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Oktober 2004
Thomas Vorwerk
für satt.org

Männer wie wir
D 2004

Filmplakat

Regie:
Sherry Hormann

Buch:
Benedikt Gollhardt

Kamera:
Hanno Lentz

Schnitt:
Eva Schnare

Musik:
Martin Todsharow

Darsteller:
Maximilian Brückner (Ecki), Lisa Marie Potthoff (Susanne), David Rott (Sven), Dietmar Bär (Vater), Christian Berkel (Rudolf), Saskia Vester (Mutter), Andreas Schmidt (Jürgen), Rolf Zacher (Karl), Mariele Millowitsch (Elke), Charly Hübner (Horst), Markus John (Tom), Hans Löw (Klaus), Billey Demirtas (Ercin), Willi Thomczyk (Wirt)

106 Min.

Kinostart: 7. Oktober 2004

Männer wie wir


Filmszene
Filmszene
Filmszene
Filmszene
Filmszene

Nach Sommersturm folgt gleich ein weiterer Vertreter eines der neuesten Genres des deutschen Films: Die schwule Sport-Komödie Männer wie wir zeigt zunächst den schwärzesten Tag des jungen Torwarts Ecki (Maximilian Brückner), der in den letzten Minuten des bedeutenden Aufstiegsspiels zunächst einen Elfmeter verursacht (Schwalbe!), den er dann natürlich auch nicht hält. Als er dann später einem der wenigen seiner Mannschaftskameraden, der noch zu ihm hält, nach dem Rumbalgen auf dem Boden einen Kuss auf den Mund gibt und just in dem Moment, als sein einziger Freund sich angewidert von ihm wendet, auch noch jene Erzfeinde um die Ecke kommen, die ihn kurz darauf aus der Mannschaft werfen, ist sein Coming-Out auch gehörig gescheitert.

Bei einer erhitzten Diskussion am Stammtisch will Ecki seine Ehre und die Ehre aller schwulen Fußballspieler retten und bietet an, in vier Wochen mit einer in Dortmund zusammengetrommelten rein homosexuellen Mannschaft gegen den traditionsreichen Dorfverein anzutreten. Nach dem "Queerschlag" nun also die "Manndecker" bzw. "Lattenknaller".

Männer wie wir von der amerikanischstämmigen Komödienspezialistin Sherry Hormann (Frauen sind was wunderbares, Irren ist Männlich) ist trotz der RTL-Beteiligung und dem von Edel & Starck ausgeliehenen Autoren ein recht gelungener Ensemblefilm, der von seiner bunten Mannschaft lebt, die man selbst als Schalke-Fan sympathisch finden kann. Da gibt es etwa den in einer Dreier-Lack und Leder-WG lebenden Rudolf (Christian Berkel aus Das Experiment), der sich seinem Sohn aus der geheim gehaltenen früheren Hetero-Ehe beweisen will; Den in einem Borussen-Fanclub aktiven Jürgen (Andreas Schmidt aus Plus Minus Null und anderen Filmen von Eoin Moore), der natürlich darauf verzichten kann, daß seine Kumpels von seiner Homosexualität erfahren und so einige flapsige Polaroids, die ihn mit Eckis Schwester Susanne (Lisa Marie Potthoff, zuletzt in Soloalbum) zeigen, als Beweis seiner neuen gutaussehenden "Perle" darbringt. Susanne, die bei Eckis neuem Lover Sven mal wieder Pech hatte, findet allerdings auch einen Verehrer in der Fußballmannschaft, den unter all den Schwulen fällt eine Hete kaum auf.

Als die nicht untalentierten schwulen Kicker allerdings von Eckis Rachegelüsten und dem zu einem Spektakel aufbereiteten "Freundschaftsspiel" erfahren, bricht die Mannschaft auseinander, und Ecki muß reichlich Überzeugungsarbeit leisten …

Unter den Nicht-Kickern fallen noch positiv auf: Dietmar Bär und Saskia Vester als Eckis geschocktes Elternpaar, und in einer kleinen Rolle jener Schauspieler, der in keinem Film fehlen darf, der Fußball im Ruhrpott (bevorzugt in Dortmund) zum Thema hat: Willi Thomczyk (Die Camper) als Wirt und Hobbymoderator.