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Die Box


 

Februar 2003
Thomas Vorwerk
für satt.org

Infernal Affairs
Wu jian dao

Hong Kong 2002

Infernal Affairs
» amazon

Regie:
Andrew Lau & Alan Mak

Buch:
Alan Mak, Felix Chong

Kamera:
Andrew Lau, Lia Yui-Fai

Schnitt:
Danny Pang, Pang Ching Hei

Musik:
Chan Kwong Wing

Darsteller:
Tony Leung Chiu-wai (Yan), Andy Lau (Ming), Anthony Wong (Wong), Eric Tsang (Sam), Chapman To (Keung), Lam Ka Tung (B), Sammi Cheng (Mary), Kelly Chen (Dr. Lee), Elva Hsiao (May), Edison Chen (der junge Ming), Shawn Yue (der junge Yan)

Internationale Filmfestspiele Berlin

Forum

Infernal Affairs
Wu jian dao



Bereits im Forum der letzten Berlinale sorgten Andy und Andrew Lau mit "Dance of a Dream" für eine positive Überraschung, diesmal jedoch sorgten sie für einen Genrefilm der Superlative.

Ming (Andy Lau) gehört zu einigen knapp volljährigen Männern, die der Triadengangster Sam auf die Polizeiakademie schickt, damit sie ihm später von dort aus dienlich sein können.

Internal Affairs (Wu jian dao) (R: Andrew Lau)


Internal Affairs (Wu jian dao) (R: Andrew Lau)


Internal Affairs (Wu jian dao) (R: Andrew Lau)

Yan (Tony Leung) wurde vor dem Abschluß der Akademie angeblich unehrenhaft entlassen, in Wirklichkeit aber als Maulwurf bei den Tiraden eingeschleust.

Knapp zehn Jahre später sind beide noch unerkannt im Dienst der jeweiligen Gegner beschäftigt, als bei einer geplatzten Drogenübergabe beide Parteien davon Wind bekommen, daß sie einen Spion und Saboteur in den eigenen Reihen ausfindig machen müssen. Und wem dies zuerst gelingt, der hat natürlich entscheidende Vorteile.

Währenddessen haben unsere gegensätzlichen Helden längst die Schnauze voll von ihrem geheimen Doppeljob. Ming, der mithilfe einiger Tips konkurrierende Gangs hopsnehmen konnte, sieht die Chance, befördert zu werden, und das Polizistenleben gefällt ihm auch recht gut, so daß er Sam am liebsten loswerden würde. Yan hingegen wurde schon diverse Male wegen Körperverletzung angeklagt, sogar schon inhaftiert, und kann berechtigterweise nach zehn Jahren kaum noch die Hoffnung aufbringen, daß sein Job bald beendet wird und er endlich als "richtiger" Polizist so etwas wie ein Familienleben starten kann.

Unter dem extremen Druck entspinnt sich ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem beide ebenbürtigen Gegner sich immer wieder fordern. Werden sie schließlich ihre Ziele erreichen können, und wenn ja, mit welchen Mitteln?

Tony Leung, zuletzt atemberaubend gut In the Mood for Love ist hier einer von zwei tragischen Helden, die ebenso gegensätzlich zueinander stehen, wie sie sich ähneln. Die Konstellation erinnert neben Mike Newells Donnie Brasco und Mike Figgis' Internal Affairs vor allem an John Woos Face/Off, nur daß Leung und Lau nicht solche Schmierenkomödianten wie Travolta und Cage (zumindest in genanntem Film) sind, und die Regisseure hier weniger an Stunts und anderen Effekten interessiert sind, sondern an der spannenden Umsetzung eines kolossalen Drehbuchs, daß einerseits den Zuschauer auf Trab hält, aber andererseits nicht die Psychologie der Charaktere vernachlässigt.

Der letzte dermaßen gute, bis zur letzten Minute packende und erfrischend kompromißlose Polizei-Thriller, der mir einfällt, war L. A. Confidential, und davor war laaaange Zeit nichts vergleichbares. Unbedingt ansehen!