Le trop petit prince von der auch bei diesem Film beteiligten Zoïa Trofimova) hatte der erste Langfilm des Studios allerdings nicht den rechten "Biss" und durch die Casting-Wahl einer auf Bösewichte abonnierten Synchronsprecherin wurde in der deutschen Fassung sogar ein zentraler Handlungsstrang ungeschickt zunichte gemacht. Für Familienväter, deren Kinder einmal im Monat ins Kino wollen, eine gute Wahl, für erwachsene Animationsfreunde gab es in diesem Jahr schon besseres, das muß man mal so deutlich sagen.